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Wo Schüler ein hohes Unfallrisiko haben

29.2.2016 (verpd) Im Jahr 2014 wurden laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV) wieder mehr Schüler zu Unfallopfern. Schwere Unfälle passierten am häufigsten beim Sportunterricht und auf dem Schulweg.

Wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV) in einer aktuellen Statistik zum Schülerunfallgeschehen feststellt, ist die Gesamtzahl der Schülerunfälle im jüngsten Erhebungsjahr 2014 wieder gestiegen, nachdem sie in den Jahren 2010 bis 2013 noch stetig gesunken war. Insgesamt wurden in 2014 1.393.498 Schülerunfälle verzeichnet.

Der Begriff Schülerunfälle umfasst alle Situationen, in denen eine ärztliche Behandlung notwendig ist. Er wird unterteilt in Schulunfälle, also Unfälle, die in der Einrichtung (Universität, Fachhochschule, Schule oder Kindertagesstätte) passieren, und Schulwegunfälle, das sind Unfälle auf dem Weg zwischen Einrichtung und dem Zuhause. Die Schulunfälle machten 92 Prozent aller Vorkommnisse aus. Nur acht Prozent aller Unfälle entstanden auf dem Schulweg.

Unfallträchtiger Sportunterricht

Seit 2009 liegt die Anzahl der Schüler in Deutschland relativ konstant bei rund 17,1 Millionen. Bezogen auf diesen Wert wurden im Jahr 2014 rund 81 von 1.000 Schülern in oder auf dem Weg zur Schule oder Kindertagesstätte Opfer eines Unfalls. Besonders schwere Unfälle, die eine gesetzliche Unfallrente für die verunglückten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen nach sich zogen, waren im Erhebungsjahr rückläufig. Von 916 Fällen in 2012 sank die Anzahl auf 772 Fälle in 2013 und auf 716 Fälle in 2014.

Bei den Schulunfällen, also Unfällen in der Einrichtung, war das Unfallrisiko der Hauptschüler besonders hoch. Hier verunglückten anteilig 72 Kinder pro eine Million Schüler. Im Vergleich dazu betrug der Anteil der Unfälle bei den Realschulen 63, den Gymnasien 53, den Gesamtschulen 51, den Sonderschulen 44, den Berufsschulen 35, den Hochschulen elf, den Grundschulen acht und in den Kindertagesstätten knapp vier pro eine Million Schüler/Kindergartenkinder.

Die meisten schweren Schulunfälle passierten beim Schulsport – 75 Prozent der Unfälle, die eine gesetzliche Unfallrente zur Folge hatte, fielen in diese Zeit. Knapp zehn Prozent dieser Unfälle ereigneten sich in der Pause, acht Prozent bei Schulveranstaltungen, sechs Prozent während des Unterrichts und fast zwei Prozent bei einem sonstigen Aufenthalt auf dem Schulgelände.

Gefährlicher Schulweg

Bei den schwerwiegenden Unfällen, die eine gesetzliche Unfallrente nach sich zogen, ist der Anteil der Schulwegunfälle mit 34,1 Prozent deutlich höher als bei der Gesamtanzahl aller meldepflichtigen Ereignisse. So wurden in 2014 244 der insgesamt 716 Schülerunfallrenten nach einem Wegeunfall festgestellt. Die übrigen 472 waren Folgen von Unfällen in der Einrichtung.

Bei den Schulwegunfällen, also Unfällen zwischen Einrichtung und dem Zuhause, war das Unfallrisiko der Berufsschüler besonders hoch. Hier verunglückten anteilig 35 pro eine Million Schüler. Im Vergleich dazu betrug der Anteil der Unfälle bei den Hauptschulen 33, den Realschulen 25, den Gymnasien und den Gesamtschulen jeweils 17, den Hochschulen zehn, den Sonderschulen neun, Grundschulen drei und in den Kindertagesstätten eins zu eine Million Schüler/Kindergartenkinder.

Die schweren Schulwegunfälle ereigneten sich hauptsächlich, wenn Schüler mit einem motorisierten Zweirad unterwegs waren – dies betraf fast 30 Prozent der Unfälle, die eine gesetzliche Unfallrente zur Folge hatten. Bei 26 Prozent dieser Schulwegsunfälle waren die betroffenen Schüler als Fußgänger, bei 25 Prozent mit dem Pkw, bei 16 Prozent mit dem Fahrrad, bei zwei Prozent mit sonstigen Verkehrsmitteln und bei einem Prozent mit dem Bus unterwegs.

Die meisten tödlich Verunfallten waren Berufsschüler

Die DGUV-Statistik befasst sich auch mit den Schülerunfällen, die tödlich endeten. Deren Zahl betrug im Jahr 2014 insgesamt 42 und erreichte damit den niedrigsten Wert seit Bestehen der Statistik. 36 der tödlich Verunglückten kamen auf dem Schulweg und sechs in den Einrichtungen ums Leben. Bezogen auf die Unfälle mit Todesfolge im Straßenverkehr – hier gab es insgesamt 33 Fälle –, machten Berufsschüler mit 14 Unfalltoten den größten Anteil aus.

Der Pkw war mit insgesamt acht Todesopfern das gefährlichste Verkehrsmittel. Allerdings waren neun der 33 im Straßenverkehr getöteten Schüler als Fußgänger unterwegs. Jeweils sechs starben bei der Nutzung eines motorisierten Zweirads oder als Fahrradfahrer.

Prinzipiell ist es für Eltern wichtig zu wissen, dass die gesetzliche Unfallversicherung nur Schul- oder Schulwegsunfälle abdeckt, die meisten Unglücke jedoch in der Freizeit passieren. Zudem reichen die gesetzlichen Leistungen in der Regel nicht aus, um den tatsächlich anfallenden finanziellen Aufwand nach einem schweren Unfall auszugleichen. Die privaten Versicherer bieten jedoch entsprechende Lösungen an, wie sich das finanzielle Unfallrisiko absichern lässt. Eine private Unfallversicherung gilt im Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung rund um die Uhr und weltweit.

Hinzuverdienstgrenzen für Rentenbezieher

29.2.2016 (verpd) Es gibt unterschiedliche Gründe, warum ein Rentner auch im Ruhestand einer Erwerbstätigkeit nachgehen will. Je nach Verdiensthöhe, Alter und Rentenart kann es jedoch zu einem Abzug bei der Rente bis hin zum Verlust des Rentenanspruches kommen.

Für Rentner gibt es unterschiedliche Einkommensgrenzen, die zu finanziellen Einbußen führen können. Zum einen sind Rentner einkommensteuer-pflichtig, wenn ihr Einkommen – dazu zählen die Renten, aber auch Löhne, Unternehmensgewinne, Miet-, Pacht- und/oder Kapitaleinkünfte – insgesamt über dem sogenannten Grundfreibetrag, dieser beträgt in 2016 8.652 Euro, liegt.

Zum anderen müssen Rentenbezieher unter bestimmten Voraussetzungen einen Abzug bei der Rentenhöhe oder sogar den Verlust des Rentenanspruches hinnehmen, wenn sie zusätzlich zu ihrer Rente einen Hinzuverdienst haben, der bestimmte Grenzen überschreitet. Mit einer Ausnahme: Bezieher einer Altersrente, die bereits die Regelaltersgrenze erreicht haben, können unbegrenzt hinzuverdienen, ohne dass die gesetzliche Rente gekürzt wird.

Welches Einkommen als Hinzuverdienst zählt

Als Hinzuverdienst gilt beispielsweise der monatliche Bruttoverdienst als Arbeitnehmer, auch als Minijobber, sowie bestimmte Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld.

Auch Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb, einer selbstständigen oder freiberuflichen Tätigkeit oder aus einer Land- oder Forstwirtwirtschaft zählen als Hinzuverdienst. Selbst Einnahmen aus dem Betrieb einer Solaranlage können ein Hinzuverdienst sein, so ein aktuelles Urteil des Sozialgerichts Mainz (Az.: S 15 R 389/13)

Nicht als Hinzuverdienst gelten Einkünfte aus Betriebsrenten und Kapitalanlagen wie Rentenzahlungen privater Rentenversicherungen, sowie in der Regel auch Miet- und Pachteinnahmen.

Wann aus der Vollrente eine Teilrente wird

Ist ein Bezieher einer Altersrente jünger, als es die Regelaltersgrenze vorgibt, oder erhält der Rentner eine Rente wegen Erwerbsminderung, werden keine Rentenabzüge vorgenommen, wenn der Hinzuverdienst bei maximal 450 Euro brutto monatlich liegt. Bezieher einer Altersrente, die mehr verdienen, erhalten je nach Hinzuverdiensthöhe eine Teilrente in Höhe von einem Drittel, der Hälfte oder zwei Dritteln der bisherigen Vollrente.

Wer eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit bekommt und mehr als 450 Euro Brutto-Monatseinkommen hat, erhält je nach Hinzuverdiensthöhe nur noch drei Viertel, die Hälfte oder ein Viertel der bisherigen Rentenhöhe oder aber die Rente entfällt komplett. Die Höhe der Hinzuverdienstgrenze, ab der eine Teilrente bezahlt wird, errechnet sich unter anderem aus der Bezugsgröße und den individuellen Faktoren des Rentners.

Ausschlaggebend ist beispielsweise das versicherte Gehalt beziehungsweise die dadurch erreichten Entgeltpunkte in den letzten drei Jahren vor Beginn des Rentenbezugs. Hat der Rentenbezieher während seines Erwerbslebens in Ostdeutschland gewohnt, spielt auch der aktuelle Rentenwert eine Rolle. Da sich die Bezugsgröße und der aktuelle Rentenwert regelmäßig jeweils zum 1. Januar beziehungsweise zum 1. Juli eines jeden Jahres ändern, ändern sich dementsprechend auch die Hinzuverdienstgrenzen.

Kostenlose Informationen

Die genaue Formel, wie sich die Hinzuverdienstgrenzen für Alters- und Erwerbsminderungsrenten konkret berechnen, zeigen die vor Kurzem aktualisierten und bei der Deutschen Rentenversicherung herunterladbaren Broschüren „Altersrentner: So viel können Sie hinzuverdienen“ sowie „Erwerbsminderungs-Rentner: So viel können Sie hinzuverdienen“.

Übrigens: Ein Rentner, unabhängig ob er eine Voll- oder Teilrente bekommt, darf die Hinzuverdienstgrenze zweimal pro Kalenderjahr bis zum doppelten Wert überschreiten. Wer beispielsweise maximal monatlich 450 Euro neben seiner Vollrente dazuverdient und daher keinen Rentenabzug hat, darf in zwei Monaten eines Kalenderjahres bis jeweils 900 Euro verdienen, ohne dass aus seiner Vollrente eine Teilrente wird.

Alle Rentenbezieher, die zusätzlich zur gesetzlichen Rente etwas dazuverdienen wollen, sollten bei der zuständigen Beratungsstelle der gesetzlichen Rentenversicherung nachfragen, wie hoch ihre persönliche Hinzuverdienstgrenze ist. Wer sich nicht sicher ist, ob ein Einkommen als Hinzuverdienst gilt, kann ebenfalls beim Rentenversicherungs-Träger nachfragen oder Unklarheiten telefonisch bei der Deutschen Rentenversicherung (kostenloses Servicetelefon: 0800 100048018) klären.

Der Onlineservice der Deutschen Rentenversicherung

22.2.2016 (verpd) Nicht nur Berufstätigen ist es aufgrund der vorgegebenen Bürozeiten der Rentenversicherungs-Träger oftmals nicht möglich, ihre Angelegenheiten dort persönlich zu erledigen. Daher bietet die Deutsche Rentenversicherung (DRV) für diverse Vorgänge wie zum Beispiel die Beantragung der Rente oder die Änderung der Wohnadresse nach einem Umzug einen Onlinedienst an.

Ist es jemandem aus zeitlichen oder gesundheitlichen Gründen nicht möglich, persönlich zum ortsnahen Rentenversicherungs-Träger zu kommen, hilft in einigen Fällen der Onlineservice, den die Deutschen Rentenversicherung (DRV) bietet, weiter.

Für Versicherte, Hinterbliebene und Rentenbezieher

Unter anderem können gesetzlich oder freiwillig bei der DRV Versicherte wichtige Versicherungsunterlagen wie den Versicherungsverlauf, die Renteninformation oder Rentenbeitrags-Rechnungen, wie sie beispielsweise bei Handwerkern üblich sind, online anfordern.

Rentner können zudem eine Rentenbezugs-Bescheinigung, einen Ausweis für Rentner und eine Rentenbezugsmitteilung zur Vorlage beim Finanzamt per Internet bestellen. Außerdem können Rentner eine geänderte Bankverbindung oder eine Adressänderung nach einem Umzug online mitteilen. Dies ist in der Regel mit der Eingabe der Rentenversicherungs-Nummer und einiger weniger persönlicher Daten möglich.

Auch ein Beratungstermin bei einer ortsnahen DRV-Beratungsstelle lässt sich über das Internet vereinbaren. Bei der Online-Terminvereinbarung wird dem Versicherten eine Aufstellung der Unterlagen angezeigt, die er zu dem Beratungstermin mitbringen soll. Selbst Anträge zur gesetzlichen Rente, von der Kontenklärung bis hin zur Beantragung einer Witwen- oder Altersrente, können online gestellt werden.

Komplett papierlos

Da für viele Vorgänge, wie die Antragstellung, eine Unterschrift erforderlich ist, muss diese in der Regel über den Postweg nachgereicht werden.

Allerdings ist auch ein direkter Onlinezugang zu den bei der DRV gespeicherten persönlichen Daten und eine papierlose Antragstellung, bei der der Postweg entfällt, möglich. Dazu wird jedoch eine sogenannte Signaturkarte oder ein Personalausweis mit elektronischem Identitätsnachweis (eID) in Verbindung mit einer speziellen Ausweis-App und ein Kartenlesegerät benötigt, um sich auf den Webseiten des DRV eindeutig identifizieren zu können.

Weitere Details zu den Onlineservices gibt es im Webauftritt des DRV oder in der bestell- beziehungsweise online herunterladbaren DRV-Broschüre „Nur einen Klick entfernt: Ihre Rentenversicherung“.

Nicht nur die gesetzliche Rentenhöhe ist wichtig

Wenn es um die persönliche Altersabsicherung geht, ist jedoch nicht nur die voraussichtliche gesetzliche Rentenhöhe wichtig, sondern das eventuell bis dahin vorhandene Vermögen und alle weiteren Einkünfte wie Betriebsrenten, Mieteinnahmen oder Renten privater Rentenversicherungen.

Ein Versicherungsfachmann der privaten Versicherungswirtschaft kann mit entsprechenden Berechnungen und Analysen, auch unter Einbeziehung der Inflation, diesbezüglich umfassend beraten. Wenn eine Einkommenslücke zwischen dem benötigten und voraussichtlich vorhandenen Alterseinkommen besteht, kann der Versicherungsexperte außerdem individuell passende Vorsorgelösungen, eventuell sogar mit staatlichen Zuschüssen, aufzeigen.

Wenn eine Witwe oder ein Witwer wieder heiratet

15.2.2016 (verpd) Die Regel, dass eine Witwen- beziehungsweise Witwerrente nur bis zu einer Wiederheirat gezahlt wird, gilt auch für Folgeehen, die nicht nach deutschem Recht geschlossen worden sind. Das geht aus einem jüngsten Urteil des Sozialgerichts Berlin hervor (Az.: S 105 R 6718/14).

Eine mittlerweile 84-Jährige bezog nach dem Tod ihres ersten Ehemanns ab dem Jahr 1993 eine gesetzliche Witwenrente von der Deutschen Rentenversicherung. Im Dezember 1998 heiratete sie in Kalifornien (USA) erneut – und zwar in einer einfachen Zeremonie, von der sie später behauptete, dass sie davon ausgegangen sei, dass die Eheschließung wegen nur eines statt zwei Trauzeugen auch nach kalifornischem Recht unwirksam gewesen sei.

Dem gesetzlichen Rentenversicherer verschwieg sie die Eheschließung. Dieser erfuhr davon erst im Dezember 2012 durch die Anzeige einer dritten Person. Bis dahin wurde der Frau weiterhin Monat für Monat die Witwenrente ausbezahlt. Mit dem Argument, dass ihr die Rente ab dem Zeitpunkt der Wiederheirat zu Unrecht überwiesen worden sei, forderte der Träger der gesetzlichen Rentenversicherung einen Betrag von annähernd 150.000 Euro zurück.

Fehlende Anspruchsgrundlage

Die Frau dachte jedoch nicht daran, der Aufforderung zu folgen. Sie behauptete, dass sie wegen der aus ihrer Sicht unwirksamen Eheschließung im Ausland keinen Grund dazu gehabt habe, den Rentenversicherer über ihr neues Glück zu informieren.

Doch dem wollte sich das Berliner Sozialgericht nicht anschließen. Es wies die Klage der Frau gegen den Rückforderungsbescheid der Deutschen Rentenversicherung als unbegründet zurück. In ihrer Urteilsbegründung wiesen die Richter darauf hin, dass ein Anspruch auf Zahlung von Witwen- beziehungsweise Witwerrente gemäß Paragraf 46 SGB VI (Sechstes Sozialgesetzbuch) nur bis zu einer Wiederheirat besteht.

Eindeutig und verständlich

Darauf sei die Klägerin in dem ihr nach dem Tod ihres Mannes zugestellten Rentenbescheid auch hingewiesen worden. Denn dort habe es unter anderem geheißen: „Die Rente fällt mit Ablauf des Monats der Wiederheirat weg. Daher besteht die gesetzliche Verpflichtung, uns eine Wiederheirat unverzüglich mitzuteilen.“

Dieser Hinweis sei eindeutig und verständlich, zumal er nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme nicht im Rahmen einer sprichwörtlichen Bleiwüste erfolgt sei. Die Bestimmung gelte auch für im Ausland geschlossene Ehen. Den Einwand der Klägerin, dass die nach kalifornischem Recht geschlossene Ehe nicht gültig sei, ließen die Richter nicht gelten. Sie hätte sich nicht auf ihre laienhafte rechtliche Bewertung verlassen dürfen.

Rechtsgültige Ehe

Den Eheleuten sei eine standesamtliche Heiratsurkunde ausgehändigt worden. Im Übrigen reiche nach den dortigen Bestimmungen die Anwesenheit nur eines Trauzeugen aus. Die Ehe war folglich rechtsgültig mit dem Ergebnis, dass die Klägerin ihre Verpflichtung verletzt hat, dem Rentenversicherer die Eheschließung anzuzeigen.

Das aber hat zur Folge, dass sie die zu Unrecht gezahlte Witwenrente in voller Höhe zurückzahlen muss. Nach Ansicht der Richter gerät die Klägerin durch die Forderung auch nicht in finanzielle Bedrängnis. Denn sie verfüge über ein Sparvermögen von rund 90.000 Euro sowie über eine Eigentumswohnung.

Hält eine hohe Zuwanderung die Bevölkerungsalterung auf?

15.2.2016 (verpd) Der Alterungsprozess der Bevölkerung ist auch durch hohe Zuwanderungsgewinne nicht umkehrbar. Allerdings räumte das Statistische Bundesamt ein, dass die zuletzt sehr hohen Wanderungsgewinne das Tempo und das Ausmaß der Alterung mindern könnten.

Die aktuelle hohe Zuwanderung schlägt sich vor allem im kurzfristigen Anstieg der Bevölkerungszahl nieder, erklärte jetzt das Statistische Bundesamt (Destatis). „Der Trend zur zunehmenden Alterung der Bevölkerung kann dadurch nicht umgekehrt werden.“

Durch die hohe Zuwanderung könnten aber das Tempo der Alterung gemindert und die Schrumpfung der Anzahl der Personen im erwerbsfähigen Alter abgebremst werden. Nach Einschätzung von Destatis wird der aktuelle Altersaufbau die Bevölkerungsentwicklung in den nächsten drei Jahrzehnten voraussichtlich stärker prägen als der Saldo der Zuzüge (ohne Berücksichtigung von Flüchtlingen).

Zahl der über 67-Jährigen steigt bis 2040 um 6,3 Millionen

So werde die Anzahl der Menschen ab 67 Jahre bis zum Jahr 2040 wohl auf mindestens 21,5 Millionen steigen. Dies wäre gegenüber 2013, hier waren es 15,1 Millionen Senioren, die 67 Jahre oder älter waren, ein Anstieg um 42 Prozent oder 6,3 Millionen Personen der genannten Altersgruppe. Die Altersgruppe der 20- bis 66-Jährigen wird Destatis zufolge zahlenmäßig im selben Zeitraum aller Voraussicht nach deutlich sinken. Allerdings wirkten hier die Wanderungsgewinne stärker.

Ohne diese Gewinne würde diese Altersgruppe bis zum Jahr 2040 um rund 13 Millionen oder um ein Viertel gegenüber 2013 abnehmen. Um diesen Rückgang zu kompensieren, wäre dauerhaft ein Wanderungsgewinn in dieser Altersgruppe von jährlich etwa 470.000 Menschen erforderlich.

In der im vergangenen Jahr vorgestellten 13. koordinierten Bevölkerungs-Vorausberechnung waren die Statistiker jedoch von einer Entwicklung ausgegangen, die nach aktuellem Stand fraglich ist. Sie waren von einem allmählichen Rückgang der hohen Wanderungsgewinne von 500.000 auf 200.000 im Jahr 2021 und einer anschließender Verstetigung auf diesem Niveau ausgegangen.

Vorausberechnungen können nicht die Zukunft vorhersagen

Destatis hob hervor, dass Bevölkerungs-Vorausberechnungen nicht die Zukunft vorhersagen können; sie lieferten jedoch quantitative „Wenn-dann-Aussagen“ auf Basis fundierter Datengrundlagen. Sonderentwicklungen oder unvorhersehbare Ereignisse könnte bei solchen Vorausberechnungen nicht berücksichtigt werden.

„Die im Jahr 2015 rapide angestiegene Zuwanderung Schutzsuchender ist eine solche Sonderentwicklung.“ Ihre Zahl könne derzeit nicht berücksichtigt werden, da es keine Kenntnisse über die Höhe und Dauer der Flüchtlingsbewegungen gebe. Auch würden demografische Merkmale fehlen, sodass man zu keinen belastbaren Resultaten kommen könne.

Dennoch muss nach allen aktuellen Prognosen davon ausgegangen werden, dass es künftig immer weniger Erwerbstätige gibt, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und damit die Renten sichern, dafür aber immer mehr Rentenbezieher. Auch geht die Bundesregierung davon aus, dass das Rentenniveau, das bereits jetzt bei nur rund 47,7 Prozent des Nettoeinkommens vor Steuern liegt, noch weiter absinkt. Deshalb ist für den Einzelnen eine frühzeitige finanzielle Absicherung für das Alter besonders wichtig. Sichere Lösungen bietet diesbezüglich die Versicherungswirtschaft.

Gesetzliche Rente: Streit um Kindererziehungszeiten

15.2.2016 (verpd) Mütter beziehungsweise Väter, deren Kinder vor dem 1. Januar 1992 geboren sind, haben keinen Anspruch auf Anerkennung einer dreijährigen Erziehungszeit. Mit dieser vor Kurzem veröffentlichten Entscheidung (Az.: L 21 R 374/14) hat das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen die Ungleichbehandlung von Eltern älterer Kinder bezüglich der Berechnung ihrer Altersrente für rechtmäßig erklärt.

Der Gesetzgeber hatte vor Jahren beschlossen, dass für ein Elternteil – egal ob Mutter oder Vater –, das ein ab 1992 geborenes Kind in den ersten drei Lebensjahren erzieht, in der gesetzlichen Rentenversicherung 36 Monate als Kindererziehungszeit anerkannt werden. Für vor dem 1. Januar 1992 geborene Kinder wurden hingegen nur zwölf Monate der Kindererziehungszeit berücksichtigt. Mit Datum vom 1. Juli 2014 wurde diese auch als „Mütterrente“ bezeichnete Zeit schließlich auf 24 Monate erhöht.

Bei der Berechnung der Altersrente werden die Kindererziehungszeiten so behandelt, als ob die oder der Versicherte während dieser Zeit das Durchschnittsentgelt aller Versicherten erzielt hätte. Dadurch wird die monatliche Altersrente erhöht. Eine 1947 geborene Frau hatte vier Kinder, die alle vor 1992 geboren sind, großgezogen. Bei der Berechnung der Altersrente der Frau berücksichtigte die Deutsche Rentenversicherung Bund für jedes der Kinder zunächst eine Erziehungszeit von zwölf Monaten, die sie ab dem 1. Juli 2014 auf 24 Monate anpasste.

Vorwurf der Ungleichbehandlung

Dadurch erhöhte sich ihre Monatsrente um rund 120 Euro. Doch das war der Frau zu wenig. In ihrer gegen den gesetzlichen Rentenversicherer eingereichten Klage verlangte sie eine weitere Rentenerhöhung – und zwar unter Berücksichtigung einer Kindererziehungszeit von drei Jahren pro Kind.

Alles andere würde einer Ungleichbehandlung gegenüber jenen Müttern gleichkommen, deren Kinder erst im Jahr 1992 und später geboren wurden. Denn während ihrer Zeit als erziehende Mutter sei gesellschaftlich das Leitbild der Hausfrauenehe vorherrschend gewesen. So habe es zum Beispiel keine Kindergartenplätze für unter Dreijährige gegeben.

Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei kein Thema öffentlicher und politischer Debatten gewesen. Durch die reduzierte Anerkennung von Kindererziehungszeiten für ältere Kinder würde die damalige Benachteiligung der Mütter bis zum heutigen Tage fortgesetzt.

Verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden

Doch das vermochte weder die Richter des in der Vorinstanz mit dem Fall befassten Gelsenkirchener Sozialgerichts noch ihre Kollegen vom nordrhein-westfälischen Landessozialgericht zu überzeugen. Beide Gerichte wiesen die Klage als unbegründet zurück.

Nach Ansicht der Richter ist die zweifelsohne bestehende Ungleichbehandlung von Eltern älterer Kinder gegenüber denen jüngerer Sprösslinge verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden.

„Denn weder der Auftrag des Grundgesetzes zum Schutz und zur Förderung von Ehe und Familie noch der allgemeine Gleichheitssatz gebietet eine weitergehende Anerkennung.“

Gesetzgeberischer Gestaltungsspielraum

Dem Gesetzgeber stehe nämlich ein Spielraum, wie er einen sozialen Ausgleich für Kindererziehung ausgestaltet, zu. Das aber bedeute, dass eine so komplexe Reform, wie die Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten bei der Altersversorgung, in mehreren Stufen verwirklicht werden dürfe.

Zur Vermeidung von Ungleichbehandlungen habe der Gesetzgeber durch die Anhebung der Kindererziehungszeit von einem auf zwei Jahre im Sommer 2014 bereits einen ersten Schritt getan und damit den Forderungen des Bundesverfassungs-Gerichts, die Benachteiligung von Familien zu reduzieren, entsprochen. Auf mehr bestehe zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein Anspruch.

Da die Rechtslage durch die Rechtsprechung des Bundesverfassungs-Gerichts grundsätzlich geklärt sei, bestehe auch keine Veranlassung, eine Revision zum Bundessozialgericht zuzulassen.

Frühzeitig vorsorgen

Prinzipiell empfehlen Rentenexperten, dass nicht nur Männer, sondern insbesondere auch Frauen so früh wie möglich für das Alter vorsorgen. Denn sie sind statistisch gesehen häufiger während ihres Erwerbslebens in einer Teilzeitbeschäftigung, haben aber auch bei einer Vollzeittätigkeit oftmals ein niedrigeres Einkommen als Männer.

Eine Grundvoraussetzung für die Wahl der richtigen Höhe und passenden Form der Altersvorsorge ist zu wissen, wie hoch die individuelle gesetzliche Rente voraussichtlich sein wird. Hilfe dazu gibt es beim Versicherungsfachmann.

Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) ist es besonders wichtig, dass eine zusätzliche Altersvorsorge auch während der Elternzeit und/oder während einer Teilzeitbeschäftigung fortgeführt wird.

Übergangshilfe für Witwen und Witwer

8.2.2016 (verpd) Mit dem sogenannten Sterbevierteljahr soll nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung (DRV) einem hinterbliebenen Ehepartner der finanzielle Übergang auf die veränderten Verhältnisse erleichtert werden. Konkret gilt: Wer Anspruch auf eine gesetzliche Hinterbliebenenrente hat, dem steht für die ersten drei Monate nach dem Tod des Ehepartners mehr als die eigentliche Witwen- oder Witwerrente zu. War der Verstorbene bereits Rentner, ist auch eine Vorschusszahlung an den Hinterbliebenen möglich.

Prinzipiell besteht nach dem Tod des Ehegatten für den hinterbliebenen Ehepartner nur Anspruch auf eine gesetzliche Witwen- beziehungsweise Witwerrente, wenn die versicherungs-rechtlichen Voraussetzungen gegeben sind. Dazu muss beispielsweise der Verstorbene zum Zeitpunkt des Todes die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren der gesetzlichen Rentenversicherung erfüllt haben oder bereits Rentenbezieher gewesen sein. Bei einem Arbeitsunfall entfällt die geforderte Wartezeit.

Zudem muss in der Regel die Ehe am Todestag mindestens ein Jahr bestanden haben, außer der Ehepartner kam bei einem Unfall ums Leben.

Große oder Kleine Witwenrente

Sind die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt, hat der hinterbliebene Ehepartner abhängig von diversen Kriterien einen Anspruch auf eine Große Witwen-/Witwerrente oder eine Kleine Witwen-/Witwerrente. Eine große Witwen- und Witwerrente erhält zum Beispiel nur der verbliebene Ehepartner, der je nach Todesjahr des Versicherten entweder das 45. bis 47. Lebensjahr vollendet hat, vermindert erwerbsfähig ist oder ein Kind, das nicht älter als 18 Jahre oder behindert ist, erzieht.

Alle anderen bekommen eine Kleine Witwen- und Witwerrente, die jedoch längstens für 24 Monate nach dem Tod des Ehepartners gewährt wird. Die Große Witwen- oder Witwerrente beläuft sich auf 55 Prozent und die Kleine Witwen- oder Witwerrente auf 25 Prozent der Versichertenrente des Verstorbenen. Für alle, die vor dem 1. Januar 2002 geheiratet haben und bei denen ein Ehepartner vor dem 2. Januar 1962 geboren wurde, gilt noch eine alte Regelung mit 60 Prozent.

Die Versichertenrente des verstorbenen Versicherten entspricht in der Höhe etwa der vollen Erwerbsminderungsrente, die er zum Zeitpunkt des Todes gehabt hätte, oder der Altersrente, die er bereits bezogen hat. Weitere Details zum Thema Witwen- und Witwerrente enthält die Broschüre „Hinterbliebenenrente“, die kostenlos beim Herausgeber, der Deutschen Rentenversicherung (DRV), online heruntergeladen werden kann.

Das Sterbevierteljahr

Da die gesetzliche Witwen/-Witwerrente in der Regel niedriger ist als das Einkommen des Verstorbenen, bringt der Tod des Ehepartners meist finanzielle Änderungen mit sich. Um einer Witwe oder einem Witwer den Übergang zu erleichtern, zahlt die gesetzliche Rentenversicherung drei Monate lang die Versichertenrente in voller Höhe – also zu 100 Prozent – aus. Nach diesem sogenannten Sterbevierteljahr wird die eigentliche Höhe der Kleinen oder Großen Witwen-/Witwerrente, laut Gesetz sind das 55, 60 oder 25 Prozent der Versichertenrente, ausbezahlt.

Auch eine Anrechnung des Einkommens der Witwe oder des Witwers auf die Hinterbliebenenrente erfolgt erst nach dem Sterbevierteljahr. Um nicht nur das Sterbevierteljahr in Anspruch nehmen zu können, sondern auch lückenlos die Hinterbliebenenrente zu bekommen, muss der Antrag auf Witwen-/Witwerrente innerhalb von zwölf Monaten nach dem Monat, in welchem der Ehepartner verstorben ist, gestellt werden. Denn alle Hinterbliebenenrenten werden vom Antragsmonat gerechnet maximal für bis zu zwölf Kalendermonate rückwirkend gezahlt.

Ein entsprechender Rentenantrag ist beim Rentenversicherungs-Träger, an den der Verstorbene zuletzt Beiträge entrichtet oder von dem er eine Versichertenrente erhalten hat, zu stellen. Alternativ kann der Rentenantrag auch im Versicherungsamt der Gemeinde-, Stadt- oder Bezirksverwaltung gestellt werden.

Wenn der Verstorbene bereits eine Rente bezog

Bezog der Verstorbene vor seinem Tod eine gesetzliche Altersrente, kann der hinterbliebene Ehepartner die drei vollen Monatsrenten, die bei einem Sterbevierteljahr ausbezahlt werden, auch als Vorschuss bekommen. Dazu muss er allerdings innerhalb von 30 Tagen nach dem Tod des Ehepartners bei dem zuständigen Rentenservice der Deutschen Post AG – und nicht beim Rentenversicherungs-Träger – einen entsprechenden Antrag stellen.

Um den Antrag auf den Vorschusses stellen zu können, ist auch die Vorlage einer Sterbeurkunde und eines Identitätsnachweises des Hinterbliebenen, also beispielsweise der Personalausweis, notwendig. In der Regel erhält der hinterbliebene Ehepartner nach Abgabe des ausgefüllten Antrags innerhalb kurzer Zeit die drei Renten des Sterbevierteljahres als Vorschuss ausbezahlt. Weitere Details dazu stehen in einem aktuellen Merkblatt, das beim DRV online herunterladbar ist.

Wichtig zu wissen: Der Antrag auf den Vorschuss gilt nicht gleichzeitig als Antrag auf eine Witwen- oder Witwerrente. Um eine gesetzliche Witwen- oder Witwerrente zu erhalten, muss der extra dafür vorgesehene Antrag beim Rentenversicherungs-Träger oder beim Versicherungsamt der Gemeinde-, Stadt- oder Bezirksverwaltung gesondert gestellt werden. Für Fragen zum Thema gesetzliche Hinterbliebenenrente bietet die DRV ein kostenloses Servicetelefon (Telefonnummer 0800 100048070) oder auch eine persönliche Beratung in einer ortsnahen Auskunftsstelle an.

Rentenkasse bleibt vorerst gut gefüllt

8.2.2016 (verpd) Nach jüngsten Angaben der Deutschen Rentenversicherung betrug die Nachhaltigkeitsrücklage Ende Dezember 2015 rund 34 Milliarden Euro. Ende 2014 waren es noch 35 Milliarden Euro. Das ist besser als von vielen Experten erwartet. Doch die zur Jahresmitte wirksam werdende Rentenanpassung um etwa fünf Prozent dürfte bei gleichzeitiger Nachwirkung des Rentenpakets ein größeres Loch in die Reserven reißen.

Die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt hat im vergangenen Jahr dafür gesorgt, dass die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) um knapp eine Milliarde Euro auf 34,061 Milliarden Euro abgeschmolzen ist. Die Nachhaltigkeitsrücklage wird unter anderem dazu verwendet, um Ein- und Ausgabeschwankungen, also Schwankungen im Beitragsaufkommen als auch konjunkturelle Schwankungen, auszugleichen. Das soll sicherstellen, dass die Rentenbezieher weiter ihre Rente bekommen, ohne dass eine unterjährige Beitragserhöhung notwendig wird.

Laut Gesetz muss die Nachhaltigkeitsrücklage mindestens 20 Prozent (Mindestrücklage = 0,2) und höchstens 150 Prozent (Höchstrücklage = 1,5) der durchschnittlichen Monatsausgaben der DRV betragen. Wird die Mindestrücklage im nächsten Jahr voraussichtlich nicht erreicht, wird der Beitragssatz, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer für die gesetzliche Rentenversicherung zu zahlen haben, zum 1. Januar angehoben. Ist die Nachhaltigkeitsrücklage im nächsten Jahr voraussichtlich höher als die Höchstrücklage, wird normalerweise der Beitragssatz ab Jahresbeginn gesenkt.

Hohe Rücklagen vorhanden

Die Berechnung, ob eine Unterschreitung der Mindest- oder eine Überschreitung der Höchstrücklage zu erwarten ist, wird in der Regel im Herbst eines jeden Jahres vorgenommen. Nach dem aktuellen Rentenversicherungs-Bericht 2015 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, der im Herbst 2015 erschienen ist und die entsprechende Berechnung enthält, wird erwartet, dass die Nachhaltigkeitsrücklage in 2016 stabil am oberen Grenzwert (Höchstrücklage) liegt.

Daher bleibt für 2016 der Beitragssatz, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte zu zahlen haben, bei 18,7 Prozent. Nach den aktuellen Berechnungen des DRV reichte die Rücklage zum Jahresende 2015 aus, um 1,77 Monatsausgaben abzudecken.

Der tiefste Stand der Nachhaltigkeitsrücklage war Ende Oktober 2015 mit 30,081 Milliarden Euro beziehungsweise 1,56 Monatsausgaben erreicht worden. Damit lagen die Reserven im gesamten Jahr 2015 über dem oberen Zielkorridor von 1,5 Monatsausgaben. Im Dezember 2014 waren es sogar noch 1,91 Monatsausgaben.

Ausgabeanstieg 2015 um 4,6 Prozent

Die DRV hatte im vergangenen Jahr die volle Wirkung des umgesetzten Rentenpakets, das unter anderem die Anhebung der Mütterrente für Personen, die vor 1992 ein Kind bekommen haben, sowie die abschlagsfreie Rente ab 63 Jahren für besonders langjährig Versicherte enthielt, alleine zu tragen.

Einschließlich der Rentenanpassung zur Jahresmitte – am 1. Juli 2015 stiegen die Renten um 2,1 Prozent in West- und um 2,5 Prozent in Ostdeutschland – seien die Ausgaben um rund zehn Milliarden Euro oder 4,6 Prozent auf etwa 236 Milliarden Euro gestiegen. Dies erklärte ein Sprecher der DRV.

Zu den Ausgaben, die alleine auf das zum 1. Juli 2014 in Kraft getretene Rentenversicherungs-Leistungsverbesserungs-Gesetz fielen, liegen noch keine verlässliche Zahlen vor. Dies gelte auch zur Zahl der 2015 gestellten Anträge auf Rente mit 63 Jahren.

Ein Punkt Rentenerhöhung kostet 2,6 Milliarden Euro im Jahr

Die zur Jahresmitte 2016 anstehende deutliche Rentenerhöhung – im Gespräch sind etwa fünf Prozent, wobei die genauen Rahmendaten erst im Frühjahr vorliegen – dürfte laut Experten zu erheblichen Belastungen der Rentenkasse führen. Nach den DRV-Angaben verursacht eine Rentenerhöhung um einen Prozentpunkt Mehrausgaben über 2,6 Milliarden Euro aufs ganze Jahr gerechnet. Unterstellt man eine Rentenerhöhung zum 1. Juli von fünf Prozent, dann fallen in diesem Jahr Mehrausgaben über 6,5 Milliarden Euro an.

Hinzu kommt erneut die volle Wirkung des Rentenpakets. Trotz aller Belastungen steht die Rentenversicherung deutlich besser da, als dies zu erwarten gewesen wäre. Nach den letzten Projektionen des DRV dürfte der Beitragssatz, der Anfang 2015 von 18,9 Prozent auf 18,7 Prozent abgesenkt worden war, und auch in 2016 weiter gilt, bis zum Jahr 2020 stabil bleiben.

2021 würde dann die Untergrenze von 0,2 Monatsausgaben unterschritten. Es könnte aber gut sein, dass die Untergrenze bis dahin angehoben sein wird, was sich auch die Deutsche Rentenversicherung wünscht. Dann jedoch würden schneller Beitragserhöhungen auf die Arbeitnehmer und Arbeitgeber zukommen, als wenn die bisherige Untergrenze beibehalten würde.

Damit im Falle einer Invalidität das Geld reicht

8.2.2016 (verpd) Wer eine dauerhafte körperliche oder geistige Schädigung erleidet und deswegen seinem Beruf oder auch irgendeiner anderen Erwerbstätigkeit nur noch teilweise oder überhaupt nicht mehr nachgehen kann, muss mit erheblichen finanziellen Einbußen rechnen. Denn die gesetzlichen Absicherungen decken solche Einkommensausfälle, wenn überhaupt, nur zum Teil. Es gibt jedoch private Vorsorgelösungen, die solche Einkommensverluste ausgleichen können.

Im Falle einer eingetretenen Invalidität, also einer bleibenden körperlichen und/oder geistigen Leistungseinschränkung beispielsweise als Folge einer Krankheit oder eines Unfalles, fallen nicht nur Behandlungs- und möglicherweise Pflegekosten an. In manchen Fällen entstehen Umbaukosten, wenn das eigene Zuhause behindertengerecht umgestaltet werden muss. Aufgrund einer invaliditätsbedingten Einschränkung der Erwerbsfähigkeit kann es zudem zu Einkommensverlusten kommen.

Die Sozialversicherungen wie die gesetzliche Pflege-, Kranken- und Rentenversicherung decken zwar für viele einen Teil der Kosten ab, doch bei Weitem nicht alles. Dadurch kann im Invaliditätsfall der bisherige Lebensstandard allein mit den gesetzlichen Ansprüchen meist nicht gehalten werden oder es kommt sogar zu einer finanziellen Überforderung des Betroffenen.

Wenn die Arbeitskraft gemindert wird

Einem Arbeitnehmer, der aufgrund einer eingetretenen Invalidität seinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben kann, steht von der gesetzlichen Rentenversicherung, wenn er nach dem 1. Januar 1961 geboren ist, keine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente zu.

Nur wenn er keiner oder weniger als sechs Stunden am Tag irgendeiner Tätigkeit nachgehen kann, erhält er im Rahmen der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente eine monatliche Rentenleistung ausbezahlt. Die Rentenhöhe ist unter anderem davon abhängig, in welchem Umfang eine Erwerbsminderung besteht, und sie entspricht in jedem Fall bei Weitem nicht dem bisherigen Einkommen.

Zudem gibt es die gesetzliche Erwerbsminderungsrente nur, wenn der Betroffene die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn er vor dem Invaliditätseintritt mindestens fünf Jahre in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert war und davon wenigstens für drei Jahre Pflichtversicherungs-Beiträge entrichtet hat. Selbstständige, Hausfrauen und -männer, aber auch Kinder haben bis auf wenige Ausnahmen in der Regel keinen Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente.

Diverse Absicherungs-Möglichkeiten

Auch die sonstigen Sozialversicherungen, wie die gesetzliche Pflege- und Krankenversicherung bieten keinen Rundumschutz im Invaliditäts- und/oder Pflegefall. Mögliche finanzielle Versorgungslücken lassen sich jedoch mit entsprechenden privaten Versicherungslösungen wie einer privaten Berufs-, Erwerbs- und/oder Unfallversicherung sowie einer privaten Pflegezusatz- oder Krankentagegeld-Police ausgleichen.

Je jünger man beim Abschluss eines solchen Vertrages ist, desto niedriger ist üblicherweise auch die Prämie. Außerdem ist in jungen Jahren das Risiko, an Krankheiten oder Unfallfolgen zu leiden, die den Versicherungsabschluss teurer oder gar unmöglich machen, gering.

Inwieweit eine finanzielle Versorgungslücke im Einzelfall besteht und mit welchen privaten Versicherungspolicen sich diese absichern lässt, kann bei einem Beratungsgespräch mit einem Versicherungsexperten geklärt werden.

Warum das österreichische Rentensystem besser ist

1.2.2016 (verpd) Wissenschaftler haben vor Kurzem eine Studie vorgestellt, die die Alterungssicherungs-Systeme Deutschlands und Österreichs gegenüberstellt. Betrachtet man die Entwicklung der letzten 15 Jahre, dann zeigt sich demnach, dass die Rentenperspektiven für die Menschen in Österreich deutlich günstiger sind als in Deutschland.

Ein Team deutscher und österreichischer Wissenschaftler hat jüngst eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung präsentiert, die die Alterungssicherungs-Systeme in Deutschland und Österreich gegenüberstellt und Stärken und Schwächen herausarbeitet. Zwar sind sich die beiden Nachbarländer sozial, wirtschaftlich und politisch sehr ähnlich, doch sind sie bei den Reformen ihrer Rentensysteme ganz unterschiedliche Wege gegangen.

Österreich habe nach wie vor weitgehend auf die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung (GRV) – in Österreich wird die GRV als gesetzliche Pensionsversicherung bezeichnet – gesetzt. Dagegen wurde in Deutschland das Niveau der gesetzlichen Rentenversicherung, die erste Säule des Drei-Säulen-Systems zur Alterssicherung in Deutschland, deutlich reduziert, um die Beiträge zu stabilisieren. Dabei hätten die deutlich höheren Beiträge zur GRV in Österreich der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes nicht geschadet.

Klarer Sieger

Einen wichtigen Grund für das schwächere Abscheiden des deutschen Alterssicherungs-Systems sehen die Autoren darin, dass sich die Erwartungen, die mit dem schrittweisen Einstieg zur Jahrtausendwende in die ergänzende kapitalgedeckte Altersversorgung verbunden gewesen seien, nicht erfüllt hätten. Die staatlich geförderte zweite Säule (betriebliche Altersversorgung) und die ebenfalls geförderte private dritte Säule (Riester-Rente) hätten die Reduzierungen in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht ausgleichen können.

So hätten im Jahr 2013 in Deutschland langjährig rentenversicherte Männer (mindestens 35 Jahre) und besonders langjährig versicherte Männer (mindestens 45 Jahre), die neu in Rente gegangen seien, im Durchschnitt eine monatliche Altersrente von 1.050 Euro bezogen. In Österreich sei ein vergleichbarer Neurentner dagegen auf eine Monatsrente von 1.560 Euro gekommen – und das im Gegensatz zu Deutschland mit 14 Auszahlungen im Jahr. Dies resultiere aus den deutlich höheren Beiträgen zur gesetzlichen Pensionsversicherung in Österreich.

In Österreich liegt der Beitragssatz für Arbeiter, Angestellte und Freie Dienstnehmer seit dem Jahr 1988 unverändert bei 22,8 Prozent – 12,55 Prozent tragen Dienstgeber und 10,25 Prozent Dienstnehmer. In Deutschland waren die Beiträge zuletzt im Jahr 2015 auf 18,7 Prozent – jeweils 9,38 Prozent zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer – weiter abgesenkt worden. Wer allerdings in Deutschland die Riester-Rente mit einem Beitragsanteil von vier Prozent voll ausschöpft, kommt auf einen ähnlich hohen Gesamtbeitrag wie in Österreich.

Auch beim Rentenniveau schneidet Österreich deutlich besser ab

In der Studie wird auf neue Projektionen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verwiesen, nach denen das Rentenniveau zwischen den beiden Nachbarländern deutliche Unterschiede aufweist. Das Rentenniveau wird dabei als Verhältnis der Rente eines Standardrentners zum mittleren Einkommen dargestellt. Für Österreich weist die OECD ein zukünftiges Rentenniveau von 78,0 Prozent (brutto, vor Steuern und Sozialabgaben) und netto von 91,6 Prozent aus.

Der vergleichbare deutsche Rentner kann danach nur 37,5 Prozent brutto und 50,0 Prozent netto erwarten. Den OECD-Berechnungen liegt ein Rentenalter von 65 Jahren nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittsverdienst zugrunde. In Deutschland, wo die Regelarbeitsgrenze langsam auf 67 Jahre aufwächst, wurde die abschlagsfreie Rente mit 65 Jahren für besonders langjährig Versicherte (45 Jahre) unterstellt. Auch Geringverdiener sind nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler im österreichischen System merklich besser abgesichert.

Die Daten zeigen, dass neben der gesetzlichen und der staatlich geförderten Altersvorsorge, auch eine private Einkommensabsicherung für das Alter notwendig ist, damit wenigstens ein Teil der bisherigen Verdiensthöhe auch im Rentenalter als Einkommen zur Verfügung steht. Die Versicherungswirtschaft bietet diesbezüglich unterschiedlichste Varianten an, sodass mithilfe eines Versicherungsexperten für jeden eine bedarfsgerechte Lösung gefunden werden kann.

Viele unterschätzen ihre eigene Lebenserwartung

1.2.2016 (verpd) In einer aktuellen Studie untersuchte das Marktforschungsinstitut Forsa, von welcher Lebenserwartung die Bürger hierzulande ausgehen. Die Mehrheit der Befragten gaben Werte an, die deutlich unter dem statistischen Lebensalter, das Männer und Frauen der aktuellen Generation im Durchschnitt in Deutschland tatsächlich erreichen werden, lagen.

Bei einer repräsentativen Befragung im Januar 2016 wollte das Marktforschungsinstitut Forsa wissen, wie hoch die Bürger hierzulande die Lebenserwartung einschätzen. Für die Studie befragte Forsa im Auftrag der Initiative „7 Jahre länger“ des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) 1.002 Bürger.

Nur die wenigsten schätzten die Lebenserwartung der Männer und Frauen in Deutschland realistisch ein. Rund 89 Prozent der Befragten gaben eine zu niedrige Lebenserwartung von Männern und sogar 92 Prozent von Frauen an.

Um rund sieben Jahre unterschätzt

Die befragten Männer gingen davon aus, dass Männer hierzulande 77,4 Jahre alt werden. Die tatsächliche durchschnittliche Lebenserwartung beträgt allerdings 84,7 Jahre. Dieser Wert ist der Generationensterbetafel des Statistischen Bundesamts (Destatis) entnommen – hier prognostizieren die Statistiker für jeden Geburtsjahrgang das wahrscheinliche Lebensalter und beziehen dabei auch die in Zukunft zu erwartenden medizinischen und technischen Verbesserungen mit ein. Das heißt, die Männer schätzen die Lebensdauer mehr als sieben Jahre zu niedrig ein.

Nach gravierender war es bei den Frauen. Sie schätzen die Lebenserwartung ihrer Geschlechtsgenossinnen um fast acht Jahre zu niedrig, nämlich auf 80,8 Lebensjahre. Statistisch gesehen liegt die aktuelle Lebenserwartung für Frauen laut Destatis jedoch bei annähernd 88,7 Lebensjahren.

Jede Generation lebt rund 7,5 Jahre länger als die vorherige

Laut GDV ist ein Grund für die Fehleinschätzungen die rasante Entwicklung der Lebenserwartung. Denn statistisch gesehen steigt jedes Jahr die Lebenserwartung um rund drei Monate Lebenszeit an. „Die Lebenserwartung steigt schneller, als die meisten Leute denken“, betont diesbezüglich Prof. Dr. Jochen Ruß, Geschäftsführer des Instituts für Finanz- und Aktuarwissenschaften.

„Wenn man über die eigene Lebenserwartung nachdenkt, hat man vermutlich oft die Lebensdauer von Menschen der Generation der eigenen Eltern und Großeltern im Hinterkopf“, gibt Ruß zu bedenken und erklärt weiter: „Pro Jahrzehnt gewinnen wir rund 2,5 Jahre an Lebenszeit hinzu.“ Dies hat jedoch zur Folge, dass jede Generation rund 7,5 Jahre länger lebt als die vorherige.

Was eine höhere Lebenserwartung für den Einzelnen bedeutet

Doch was hat die längere Lebenserwartung für Auswirkungen auf den Einzelnen? Wer länger lebt, kann auch mit einer längeren Rentendauer rechnen und braucht demnach für längere Zeit ein entsprechendes Alterseinkommen, um den eigenen Ruhestand sorgenfrei genießen zu können. Mit steigendem Alter nimmt statistisch jedoch auch die Wahrscheinlichkeit zu, ein Pflegefall zu werden.

Für den Einzelnen ist es daher wichtig, schon frühzeitig an eine finanzielle Absicherung für das Alter sowie für den Fall einer eintretenden Pflegebedürftigkeit zu denken. Selbst wer derzeit keinen finanziellen Spielraum dafür sieht, erfährt durch die Beratung eines Versicherungsfachmanns oftmals von Absicherungslösungen, teils sogar mit staatlicher Förderung, auf die er ohne eine gründliche Analyse nicht gekommen wäre.

Klarheit über die individuelle gesetzliche Rentenhöhe

25.1.2016 (verpd) Ob ein gesetzlicher Rentenanspruch auf eine Altersrente besteht und wie hoch dieser ist, hängt von zahlreichen Kriterien ab. Mit zwei aktualisierten Ratgebern, einer für die alten und einer für die neuen Bundesländer, möchte die Deutsche Rentenversicherung den Bürgern in verständlicher Form darlegen, wie sich die Rentenhöhe ermitteln lässt. Es geht aber auch noch einfacher.

Entgeltpunkte, Zugangsfaktor, aktueller Rentenwert – dies sind nur einige wenige Begriffe, die zur Berechnung der voraussichtlichen Rentenhöhe der gesetzlichen Altersrente wichtig sind. Was diese Begriffe im Einzelnen bedeuten und welche Faktoren bei der Rentenberechnung noch eine Rolle spielen, erklärt die Deutsche Rentenversicherung (DRV) in zwei aktualisierte Broschüren – einer für die alten und einer für die neuen Bundesländer.

Mit der Rentenformel bis zur individuellen Rentenhöhe

Diese Ratgeber mit den Titeln „Rente: So wird sie berechnet – alte Bundesländer“ und „Rente: So wird sie berechnet – neue Bundesländer“ stehen kostenlos auf der Webseite des DRV als PDF-Datei zum Download bereit, können aber auch Printversion bestellt werden.

Unter anderem wird die Rentenformel, nach der sich die Rentenhöhe berechnet, erklärt. Des Weiteren wird auf Besonderheiten bei der Rentenermittlung, wie die Anrechnung von Schulausbildungs- und Kindererziehungszeiten, eingegangen. Mit Erklärungen, Beispielen und Tabellen soll jeder Leser unter Berücksichtigung seiner persönlichen Daten die voraussichtliche gesetzliche Rentenhöhe berechnen können.

Die passende Beratung

Es geht jedoch auch einfacher: Wer genau wissen möchte, was er im Rentenalter als Alterseinkommen zu Verfügung haben wird, kann sich von einem Versicherungsfachmann beraten lassen. Dieser kann nicht nur die individuelle gesetzliche Rentenhöhe berechnen, sondern auch das sonstige Einkommen zum Beispiel aus privaten und/oder staatlich geförderten Rentenversicherungen, Kapitalanlagen oder Miet- und Pachteinnahmen mitberücksichtigen.

Außerdem kann der Experte unter Einbeziehung der Inflation feststellen, ob das voraussichtlich verfügbare Gesamteinkommen ausreicht, um den bisherigen Lebensstandard im Alter zu halten, oder ob dazu eine zusätzliche Altersvorsorge notwendig ist.

Krankheitskosten – von den Grenzen der Unzumutbarkeit

25.1.2016 (verpd) Es ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, dass Krankheitskosten, die nicht von einem Krankenversicherer oder einer Krankenkasse übernommen werden, nicht in jedem Fall als außergewöhnliche Belastung steuermindernd geltend gemacht werden können. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit einem kürzlich veröffentlichten Urteil entschieden (Az.: VI R 32/13).

Ein Mann hatte in seiner Einkommensteuer-Erklärung von ihm aufgewendete Krankheitskosten in Höhe von etwas mehr als 140 Euro als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht. Dabei handelte es sich unter anderem um Kosten für eine Zahnreinigung sowie um Zuzahlungen für Medikamente, die nicht von seiner gesetzlichen Krankenkasse übernommen worden waren.

Das Finanzamt war jedoch der Meinung, dass sich die Aufwendungen des Mannes im Rahmen des ihm Zumutbaren gemäß Paragraf 33 Absatz 3 EStG (Einkommensteuergesetz) bewegen würden und lehnte es daher ab, die Kosten als steuermindernd anzuerkennen.

Zumutbare Belastung?

Mit dieser Entscheidung war der gesetzlich Krankenversicherte nicht einverstanden und reichte eine entsprechende Klage vor Gericht ein. Der Mann begründete die Klage unter anderem damit, dass krankheitsbedingte Aufwendungen seines Erachtens grundsätzlich ohne Berücksichtigung einer zumutbaren Belastung im Sinne des Einkommensteuer-Gesetzes steuermindernd geltend gemacht werden könnten.

Denn das Bundesverfassungs-Gericht habe entschieden, dass Krankenversicherungs-Beiträge Teil des einkommensteuer-rechtlich zu verschonenden Existenzminimums seien. Das müsse folglich auch für die von ihm aufgewendeten Kosten gelten. Der Gerichtsfall ging bis zum Bundesfinanzhof (BFH), das oberste Gericht für Steuerangelegenheiten. Dort wiesen die Richter letztendlich die Klage als unbegründet zurück. Die BFH-Richter stellen zwar nicht in Abrede, dass Krankheitskosten im Sinne des Steuerrechts grundsätzlich zu den außergewöhnlichen Belastungen gehören.

Sie schlossen sich jedoch der Meinung des beklagten Finanzamtes an, dass derartige Aufwendungen nur dann zu berücksichtigen sind, wenn sie die Grenze des Zumutbaren gemäß Paragraf 33 Absatz 3 EStG überschreiten. Dem stehen nach Ansicht des BFH auch keine verfassungsrechtlichen Bedenken entgegen. „Denn zum verfassungsrechtlich zu achtenden Existenzminimum, das sich grundsätzlich nach dem im Sozialhilferecht niedergelegten Leistungsniveau richtet, gehören solche Zuzahlungen nicht, weil auch Sozialhilfeempfänger solche zu leisten haben“, so die Richter.

Sache des Gesetzgebers

Im Übrigen sei es dem Gesetzgeber im Rahmen des Zumutbaren grundsätzlich erlaubt, Versicherte zur Entlastung der Krankenkassen und zur Stärkung des Kostenbewusstseins in Form von Zuzahlungen an krankheitsbedingten Aufwendungen zu beteiligen.

Das gelte in dem entschiedenen Fall umso mehr, als dass es sich um einen nur geringen von dem Kläger aufzuwendenden Betrag gehandelt habe.

Übrigens: Eine private Krankenzusatz-Police für gesetzlich Krankenversicherte übernimmt je nach Leistungsvereinbarung auch die Mehrkosten für Medikamente, Zahnersatz, Zahnreinigung und/oder Hilfsmittel wie Brillen, welche die gesetzliche Krankenkasse teilweise oder gar nicht zahlt.

Hinterbliebenenrente trotz kurzer Ehedauer

25.1.2016 (verpd) Witwen- oder Witwerrente wird nur dann gezahlt, wenn die Ehe mindestens ein Jahr lang bestanden hat. Damit soll verhindert werden, dass lediglich aus Versorgungsgründen geheiratet wird. Wenn aber im Einzelfall besondere Umstände vorliegen, die es plausibel machen, dass die Eheleute bereits längere Zeit planten zu heiraten, kann von dieser Regelung abgewichen werden. Dies ist der Tenor eines Urteils des 22. Senats des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg (Az.: L 22 R 89/13).

Nur fünf Monate, nachdem ein Paar im Dezember 2009 geheiratet hatte, verstarb der Ehemann an einem metastasierenden Nierenbeckenkarzinom. Zuvor hatten die beiden rund 20 Jahre zusammengelebt.

Für zwei Jahre war die Frau in eine eigene Wohnung gezogen, weil sie sich mit der Mutter ihres Lebensgefährten nicht verstand. Sie hatte aber weiterhin als Hausfrau für ihn gesorgt und sich in den folgenden Jahren an der Pflege seiner Tante beteiligt.

Keine Zeit zum Heiraten

Die Frau hatte zudem bis zur Geschäftsaufgabe als Angestellte in der Bäckerei ihres Lebensgefährten gearbeitet. Bereits 2008 war eine Heirat geplant gewesen. Dann musste sich ihr Mann zum ersten Mal einer Nierenoperation unterziehen und wurde nach einer Reha als geheilt entlassen.

Die Frau musste sich danach um ihre Tochter kümmern, da diese eheliche Probleme hatte, sodass sie selbst nicht in Hochzeitsstimmung war. Im November 2009 musste ihr Mann sich erneut einer Karzinombehandlung unterziehen.

Von den Ärzten wurde ihnen versichert, dass keine Metastasen vorhanden und die Heilungsaussichten deshalb gut seien. Danach hatten beide beschlossen, schon aus Altersgründen die Heirat nicht länger aufzuschieben, sondern ihre langjährige Liebesbeziehung endlich zu legitimieren.

Zu spät entschlossen

Im Juni 2010, nachdem der Ehemann verstorben war, beantragte die Frau die Witwenrente. Der Rentenversicherungs-Träger sah in der Vermählung allerdings primär eine Versorgungsehe gemäß Paragraf 46 Absatz 2a SGB VI (Sechstes Sozialgesetzbuch) und lehnte die Zahlung einer Witwenrente ab.

Die Klage, die die Frau dagegen angestrengt hatte, wurde vom Sozialgericht Cottbus abgewiesen. Das Landessozialgericht sah dies anders. Eine Gesamtbetrachtung des Einzelfalls sowie der inneren Umstände mit den objektiven Tatbeständen ergäbe, dass es nicht der alleinige oder überwiegende Zweck der Eheschließung gewesen sei, der Klägerin eine Hinterbliebenen-Versorgung zu verschaffen.

Allein mit der Pflege der nicht mit ihr verwandten Tante ihres Lebensgefährten habe die Klägerin gezeigt, dass sie sich um andere Menschen kümmere. Deshalb sei es glaubhaft, dass sie wegen der Eheprobleme ihrer Tochter die eigene Hochzeit aufgeschoben habe.

Verwirklichung einer inneren Liebesbeziehung

So betrachtet, handele es sich bei der Vermählung um emotionale Beweggründe im Rahmen einer Liebesbeziehung mit dem Zweck, eine langjährige eheähnliche Lebensgemeinschaft zu legitimieren. Diese Beweggründe hätten sich bereits vor der zum Tode führenden Erkrankung des Versicherten zur konkreten Heiratsabsicht verdichtetet, die in der dann am 3. Dezember 2009 vollzogenen Eheschließung ihren Abschluss fand.

Die Heirat sei in Verwirklichung einer inneren Liebesbeziehung und aufgrund des insoweit bestandenen sehnlichsten Wunsches des Versicherten erfolgt. Deshalb wurde das Urteil des Sozialgerichts Cottbus aufgehoben und der gesetzliche Rentenversicherungs-Träger zur Zahlung einer Witwenrente ab dem 1. Juni 2010 verurteilt. Eine Revision wurde nicht zugelassen.

Möchte ein Paar – verheiratet oder nicht – sichergehen, dass beim Ableben eines Partners der andere in jedem Fall finanziell abgesichert ist, sollte es entsprechend vorsorgen. Bei einer Risikolebens-Versicherung auf Gegenseitigkeit können beispielsweise beide Partner als versicherte Person eingetragen werden. Stirbt ein Partner, erhält der andere die vereinbarte Leistung. Wer möchte, dass eine Kapital- oder Risikolebens-Versicherung im Todesfall nur an den Lebenspartner oder Ehepartner ausgezahlt wird, kann den Partner als Bezugsberechtigten namentlich einsetzen lassen.

Altersvorsorge minimiert die Steuerlast für Selbstständige

25.1.2016 (verpd) Mit einer staatlich geförderten Altersvorsorge in Form eines Basis- oder Rürup-Rentenvertrages können Selbstständige, aber auch gut verdienende Arbeitnehmer und Beamte von steuerlichen Vorteilen profitieren. Jeder, der in einen entsprechenden Basis-Rentenvertrag einzahlt, kann einen bestimmten prozentualen Anteil der Prämie steuerlich als Sonderausgaben geltend machen. Dieser Anteil ist in 2016 höher als bisher.

Selbständige, aber auch für gut verdienende Arbeitnehmer und Beamte können mit dem Basis-(Rürup-)Rentenvertrag eine staatlich geförderten Altersvorsorge in Anspruch nehmen. Beim Basis-Rentenvertrag handelt es sich um eine private, kapitalgedeckte Rentenversicherung, die bestimmte gesetzliche Kriterien erfüllen muss. So muss nach Erreichen einer festgelegten Altersgrenze eine monatliche, lebenslange Rente an den Rürup-Sparer ausgezahlt werden.

Einem Rürup-Sparer steht es weitestgehend frei, wann und wie viel er in den Basis-Rentenvertrag einzahlt. So sind je nach Vertragsgestaltung zum Beispiel eine Monats-, Jahres- oder auch Einmalprämie möglich. Selbst längere beitragsfreie Zeiträume sind ohne Verlust der steuerlichen Förderung denkbar, wenn dies vertraglich zugelassen ist. Der Staat fördert alle, die einen solchen Vertrag abschließen, mit steuerlichen Vorteilen.

Höhere prozentuale Förderung …

So kann ein festgelegter Prämienanteil, also ein Teil der Prämie, den der Versicherte in den Vertrag einzahlt, als Sonderausgabe steuerlich geltend gemacht werden, was das zu versteuernde Einkommen reduziert.

Seit 2005 steigt der prozentuale Anteil der Prämie, der steuerlich absetzbar ist, jährlich um zwei Prozent, bis im Jahr 2025 schließlich 100 Prozent erreicht sind und die kompletten Aufwendungen für einen Basis-Rentenvertrag im Rahmen der Höchstbeiträge steuerlich abzugsfähig sind.

Dieser steuerlich absetzbare Prämienanteil ist dementsprechend von 80 Prozent in 2015 auf nunmehr 82 Prozent in 2016 gestiegen.

… und ein betragsmäßig gestiegener Steuervorteil

Zudem hat sich der Höchstbeitrag, den ein Sparer in einen Rürup-Rentenvertrag pro Jahr einzahlen kann, und nachdem sich somit der maximale Steuervorteil berechnet, erhöht. Zum 1. Januar 2016 ist der Höchstbetrag, den ein Rürup-Sparer maximal in einen Basis- beziehungsweise Rürup-Rentenvertrag einzahlen kann, für Alleinstehende von 22.172 Euro in 2015 auf nunmehr 22.766 Euro gestiegen. Für zusammen veranlagte Ehegatten stieg der Höchstbetrag von 44.344 in 2015 auf 45.532 Euro in 2016.

In 2016 beträgt demnach der abzugsfähige Höchstbeitrag für Alleinstehende maximal 82 Prozent von 22.766 Euro, also 18.668 Euro. Letztes Jahr waren es noch 17.738 Euro. Bei zusammen veranlagten Ehepaaren verdoppelt sich der absetzbare Betrag in diesem Jahr entsprechend auf 37.336 Euro (82 Prozent von 45.532 Euro).

Wie hoch die steuerlichen Vorteile im Einzelnen sind und inwieweit bei der Vertragsgestaltung beispielsweise eine zusätzliche Hinterbliebenen- und/oder Berufsunfähigkeits-Absicherung sinnvoll ist, kann ein Versicherungsexperte in einem individuellen Beratungsgespräch klären.

Weniger Lohnabzüge durch die betriebliche Altersvorsorge

18.1.2016 (verpd) Seit dem 1. Januar 2016 können Arbeitnehmer durch eine Gehaltsumwandlung bei der betrieblichen Altersvorsorge noch mehr Steuern und Sozialabgaben sparen als dies in 2015 möglich war. Denn durch die zum Jahreswechsel gestiegene Beitragsbemessungs-Grenze für die gesetzliche Rentenversicherung ist auch der betragsmäßige Wert, den jeder Arbeitnehmer sozialabgaben- und steuerfrei in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen kann, gestiegen.

Im Internetauftritt des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ist zu lesen, dass das Durchschnittsalter der Bevölkerung stetig steigt. Außerdem kommen bei der gesetzlichen Rentenversicherung „immer weniger Beitragszahler auf immer mehr Rentenempfänger. Um die jüngere Generation nicht zu überfordern, ist es deshalb unausweichlich, dass in Zukunft die Renten weniger stark steigen als bisher. Damit ist zusätzliche Altersvorsorge notwendig, um auch im Alter den gewohnten Lebensstandard aufrechterhalten zu können“.

Eine Form der auch vom Staat mit Steuererleichterungen geförderten zusätzlichen Altersvorsorge ist die betriebliche Altersvorsorge (bAV).

Es gibt einen Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge

Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer einen Anspruch darauf, dass ihm sein Arbeitgeber eine bAV anbietet. Der Arbeitnehmer kann zum Beispiel durch eine Gehaltsumwandlung, also durch die Einzahlung von Teilen seines Gehaltes oder Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld in einen entsprechenden bAV-Vertrag eine Zusatzrente aufbauen.

Welche Form der betrieblichen Altersvorsorge dem Arbeitnehmer zur Verfügung steht, entscheidet der Arbeitgeber. Beispielsweise ist die Einzahlung in einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder eine Direktversicherung möglich. Bietet der Arbeitgeber von sich aus keine bAV an, können Arbeitnehmer eine Entgeltumwandlung über eine Direktversicherung fordern. Arbeitnehmer, die noch keine bAV-Vorsorge haben, sollten sich bei ihrem Arbeitgeber erkundigen, welche betriebliche Altersversorgung dieser anbietet.

Ein Versicherungsfachmann kann in einem Beratungsgespräch aufzeigen, wie ein Arbeitnehmer die vollen Fördermöglichkeiten, die der Staat für die Altersvorsorge bietet, ausschöpfen kann. Auch ein Arbeitgeber, der für seine Mitarbeiter noch keine bAV anbietet, kann bei einem Versicherungsfachmann die detaillierten Vorteile der verschiedenen bAV-Lösungen erfahren. Eine betriebliche Altersvorsorge bietet nämlich diverse Vorteile für Arbeitnehmer, aber auch für Arbeitgeber.

Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

So kann der Arbeitnehmer beispielsweise durch Steuer- und Sozialversicherungs-Ersparnisse für die Beiträge, die er in Form einer Gehaltsumwandlung in die bAV einzahlt, seine Abzüge vom Bruttolohn mindern. Nach der aktuellen gesetzlichen Regelung sind Beiträge in Höhe von vier Prozent der Beitragsbemessungs-Grenze West der Rentenversicherung steuer- und sozialversicherungsfrei.

Die Beitragsbemessungs-Grenze in der gesetzlichen Rentenversicherung West wurde von 72.600 Euro in 2015 zum 1. Januar 2016 auf nunmehr 74.400 Euro angehoben. Arbeitnehmer können demnach vier Prozent davon, also statt 2.904 Euro in 2015 nun 2.976 Euro in 2016, steuer- und sozialabgabenfrei sowie weitere 1.800 Euro steuerfrei in einen bAV-Vertrag in Form einer Pensionskasse, eines Pensionsfonds oder einer Direktversicherung einzahlen.

Arbeitgeber wiederum können die Beiträge zur bAV als Betriebsausgaben geltend machen und Lohnnebenkosten durch Einsparungen von Sozialversicherungs-Beiträgen reduzieren. Außerdem unterstützt eine bAV eine langfristige Mitarbeiterbindung.

Durchschnittliche Altersrente liegt bei unter 810 Euro

18.1.2016 (verpd) Nach den aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung erhielten 2014 mehr als 17,8 Millionen Bürger in Deutschland eine Altersrente. Im Durchschnitt betrug die Rentenhöhe je Bezieher 805 Euro monatlich. Frauen hatten im Durchschnitt sogar deutlich weniger.

Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung bekamen Ende 2014 17,85 Millionen Bürger eine gesetzliche Altersrente von durchschnittlich 805 Euro im Monat. Allerdings ist der Unterschied der ausbezahlten Rentenbeiträge zwischen Mann und Frau enorm. Während in den alten Bundesländern die Männer im Durchschnitt 1.020 Euro monatliche Altersrente erhielten, betrug die Rentenhöhe bei den Frauen nur 566 Euro. In Ostdeutschland erhielten die Männer eine durchschnittliche Altersrente von 1.111 Euro und die Frauen 824 Euro.

Noch niedriger war im Durchschnitt die Rentenhöhe für die rund 823.600 Rentenbezieher, die 2014 erstmalig eine Altersrente bekommen haben. Die monatliche Altersrente betrug bei den Rentenneuzugängen insgesamt durchschnittlich 752 Euro. In Westdeutschland erhielten die Männer eine durchschnittliche monatliche Altersrente von 980 Euro und die Frauen von 485 Euro. In Ostdeutschland betrug die monatliche Rentenhöhe bei den Männern im Durchschnitt 952 Euro und bei den Frauen 838 Euro.

Diverse Varianten der Altersrente

Unter den Begriff der Altersrente fallen verschiedene Rentenformen der gesetzlichen Rentenversicherung, darunter beispielsweise die Regelaltersrente. Einen Anspruch auf eine Regelaltersrente hat nur derjenige, der die Regelaltersgrenze erreicht hat und die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt – also beispielsweise so lange in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt hat.

Die Regelaltersgrenze lag bei Personen, die vor dem 1. Januar 1947 geboren sind, bei 65 Jahren. Für alle zwischen dem 1. Januar 1947 bis einschließlich 31. Dezember 1963 Geborenen erhöht sie sich seit dem Jahr 2012 stufenweise von 65 auf 67 Jahre. Für Personen, die ab 1964 auf die Welt kamen, gilt die Regelaltersgrenze von 67 Jahren.

Zum Begriff Altersrente zählt auch die Altersrente für langjährig Versicherte. Anspruch darauf haben nur Personen, die mindestens 35 Jahre Wartezeit in der Rentenversicherung vorweisen können und das 63. Lebensjahr vollendet haben. Eine Rente ohne Abzüge erhält zudem nur derjenige, der auch die Regelaltersgrenze erreicht hat. Weitere Altersrentenarten sind die Altersrente für Schwerbehinderte, wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit, für langjährig Beschäftigte unter Tage sowie die vorzeitige Altersrente für Frauen bis Jahrgang 1951.

Altersrenten deutlich unter bisherigen Verdienst

Die ausbezahlten Rentenhöhen erreichen bei Weitem nicht das Einkommen eines gesetzlich rentenversicherten Arbeitnehmers. Im Durchschnitt lag das durchschnittliche Bruttoarbeitseinkommen eines Arbeitnehmers, der 2014 in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert war, nämlich bei 2.904 Euro im Monat, was je nach Lohnsteuerklasse einem Nettoeinkommen zwischen knapp 1.900 bis rund 2.130 Euro entspricht.

Wer sichergehen möchte, dass sein Alterseinkommen auch im Rentenalter ausreicht, um den bisherigen Lebensstandard zu sichern, sollte daher frühzeitig vorsorgen. Um eine ausreichende Altersvorsorge zu planen, ist es prinzipiell wichtig zu wissen, wie groß die individuelle Rentenlücke – also die Differenz zwischen dem letzten Nettogehalt und der gesetzlichen Rente – sein wird.

Bei der Berechnung der persönlichen Rentenlücke und bei Fragen zur richtigen Höhe und der passenden Form einer sinnvollen Altersvorsorge sowie zur optimalen Nutzung von staatlichen Altersvorsorge-Förderungen hilft ein Versicherungsfachmann auf Wunsch weiter.

Wann Rentner eine Einkommensteuer zahlen müssen

11.1.2016 (verpd) Nach Angaben der Bundesregierung können zur Mitte des Jahres rund 21 Millionen Rentner in Deutschland mit einer Rentenerhöhung zwischen vier bis fünf Prozent rechnen. Für manche Rentner hat dies aber auch Nachteile, denn sie werden durch die höhere Rente steuerpflichtig. Denn übersteigt das Jahreseinkommen eines Rentners – inklusive der Altersrente – einen gesetzlich festgelegten Betrag, ist er steuerpflichtig und muss Einkommensteuer zahlen. Die Deutsche Rentenversicherung hat einen kostenlosen Ratgeber herausgebracht, der die Details zur Steuerpflicht für Rentner erklärt.

Hat ein Rentner ein zu versteuerndes Gesamteinkommen, das über den sogenannten Grundfreibetrag liegt, ist er einkommensteuer-pflichtig. Der Grundfreibetrag soll sicherstellen, dass das zum Existenzminimum notwendige Einkommen nicht noch durch Steuern gemindert wird. 2014 betrug der jährliche Grundfreibetrag 8.354 Euro, 2015 8.472 Euro und für 2016 sind es 8.652 Euro.

Zu versteuerndes Einkommen bei Rentnern

Das zu versteuernde Einkommen bei Rentnern setzt sich nicht nur aus Alters- und Betriebsrentenbezügen, sondern auch aus eventuell vorhandenen Miet-, Pacht- und/oder Kapitaleinkünften zusammen. Allerdings sind aktuell die gesetzlichen Rentenbezüge nur zum Teil steuerpflichtig. Davon werden bestimmte Ausgaben wie Werbungskosten, außergewöhnliche Belastungen sowie Ausgaben für hauhaltsnahe Dienstleistungen (Kosten für eine Haushaltshilfe) und/oder Handwerkerkosten abgezogen.

Auch die sogenannten Sonderausgaben und Vorsorgeaufwendungen, dazu zählen unter anderem Beiträge zur gesetzlichen und/oder privaten Kranken- und Pflegeversicherung sowie zur Unfall- und oder Haftpflichtversicherung, reduzieren das zu versteuernde Einkommen.

Wann im Detail ein Rentner steuerpflichtig wird und welcher Teil seiner Renten dann zu versteuern ist, erklärt die Broschüre „Versicherte und Rentner: Informationen zum Steuerrecht“ der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Sie kann kostenlos im Webportal der DRV heruntergeladen werden. Unter anderem wird hier die seit 2005 geltende nachgelagerte Besteuerung beschrieben.

Gesetzliche Rente anteilig steuerpflichtig

2005 unterlagen 50 Prozent der gesetzlichen Renteneinkünfte der Besteuerung. Seitdem stieg und steigt der Anteil der Rente, der einer Besteuerung unterliegt, bis zum Jahr 2020 jährlich um jeweils zwei Prozent und danach bis zum Jahr 2040 um jeweils ein Prozent. Der Anteil der steuerpflichtigen Rente ist somit abhängig vom Jahr des erstmaligen Rentenbezugs und gilt für die gesamte Rentenbezugszeit.

Wer beispielsweise 2006 erstmalig eine gesetzliche Rente erhielt, muss jedes Jahr maximal 52 Prozent seiner Rente versteuern. Wer 2016 zum ersten Mal eine gesetzliche Rente erhält, hat einen Besteuerungsanteil von 72 Prozent.

Das heißt, grundsätzlich müssen Neurentner, die 2016 erstmalig eine Altersrente erhalten, 28 Prozent der Rente nicht versteuern. Wer erstmalig 2040 oder danach eine gesetzliche Rente erhält, muss dann seine gesetzliche Rente komplett, also zu 100 Prozent versteuern.

Pauschalbeträge für Werbungskosten und Sonderausgaben

Hat ein Rentner außer den Vorsorgeaufwendungen für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung keine weiteren Ausgaben, wird ein Pauschalbetrag für Werbungskosten von 102 Euro und eine Sonderausgabenpauschale von 36 Euro steuerlich anerkannt.

Das bedeutet, ein Rentner, der 2016 erstmalig in Rente geht und nur die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung sowie die genannten Pauschalbeträge steuerlich geltend machen kann, muss bereits ab einem monatlichen Einkommen von knapp unter 1.200 Euro Steuern zahlen. Denn dann liegt das zu versteuernde Einkommen auch unter Berücksichtigung der Abzüge über dem Grundfreibetrag.

Bis zu welcher Bruttojahresrente im Einzelfall keine Steuern zu zahlen sind, hängt allerdings von diversen persönlichen Merkmalen ab.

In Deutschland werden wieder mehr Kinder geboren

11.1.2016 (verpd) Frauen bekommen hierzulande wieder mehr Kinder, dies zeigen aktuell vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichte Daten. Damit eine Mutterschaft für Frauen hinsichtlich ihrer Rentenansprüche nicht zum Nachteil wird, gilt es frühzeitig vorzusorgen.

Die sogenannte zusammengefasste Geburtenziffer ist in 2014 auf 1,47 Kinder je Frau angestiegen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) vor Kurzem mitteilte. Dies war der dritte Anstieg in Folge und der bisher höchste im wiedervereinigten Deutschland gemessene Wert.

Im Vergleich zu 2013 wurden 2014 somit 56 Babys pro 1.000 Frauen mehr geboren. Nach früheren Angaben von Destatis stieg die Zahl der Geburten in 2014 somit um rund 33.000 oder 4,8 Prozent auf knapp 715.000 an.

Frauen werden immer später Mütter

Das durchschnittliche Alter der Mütter bei der ersten Geburt steigt immer weiter an, wie aus dem Destatis-Datenmaterial weiter hervorgeht. In 2014 bekamen Mütter im Durchschnitt ihr erstes Kind mit 29,5 Jahren. Dies waren zwei Monate später als noch 2013. Dementsprechend nahm die Geburtenhäufigkeit bei den Frauen der Jahrgänge 1976 bis 1985 besonders stark zu. Diese Frauen waren 2014 zwischen 29 und 36 Jahre alt. „Ihre bisher aufgeschobenen Kinderwünsche realisieren sie nun verstärkt im höheren gebärfähigen Alter“, stellte das Statistische Bundesamt fest.

Beim zweiten Kind waren die Mütter in 2014 im Durchschnitt 32 Jahre alt (plus ein Monat gegenüber 2013). Beim dritten Kind ergab sich ein wenig veränderter Alterswert von gut 33 Jahren. Die sogenannte zusammengefasste Geburtenziffer gibt laut Destatis an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommen würde, wenn ihr Geburtenverhalten so wäre wie das aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren im jeweils betrachteten Jahr.

Dagegen könne die Frage, wie viele Kinder ein Frauenjahrgang im Durchschnitt tatsächlich geboren habe, erst beantwortet werden, wenn die Frauen das (statistische) Ende des gebärfähigen Alters von 49 Jahren erreicht hätten. Frauen des Jahrganges 1965 waren im vergangenen Jahr 49 Jahre alt geworden. Sie haben im Laufe ihres bisherigen Lebens im Durchschnitt 1,55 Kinder zur Welt gebracht.

Wichtige Altersvorsorge für Mütter

Trotz der bei der gesetzlichen Rentenversicherung eingeräumten Kindererziehungszeiten und Mütterrente sollten junge Frauen schon frühzeitig für ihr Alterseinkommen vorsorgen. Denn sowohl das Einkommen als auch die Altersrente ist bei Frauen im Durchschnitt erheblich niedriger als bei Männern. Eine Ursache liegt unter anderem in der Erwerbsbiografie vieler Frauen.

Beispielsweise waren laut Destatis 2012 rund 40 Prozent der Frauen mit minderjährigen Kindern nicht erwerbstätig, bei den Männern dagegen „nur“ 16 Prozent. Die Mehrheit der erwerbstätigen Frauen arbeitete je nach Alter des Kindes in Teilzeit. Bei den Männern lag der Anteil zwischen fünf und sechs Prozent. Nur etwa 20 Prozent der Mütter, die in Teilzeit arbeiten, wechseln nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) später wieder in eine Vollzeitstelle.

Rentenexperten empfehlen daher, dass Frauen so frühzeitig wie möglich für das Alter vorsorgen. Eine Grundvoraussetzung für die Wahl der richtigen Höhe und passenden Form der Altersvorsorge, ist zu wissen, wie hoch die individuelle gesetzliche Rente voraussichtlich sein wird. Hilfe dazu gibt es beim Versicherungsfachmann. Laut GDV ist es besonders wichtig, dass eine zusätzliche Altersvorsorge auch während der Elternzeit und/oder während einer Teilzeitbeschäftigung fortgeführt wird.

Schlechte Rentenaussichten für nachfolgende Generationen

4.1.2016 (verpd) Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat vor Kurzem ihren sechsten Bericht zur Entwicklung der Alterssicherungssysteme in insgesamt 34 Ländern des OECD-Raums und der Gruppe der G20-Staaten vorgelegt. Ein Ergebnis ist, dass unter anderem auch in Deutschland die jüngeren Generationen mit weit weniger Altersbezügen rechnen können als die derzeitigen Rentenbezieher.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) untersucht alle zwei Jahre die Bevölkerungsentwicklung sowie die Änderungen in der Rentenpolitik in 34 OECD-Ländern sowie in den G20-Staaten. Der erst kürzlich veröffentlichte aktuelle sechste Bericht zur Entwicklung der Alterssicherungssysteme enthält unter anderem verschiedene Prognosen bis ins Jahr 2075. Den Staaten ist demnach gemeinsam, dass sie sich einer alternden Bevölkerung gegenübersehen, worauf im Kern mit einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit reagiert wird.

Altersquotient steigt an

Die OECD-Rentenexpertin Monika Queisser erklärte bei der Präsentation der Studie, dass es im Grunde nach bei den staatlichen Alterssicherungs-Systemen nur drei Stellschrauben gebe: die Höhe der Beiträge und der staatlichen Zuschüsse, die Regelarbeitsgrenze und das davon abgeleitete Rentenniveau.

Nach den Langfrist-Projektionen bis zum Jahr 2075 wird der sogenannte Altersquotient in Deutschland auf 66,3 Prozent ansteigen. Dieser gibt an, wie viele über 65-jährige Menschen auf 100 Menschen im arbeitsfähigen Alter zwischen 20 und 64 Jahren kommen. Der für Deutschland prognostizierte Wert von 66,3 Prozent bedeutet, dass 2075 auf drei Personen im erwerbsfähigen Alter bereits zwei über 65-Jährige entfallen. 1975 hatte der Quotient noch bei 26,3 Prozent und 2015 bei 35.3 Prozent gelegen.

OECD-weit verschlechtert sich die Quote von 27,6 Prozent im Jahr 2015 auf 55,4 Prozent im Jahr 2075. Die größten Probleme mit der Bevölkerungsstruktur dürften nach der Projektion im Jahr 2075 Portugal (75,6 Prozent), Japan (77,2 Prozent) und Korea (80,1 Prozent) bekommen.

Risiko von Altersarmut wird zunehmen

Queisser zufolge haben die Reformen der vergangenen Jahre insgesamt die Rentensysteme in den OECD-Ländern auf finanziell solidere Basis gestellt. „Rentner genießen heute einen höheren Lebensstandard als jemals zuvor.“ Die Altersbezüge zukünftiger Generationen dürften allerdings weit weniger großzügig ausfallen. „Für viele Menschen wird das Risiko von Altersarmut zunehmen“, erklärte Queisser.

Die Altersarmut in Deutschland liegt dem Rentenbericht zufolge zwar unter dem OECD-Durchschnitt, sie ist aber deutlich höher als in Nachbarländern wie Frankreich, den Niederlanden oder Dänemark.

In Deutschland kommt ein Durchschnittsverdiener bei einer vollständigen Erwerbsbiografie in der Rentenphase auf 53,4 Prozent seines früheren Nettoarbeitsverdienstes. Insgesamt liegt hier das OECD-Niveau im Durchschnitt mit 63 Prozent jedoch deutlich höher. Unter Einbeziehung der Riester-Rente käme aber der oben genannte Durchschnittsverdiener auf ein Rentenniveau, das nur knapp unterhalb des OECD-Durchschnitts liegt. Für Geringverdiener mit nur 50 Prozent des Durchschnittlohns liegt das Rentenniveau allerdings deutlich unter dem OECD-Durchschnitt.

Die atypische Beschäftigung greift um sich

Der aktuelle OECD-Rentenbericht befasste sich schwerpunktmäßig mit den Auswirkungen unterbrochener Erwerbsbiografien auf spätere Rentenansprüche. „Bei kurzer Arbeitslosigkeit müssen Arbeitnehmer in Deutschland so gut wie keine Einbußen bei den Rentenansprüchen hinnehmen“, hält der Bericht fest. Und auch bei längerer Arbeitslosigkeit würden die Einbußen bei der Rente in Deutschland geringer ausfallen als in den meisten OECD-Ländern.

„Dagegen bereitet die Zunahme atypischer Beschäftigung Anlass zur Sorge“, erklärte Queisser. Nicht nur in Deutschland würden Standard-Erwerbsbiografien mit langen Beitragszeiten zunehmend durch befristete Beschäftigung oder Teilzeitarbeit abgelöst. Auch die Soloselbstständigkeit nehme zu.

Wer für seine persönliche Situation wissen möchte, ob die voraussichtliche gesetzliche Rente ausreicht, um den bisherigen Lebensstandard zu halten, kann dies in einem Beratungsgespräch mit einem Versicherungsfachmann klären. Der Experte hilft auch bei der Frage, welche individuellen, teils staatlich geförderten Altersvorsorgeformen infrage kommen, wenn voraussichtlich eine Lücke zwischen dem zu erwartenden Renteneinkommen und dem eigentlich notwendigen finanziellen Bedarf besteht.

Was sich bei den Sozialversicherungs-Beiträgen ändert

4.1.2016 (verpd) Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Beitragssätze der Sozialversicherungen mit Ausnahme der gesetzlichen Krankenversicherung für 2016 gleich geblieben. Nur der Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung kann sich je nach Krankenkasse ändern. Erhöht haben sich jedoch alle Beitragsbemessungs-Grenzen, was zur Folge hat, dass gut verdienende Arbeitnehmer zum Teil höhere Beiträge für die Sozialversicherungen zahlen als noch letztes Jahr.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen normalerweise die Beiträge für die gesetzliche Renten-, Pflege- und Arbeitslosen-Versicherung je zur Hälfte. Die Beitragssätze für die genannten Sozialversicherungen haben sich für 2016 im Vergleich zu 2015 nicht geändert. Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen für die gesetzliche Rentenversicherung jeweils 9,35 Prozent (sind insgesamt 18,7 Prozent) und für die gesetzliche Arbeitslosen-Versicherung jeweils 1,5 Prozent (sind insgesamt 3,0 Prozent) zahlen.

Für die gesetzliche Pflegeversicherung werden jeweils 1,175 Prozent (sind insgesamt 2,35 Prozent) berechnet. Da in Sachsen nicht wie in den anderen Bundesländern zur Finanzierung der Pflegeversicherung ein Feiertag abgeschafft wurde, tragen die Arbeitnehmer mit 1,675 Prozent einen höheren Anteil vom Einkommen als die Arbeitgeber mit nur 0,675 Prozent. Alle kinderlose Arbeitnehmer ab 23 Jahren zahlen wie bisher zudem einen Zuschlag von 0,25 Prozent. Änderungen beim Beitragssatz gibt es für viele gesetzlich Krankenversicherte.

Zahlreiche Krankenkassen erhöhen ihren Beitragssatz

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt der gesetzlich festgelegte Beitragssatz insgesamt 14,6 Prozent und ist jeweils zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu zahlen. Der Arbeitgeber trägt demnach 7,3 Prozent.

Der Arbeitnehmer muss ebenfalls 7,3 Prozent seines Bruttoeinkommens zahlen, allerdings kann die gewählte Krankenkasse, wenn ihre finanzielle Lage es erfordert, vom Arbeitnehmer, nicht jedoch vom Arbeitgeber zusätzlich einen Zusatzbeitragssatz erheben.

Bereits im vergangenen Jahr hat die Mehrheit der Krankenkassen einen solchen Zusatzbeitragsatz in Höhe zwischen 0,3 bis 1,3 Prozent verlangt. Einige dieser Krankenkassen haben in 2016 ihren bisherigen Zusatzbeitragsatz zudem angehoben.

Höhere Beitragsbemessungs-Grenzen

Die Höhe der Sozialversicherungs-Beiträge, die der Arbeitnehmer zu zahlen hat, ergibt sich aus dem beitragspflichtigen Einkommen des Arbeitnehmers und dem jeweiligen Beitragssatz der Sozialversicherung.

Die Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung werden jedoch nur bis zu einer bestimmten Einkommensobergrenze, der sogenannten Beitragsbemessungs-Grenze erhoben.

Im Vergleich zu 2015 sind in 2016 die Beitragsbemessungs-Grenzen bei allen Sozialversicherungen höher. Für die gesetzliche Renten- und Arbeitslosen-Versicherung ist die Beitragsbemessungs-Grenze in Westdeutschland von 6.050 Euro auf 6.200 Euro und in Ostdeutschland von 5.200 Euro auf 5.400 Euro gestiegen. Bei der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung wurde sie in Ost- und Westdeutschland von 4.125 Euro in 2015 auf 4.237,50 Euro in 2016 angehoben.

Besserverdiener müssen mehr zahlen

Die Sozialversicherungs-Beiträge für Besserverdienende berechnen sich also maximal aus der Beitragsbemessungs-Grenze. Das Einkommen, das über diesem Grenzwert liegt, wird bei der Beitragsberechnung nicht berücksichtigt. Steigt jedoch die Beitragsbemessungs-Grenze, steigt entsprechend auch der Beitrag, den ein gut verdienender Arbeitnehmer, dessen Gehalt mindestens so hoch wie die Grenze ist, zahlen muss.

Wer in Westdeutschland wohnt und ein Bruttoeinkommen ab 6.200 Euro hat, muss aufgrund der Erhöhung der Beitragsbemessungs-Grenzen demnach mindestens 25,80 Euro im Monat mehr zahlen. Das setzt sich wie folgt zusammen: 16,28 Euro mehr für die Renten- und Arbeitslosen-Versicherung und 9,53 Euro mehr für die Pflege- und Krankenversicherung – hier wurde der mögliche Krankenkassen-Zusatzbeitrag noch nicht mit berücksichtigt.

Ostdeutsche Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen ab 5.400 Euro müssen mindestens 31,20 Euro im Monat mehr zahlen. Insgesamt sind es 21,70 Euro mehr für die Renten- und Arbeitslosen-Versicherung und ebenfalls 9,53 Euro mehr für die Pflege- und Krankenversicherung – auch hier wurde der mögliche Krankenkassen-Zusatzbeitrag noch nicht mit berücksichtigt.

Höhere Arbeitgeberzuschüsse für privat Krankenversicherte

Übrigens: Für Arbeitnehmer, die nicht gesetzlich, sondern privat pflege- und krankenversichert sind, erhöht sich aufgrund der geänderten Beitragsbemessungs-Grenze der monatliche Zuschuss, den der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber für die private Krankenversicherung erhält.

In 2015 zahlte der Arbeitgeber noch 301,13 Euro (7,3 Prozent der Beitragsbemessungs-Grenze in 2015 von 4.125,00 Euro), 2016 sind es nun 309,34 Euro (7,3 Prozent der Beitragsbemessungs-Grenze in 2016 von 4.237,50 Euro).

Zur privaten Pflegeversicherung bekommt der Arbeitnehmer seit 2016 im Monat nicht mehr 48,47 Euro wie in 2015, sondern 49,79 Euro beziehungsweise in Sachsen 28,60 Euro vom Arbeitgeber dazu (1,175 Prozent bundesweit beziehungsweise 0,675 Prozent in Sachsen von 4.237,50 Euro).

Arbeitsunfall im Homeoffice

4.1.2016 (verpd) Heim- oder Telearbeiter sind grundsätzlich wie ein Angestellter bei einem Arbeitsunfall gesetzlich unfallversichert. Wann ein Unfall zu Hause jedoch als Arbeitsunfall gilt, hängt von diversen Kriterien ab.

Grundsätzlich steht jeder Arbeitnehmer unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung – egal wie viel er verdient, ob die Beschäftigung dauerhaft oder nur vorübergehend ist und an welchem Ort in Deutschland sich der Arbeitsplatz befindet. Wichtig ist jedoch, dass sich der Unfall im Zusammenhang mit einer beruflichen und damit versicherten Tätigkeit ereignet hat.

Nach Angaben des Spitzenverbands der gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV) fallen diesbezüglich alle Tätigkeiten, die in einem inneren Zusammenhang mit der Arbeit stehen, unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Dazu zählen nicht nur die Tätigkeiten, die im Arbeitsvertrag genannt werden, sondern auch Arbeiten, die zu erledigen sind, um die berufliche Tätigkeit erfüllen zu können.

Wann kein gesetzlicher Unfallschutz besteht

Dies kann zum Beispiel der Transport oder die Instandhaltung eines notwendigen Arbeitsgeräts wie eines PCs oder eines Druckers sein. Auch Dienstreisen und die Wege vom Büro zum Betrieb, zum Beispiel um an einer vom Arbeitgeber angeordneten Besprechung teilzunehmen, sind laut DGUV versichert.

Nicht unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung fallen jedoch alle privaten Erledigungen, für die der Arbeitnehmer beziehungsweise Heimarbeiter seine dienstliche Tätigkeit unterbricht. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn ein Heimarbeiter während der Fahrt zur Firma oder zu einem Kunden noch schnell einkaufen geht und dabei verunglückt.

Auch wenn der häusliche Dienstbereich verlassen wird, erlischt der gesetzliche Unfallschutz, wenn seine Tätigkeit in keinem sachlichen Zusammenhang mit der Arbeit steht. Kein Versicherungsschutz besteht beispielsweise, wenn der Heimarbeiter das Arbeitszimmer verlässt und auf dem Weg zum Badezimmer oder zur Toilette verunfallt.

Absicherung für alle Fälle

Aber auch wenn ein Verunfallter Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung hat, reichen diese in der Regel nicht aus, um die entstehenden Einkommenseinbußen bei einer vorübergehenden Arbeits- oder einer bleibenden Berufsunfähigkeit auszugleichen. Die private Versicherungswirtschaft bietet jedoch zahlreiche Lösungen an, um sich als Arbeitnehmer gegen die finanziellen Folgen eines fehlenden oder auch unzureichenden gesetzlichen Versicherungsschutzes abzusichern.

So lassen sich beispielsweise mit einer vertraglich vereinbarten Invaliditätssumme aus einer privaten Unfallversicherung unter anderem finanzielle Mehraufwendungen, die eine unfallbedingte Behinderung mit sich bringen kann, wie ein behindertengerechter Wohnungsumbau abdecken.

Mit einer Krankentagegeld-Versicherung lassen sich Einkommenseinbußen bei einer eintretenden zeitlich begrenzten Arbeitsunfähigkeit verhindern. Und selbst für den Fall, dass der Versicherte aufgrund eines Unfalles oder einer Krankheit seinen Beruf überhaupt nicht mehr ausüben kann, sorgt eine bestehende private Berufsunfähigkeits-Versicherung dafür, dass das notwendige Einkommen dauerhaft zur Verfügung steht.

Krankenkassen schreiben fast 400 Millionen Euro Minus

14.12.2015 (verpd) Die gesetzlichen Krankenkassen haben die ersten neun Monate 2015 zwar mit einem Defizit abgeschlossen, sie verfügten per Ende September aber immer noch über hohe Reserven, wie aktuelle Zahlen aus dem Gesundheitsministerium zeigen.

Nach den vorläufigen Finanzergebnissen des ersten bis dritten Quartals haben die gesetzlichen Krankenkassen, die Träger der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), mit 159,06 Milliarden Euro rund 395 Millionen Euro weniger eingenommen als ausgegeben. Die Ausgaben beliefen sich auf circa 159,45 Milliarden Euro. Dies teilte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vor Kurzem mit.

Zwischen Juli und September wurde den Ministeriumsangaben zufolge ein Überschuss von knapp 100 Millionen Euro erzielt, sodass sich das Halbjahresminus von über 490 Millionen Euro etwas verminderte. Ende März hatte sich der Ausgabenüberschuss auf rund 170 Millionen Euro belaufen.

Deutliche Unterschiede je Krankenkasse

Laut BMG lässt sich der negative Saldo weitgehend dadurch erklären, dass etliche Krankenkassen ihre Versicherten durch einen niedrigeren Zusatzbeitrag von durchschnittlich 0,83 Prozent (statt dem bis Ende 2014 geltenden Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent) an ihren hohen Finanzreserven beteiligt hätten. Ohne diesen Sonderfaktor hätten die 123 gesetzlichen Krankenkassen in den ersten neun Monaten einen Überschuss von rund 200 Millionen Euro erwirtschaftet.

Bei den einzelnen Kassenarten gab es erneut höchst unterschiedliche Entwicklungen. So hatten die Knappschaft-Bahn-See und die Landwirtschaftliche Krankenversicherung auf Neunmonatssicht einen Überschuss im mittleren beziehungsweise niedrigen zweistelligen Millionenbereich zu verzeichnen.

Bei den Innungskrankenkassen (IKKen) fiel ein Minus in Höhe von über 200 Millionen Euro an, bei den Betriebskrankenkassen (BKKen) in Höhe von gut 150 Millionen Euro und bei den Ersatzkassen in Höhe von knapp 100 Millionen Euro. Nur einen leicht negativen Saldo gab es bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOKen).

Kostenanstieg um 3,7 Prozent

Das Finanzpolster der gesetzlichen Krankenkassen zum 30. September bezifferte das Ministerium auf 15,3 Milliarden Euro (Vorquartal: 15,2 Milliarden Euro). Der Gesundheitsfonds verzeichnete ein laut BMG „saisonübliches“ Defizit von knapp fünf Milliarden Euro.

Die Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds werde zum Jahresende 2015 eine Höhe von mehr als zehn Milliarden Euro aufweisen, so das Ministerium unter Verweis auf Berechnung des GKV-Schätzerkreises.

Wie das BMG weiter mitteilte, haben sich die Ausgabenzuwächse je Versicherten, die im Gesamtjahr 2014 glatt fünf Prozent betrugen, weiter reduziert. Lag das entsprechende Plus zwischen Januar und Juni noch bei 3,9 Prozent, so waren es in den ersten drei Quartalen nur noch 3,7 Prozent.

In welchen Bereichen die Ausgaben stark angestiegen sind

Im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Vorjahres nahmen die Ausgaben je Versicherten mit knapp über beziehungsweise unter zehn Prozent am stärksten in den Bereichen Schutzimpfungen und Behandlungspflege/häusliche Krankenpflege zu.

Bei den Früherkennungsmaßnahmen und beim Zahnersatz waren insgesamt die Kostensteigerungen mit jeweils rund einem Prozent am niedrigsten. Die Ausgaben für Zahnersatz machen allerdings nach wie vor nur gut ein Prozent der gesamten Ausgaben aus. Auf einen geringen Anteil von rund zwei Prozent kommen auch die Kosten für Behandlungspflege/häusliche Krankenpflege.

Größter Kostenblock waren erneut die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen (rund ein Drittel Anteil), die um etwas über drei Prozent zunahmen. Dahinter folgen der vertragsärztlichen Versorgung zugutekommende Ausgaben sowie diejenigen für Arzneimittel aus Apotheken mit jeweils einem rund halb so hohen Anteil.

Besserung beim Krankengeld

Deutlich weniger ist der Anstieg bei den Krankengeld-Kosten. In den ersten neun Monaten betrug der Zuwachs zwar immer noch fünf Prozent. Allerdings lag das Plus in den vergangenen Jahren deutlich höher, teilweise sogar im zweistelligen Prozentbereich. So hatten sich die GKV-Ausgaben in diesem Bereich in nur zehn Jahren auf rund 10,6 Milliarden Euro (2014) verdoppelt.

Gründe hierfür wurden in einem Sondergutachten, das der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) im Auftrag des BMG erstellt hat, genannt. Wie aus dem Gutachten hervorgeht, liegt der Anstieg des Krankengeldes unter anderem darin begründet, dass das durchschnittliche Erwerbseinkommen als auch die Anzahl gesetzlich krankenversicherter Beschäftigter angestiegen ist.

Zum einen hängt die Höhe des Krankengeldes von der Einkommenshöhe ab, zum anderen erhöht sich mit der steigenden Zahl an Arbeitnehmern auch die Gesamtzahl derer, die erkranken können. Übrigens: Wer als gesetzlich Krankenversicherter die im Vergleich zu den gesetzlichen Krankenkassen umfassenderen Leistungen einer privat Krankenversicherung erhalten möchte, kann eine private Krankenzusatz-Versicherung abschließen. Diese werden für den stationären und den ambulanten Bereich sowie für Behandlungen beim Zahnarzt angeboten.

Ist die nachgelagerte Rentenbesteuerung rechtswidrig?

14.12.2015 (verpd) Die schrittweise ansteigende nachgelagerte Besteuerung von Renteneinkünften verstößt nicht gegen den Gleichheitssatz des Grundgesetzes und führt auch nicht zu einer verfassungswidrigen Doppelbesteuerung. Das geht aus jüngst veröffentlichten Beschlüssen des Bundesverfassungs-Gerichts hervor (AZ.: 2 BvR 2683/11 und weitere), mit denen die Karlsruher Richter die Verfassungsbeschwerden von drei Rentnern nicht zur Entscheidung annahmen.

Mit dem seit 2005 in Kraft getretenen Alterseinkünftegesetz hat die damalige Bundesregierung den schrittweisen Systemwechsel von der vorgelagerten zur nachgelagerten Besteuerung von bestimmten Renteneinkünften eingeführt. Betroffen sind dabei die Rentenbezüge aus der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) und berufsständischen Versorgungswerken.

Bei der nachgelagerten Besteuerung sind zwar die Beiträge zur GRV und zum berufsständischen Versorgungswerk in einem bestimmten Umfang nicht steuerpflichtig. Allerdings unterliegt ab Rentenbeginn ein Teil der erhaltenen Rentenbezüge dann der Einkommensteuer. Dies wollten mehrere Ruheständler, darunter ein ehemals selbstständiger Wirtschaftsprüfer, ein pensionierter Beamter und ein verbeamteter Mediziner nicht hinnehmen.

Weiter Gestaltungsspielraum

Sie hatten Verfassungsbeschwerde gegen diesen Regelungen folgende Finanzgerichts-Urteile und Steuerbescheide eingereicht. Vor Kurzem hat die 1. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungs-Gerichts bekannt gegeben, dass die drei Beschwerden nicht zur Entscheidung angenommen werden.

Laut den veröffentlichten Beschlüssen (AZ.: 2 BvR 2683/11, 2 BvR 1066/10 und 2 BvR 1961/10) sind die streitgegenständlichen Regelungen verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden.

Bei der Neuordnung der einkommensteuer-rechtlichen Behandlung von Altersvorsorge-Aufwendungen und Altersbezügen, die auf eine Entscheidung des Bundesverfassungs-Gerichts vom 6. März 2002 (Az.: 2 BvL 17/99) zurückgeht, steht dem Gesetzgeber nach Ansicht der Karlsruher Richter auch aus Vereinfachungsgründen ein weiter Gestaltungsspielraum zu.

Kein Verstoß gegen Gleichheitssatz

Die unterschiedslose Besteuerung der Alterseinkünfte von vormaligen Arbeitnehmern und vormals selbstständig Tätigen (Paragraf 22 Nummer 1 Satz 3 a) aa) Einkommensteuer-Gesetz) führt nach Ansicht der Karlsruher Richter „nicht zu einer Ungleichbehandlung dieser beiden Personengruppen, weil die Rentenanwartschaften beider in der aktiven Phase unter vergleichbaren Bedingungen aus nicht versteuertem Einkommen gebildet werden können.“

Gleiches gelte dem Grunde nach auch im Verhältnis zwischen vormals Pflichtversicherten und Beamten, die zusätzlich zu ihrer Beamtenversorgung freiwillig Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung entrichtet haben. „Vor diesem Hintergrund durfte der Gesetzgeber – ebenso wie bei Selbstständigen – dem Gesichtspunkt der einfachen und praktikablen Handhabbarkeit der Übergangsregelung eine maßgebliche Bedeutung zumessen“, führt das Bundesverfassungs-Gericht weiter aus.

Denn andernfalls hätte die frühere steuerliche Behandlung der eingezahlten Beiträge eines jeden Steuerpflichtigen nachträglich ermittelt werden müssen. Folglich ist es nach Ansicht des höchsten deutschen Gerichts „mit dem allgemeinen Gleichheitssatz (Artikel 3 Absatz 1 Grundgesetz) vereinbar, dass er Renteneinkünfte aus den verschiedenen Basisversorgungen gleich behandelt, obwohl die hierfür bis 2004 geleisteten Beiträge teilweise in unterschiedlichem Maße steuerentlastet waren“.

Folgerichtige Behandlung von Leibrenten

Auch darin, dass Renten aus privaten Leibrenten-Versicherungen trotz steuerlicher Begünstigung in der Ansparphase im Gegensatz zu auf freiwilligen Beiträgen beruhenden Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung übergangsweise weiterhin nur einer Ertragsanteils-Besteuerung unterworfen bleiben, vermochten die Karlsruher keine verfassungsmäßige Ungleichbehandlung erkennen.

Folgerichtig seien in das neue System Leistungen aus solchen Leibrenten nicht zu überführen, die nach der Übergangsphase nicht durch einen Sonderausgabenabzug steuerlich begünstigt sind und daher auch nicht einer nachgelagerten Besteuerung unterworfen werden könnten.

„Das unterscheidet sie von auf freiwilligen Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung beruhenden Leibrenten, die auch nach neuem Recht als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden können“, erläutern die Karlsruher Richter weiter.

Keine verfassungswidrige Doppelbesteuerung

Eine verfassungswidrige Doppelbesteuerung vermochte das Bundesverfassungs-Gericht ebenfalls nicht zu erkennen. Denn zwei der drei Beschwerdeführer hätten in der Summe bereits mehr Renteneinkünfte steuerfrei erhalten als sie an Beiträgen geleistet hätten.

Bei dem dritten Beschwerdeführer werden die steuerfreien Rentenleistungen nach einer Hochrechnung des Gerichts die Summe seiner geleisteten Rentenversicherungs-Beiträge um die Hälfte übersteigen.

Die Karlsruher Richter stellten weiter heraus, dass die Anhebung des Besteuerungsanteils von der früheren Ertragsanteils-Besteuerung auf 50 Prozent sämtlicher Rückflüsse in der Auszahlungsphase nicht die rechtsstaatlichen Grundsätze des Vertrauensschutzes und des Rückwirkungsverbots verletze. Vielmehr sei dies zur Förderung des Gesetzeszwecks geeignet und erforderlich gewesen und überschreite auch nicht die Grenze der Zumutbarkeit.

Riester Zulage für Ehepartner von Arbeitnehmern

14.12.2015 (verpd) Da die gesetzliche Rente alleine nicht ausreicht, um den Lebensstandard halten zu können, fördert der Staat nicht nur bei Arbeitnehmern die private Altersvorsorge durch Zulagen und Steuererleichterungen. Auch dem Ehepartner steht unter bestimmten Voraussetzungen eine entsprechende Förderung zu.

Wer als Arbeitnehmer für sein Alter mithilfe eines Riester-Vertrages vorsorgt, erhält Förderungen durch den Staat in Form von Zulagen und steuerlichen Vergünstigungen. Doch nicht nur gesetzlich rentenversicherte Beschäftigte wie Arbeitnehmer, auch Beamte und rentenversicherungs-pflichtige Selbstständige haben im Rahmen eines Riester-Vertrags einen Anspruch auf eine staatliche Förderung. Sie gelten als direkt Förderberechtigte.

Der Ehegatte oder bei einer eingetragenen Lebenspartnerschaft der Lebensgefährte eines direkt Förderberechtigten hat unabhängig von seiner beruflichen Tätigkeit ebenfalls Anspruch auf eine staatliche Zulage, wenn er für seine Altersvorsorge einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat. Insgesamt gibt es die Riester-Verträge in vier Varianten, nämlich Riester-Rentenversicherungs-Verträge, Riester-Banksparpläne, Riester-Fondssparpläne und Wohn-Riesterverträge.

Maximale Förderung

Direkt, aber auch indirekt Förderberechtigte, die für sich selbst einen Riester-Vertrag abgeschlossen haben, bekommen eine staatliche Zulage, wenn sie mindestens 60 Euro pro Kalenderjahr als Eigenanteil in den Vertrag einzahlen. Um die volle Förderung zu erhalten, müssen inklusive der staatlichen Zuschüsse mindestens vier Prozent des Vorjahresbrutto-Einkommens des Förderberechtigten in einen Riester-Vertrag eingezahlt werden.

Als Förderung gibt es eine sogenannte Grundzulage von maximal 154 Euro pro Jahr. Zusätzlich erhält der Riester-Sparer jährlich eine Kinderzulage in Höhe von 185 Euro je Kind, für das dem Riester-Sparer Kindergeld zusteht. Für Kinder, die ab 2008 geboren wurden, gibt es sogar 300 Euro Zulage pro Jahr. Die Zulagen werden jährlich dem Riester-Vertrag gutgeschrieben und erhöhen so den Anspruch auf eine Riesterrente.

Steuerliche Vorteile

Neben der Förderung in Form einer Zulage räumt der Staat für direkt Förderberechtigte auch steuerliche Vorteile ein: Dabei sind die in den Riester-Vertrag einbezahlten Prämien bis zu 2.100 Euro steuerlich absetzbar. Wie hoch der steuerliche Vorteil ist, hängt von diversen Kriterien wie zum Beispiel der Einkommenshöhe ab.

Weitere Informationen rund um die Riester-Förderung bietet die kostenlos beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) herunterladbare Broschüre „Die Riester Rente“. Der Ratgeber erklärt unter anderem, wer eine Förderung erhalten kann, wie die staatliche Förderung funktioniert und welche Sicherheiten und Garantien ein Riester-Vertrag bietet. Zudem sind diverse Rechenbeispiele enthalten, die zeigen, wie hoch die Förderung im Einzelnen ausfallen kann.

Viele sind von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht

7.12.2015 (verpd) Nach aktuellen amtlichen Statistiken sind 16,5 Millionen Bürger, das sind 20,6 Prozent der Bevölkerung, hierzulande von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. In der gesamten Europäischen Union war der Anteil armer oder sozial ausgegrenzter Menschen sogar noch höher.

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat mit EU-SILC (European Community Statistics on Income and Living Conditions) eine aktuelle Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen von Privathaushalten veröffentlicht. Es handelt sich dabei um eine regelmäßige EU-weite Erhebung und Analyse von Daten bezüglich Einkommen, Armut und Lebensbedingungen der Bevölkerung in der Europäischen Union.

In der Erhebung gilt eine Person von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, wenn eines der folgenden Lebenssituationen zutrifft: Das Einkommen einer Person liegt unter der Armutsgefährdungsgrenze, sie muss in ihrem Haushalt wegen finanzieller Gründe erhebliche materielle Entbehrung hinnehmen, oder sie lebt in einem Haushalt mit einer sehr geringen Erwerbsbeteiligung.

Wann man von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht ist

Die Armutsgefährdungsgrenze unterschreitet, wer in seinem Haushalt mit weniger als 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Einkommens (Median) der Bevölkerung auskommen muss. 2014 lag dieser Schwellenwert (Armutsgefährdungsgrenze) für einen Ein-Personen-Haushalt bei 987 Euro und für ein Ehepaar mit zwei unter 14-jährigen Kindern bei 2.072 Euro im Monat.

Erhebliche materielle Entbehrung liegt nach der Definition der Studienautoren vor, wenn aufgrund der Selbsteinschätzung des Haushalts mindestens vier der folgenden Kriterien erfüllt sind: Aufgrund der finanziellen Lage kann man sich im Haushalt keinen Pkw, keine Waschmaschine, keinen Farb-TV oder kein Telefon leisten. Oder es gibt finanzielle Probleme, die Miete rechtzeitig zu zahlen, die Wohnung angemessen zu heizen, unerwartete Ausgaben zu begleichen, jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch oder eine gleichwertige vegetarische Mahlzeit einzunehmen oder einmal im Jahr eine Woche Urlaub woanders als zu Hause zu verbringen.

Eine sehr geringe Erwerbsbeteiligung liegt in einem Haushalt vor, wenn die tatsächliche Erwerbsbeteiligung (in Monaten) der im Haushalt lebenden, erwerbsfähigen 18- bis 59-jährigen Haushaltsmitglieder weniger als 20 Prozent der möglichen Erwerbsbeteiligung beträgt. Ein Ehepaar würde eine 100-prozentige Erwerbsbeteiligung erreichen, wenn beide jeweils zwölf Monate erwerbstätig sind. Arbeitet jedoch nur einer und dieser nur für vier Monate im Jahr, liegt er unter den 20 Prozent der möglichen Erwerbsbeteiligung von maximal 24 Monaten.

Die Armutsgefährdung ist hoch

Laut Destatis waren letztes Jahr 20,6 Prozent der Bevölkerung in Deutschland, das waren 16,5 Millionen Bürger, von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das ist der höchste Wert seit 2007. In der gesamten Europäischen Union lag dieser Wert sogar bei 24,4 Prozent und damit deutlich höher als in Deutschland.

Im Detail lagen 16,7 Prozent der Bevölkerung hierzulande unter der Armutsgefährdungsgrenze. 5,0 Prozent waren von erheblicher materieller Entbehrung betroffen. 10,0 Prozent der unter 60-Jährigen lebten in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbsbeteiligung.

In der gesamten Europäischen Union waren 17,2 Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht, 9,0 Prozent lebten mit erheblichen materiellen Entbehrungen. 11,0 Prozent lebten in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbsbeteiligung.

Individuelle Absicherung

Viele Situationen können dazu führen, dass das Einkommen des Einzelnen unter die Armutsgrenze fällt. Bei fast jedem können beispielsweise diverse Risiken wie Arbeitslosigkeit, Scheidung, Krankheit oder Unfall erhebliche Einkommenseinbußen nach sich ziehen und damit zum Armutsrisiko werden.

Die private Versicherungswirtschaft bietet jedoch eine Vielzahl von Vorsorgelösungen, damit der Einzelne die finanziellen Folgen solcher Ereignisse abfedern kann. Wichtig ist insbesondere eine frühzeitige und ausreichende Absicherung.

Ein Versicherungsfachmann kann in einem Beratungsgespräch analysieren, welche Vorsorgemaßnahmen für den Einzelnen sinnvoll sind und eventuell sogar noch vom Staat steuerlich oder finanziell gefördert werden.

So wenig gesetzliche Hinterbliebenenrente gibt es

7.12.2015 (verpd) Wie aus kürzlich veröffentlichten Daten des Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) hervorgeht, erhielten letztes Jahr insgesamt über 5,7 Millionen Bürger eine gesetzliche Hinterbliebenenrente. Im Durchschnitt betrug die Rentenhöhe je Bezieher 535 Euro monatlich. Noch deutlich geringer fiel die Hinterbliebenenrente für Witwer und verwaiste Kinder aus.

Stirbt ein Arbeitnehmer oder sonstiger gesetzlich Rentenversicherter, erhalten die Angehörigen eine gesetzliche Hinterbliebenenrente in Form einer großen oder kleinen Witwen-/Witwerrente, einer Voll- oder Halbwaisenrente oder einer Erziehungsrente, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind.

Nach aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) erhielten Ende 2014 über 5,7 Millionen Bürger eine gesetzliche Hinterbliebenenrente von durchschnittlich 535 Euro im Monat. Allerdings gibt es hohe Unterschiede zwischen den Hinterbliebenenrenten, wie die Statistik zeigt.

Witwenrente 592 Euro – Witwerrente 295 Euro

Im Durchschnitt erhielten pro Monat knapp 4,8 Millionen Frauen eine Witwenrente in Höhe von 592 Euro, circa 625.000 Männer eine Witwerrente von 295 Euro, knapp 7.200 hinterbliebene Kinder eine Vollwaisenrente von 336 Euro und rund 326.000 Kinder eine Halbwaisenrente von 158 Euro. Insgesamt hatten 2014 9.000 Personen Anspruch auf eine Erziehungsrente – die durchschnittliche Rentenhöhe betrug 764 Euro.

Deutlich niedriger waren teilweise die Hinterbliebenenrenten für diejenigen, die 2014 erstmalig einen Anspruch auf eine entsprechende Rente hatten. Die durchschnittliche Hinterbliebenenrente betrug in diesem Fall 466 Euro.

Witwen, die erstmalig 2014 eine Hinterbliebenenrente bekamen, erhielten im Durchschnitt zwar ebenfalls 592 Euro, allerdings lag die durchschnittliche Rentenhöhe der Witwer bei nur 263 Euro, der Vollwaisen bei 316 Euro und der Halbwaisen bei 154 Euro.

Anspruch auf eine große oder kleine Witwen- oder Witwerrente

Anspruch auf die Witwen-/Witwerrente hat der verbliebene Ehe- oder eingetragene Lebenspartner nur, wenn der Verstorbene gesetzlich rentenversichert war. Zudem muss der Verstorbene entweder die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt haben, durch einen Arbeitsunfall tödlich verunglückt sein oder bereits Rentenbezieher gewesen sein. Außerdem muss die Ehe oder eingetragene Lebenspartnerschaft, wenn sie ab dem 1. Januar 2002 geschlossen wurde, mindestens ein Jahr bestanden haben, außer der Ehepartner starb infolge eines Unfalles.

Eine große Witwen- oder Witwerrente erhält nur der überlebende Ehepartner, der je nach Todesjahr des Versicherten entweder das 45. bis 47. Lebensjahr vollendet hat, vermindert erwerbsfähig ist oder ein Kind, das nicht älter als 18 Jahre oder behindert ist, erzieht. Alle anderen bekommen eine kleine Witwen- oder Witwerrente, die maximal für die Dauer von 24 Monaten nach dem Tod des Ehepartners gewährt wird.

Die große Witwen- oder Witwerrente beträgt 55 Prozent und die kleine Witwen- oder Witwerrente 25 Prozent der Versichertenrente des Verstorbenen. Wer vor dem 1. Januar 2002 geheiratet hat und dessen verstorbener Ehepartner vor dem 2. Januar 1962 geboren wurde, erhält bei der großen Witwen- oder Witwerrente noch 60 Prozent. Die Versichertenrente entspricht in etwa dem Rentenanspruch, die der verstorbene Versicherte in Höhe der vollen Erwerbsminderungsrente, die er zum Zeitpunkt des Todes gehabt hätte, oder der Altersrente, die er bereits bezogen hat.

Wann man eine Erziehungsrente bekommt

Geschiedene, deren Ehe nach dem 30. Juni 1977 geschieden wurde und deren geschiedener Ehepartner verstorben ist, können ebenfalls Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente, die sogenannte Erziehungsrente, haben. Dies gilt jedoch nur, wenn der Hinterbliebene selbst gesetzlich rentenversichert ist und ein minderjähriges Kind erzieht.

Außerdem muss der Hinterbliebene selbst zum Zeitpunkt des Todes des geschiedenen Ehepartners die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt haben. Die Erziehungsrente entspricht der Höhe nach der vollen Erwerbsminderungsrente, auf die der Hinterbliebene zum Zeitpunkt des Todes rein rechnerisch Anspruch hätte.

Heiratet der Hinterbliebene nach dem Tod des Ehepartners oder geschiedenen Ehepartners wieder oder geht er eine eingetragene Lebenspartnerschaft ein, entfällt die Witwen-/Witwerrente beziehungsweise die Erziehungsrente.

Gesetzliche Hinterbliebenen-Absicherung für Kinder

Wenn ein gesetzlich rentenversichertes Elternteil stirbt, und dieser die allgemeine Wartezeit der gesetzlichen Rentenversicherung von fünf Jahren erfüllt hat, steht seinem minderjährigen Kind eine Waisenrente zu.

Kinder, die noch in einer Schul- oder Berufsausbildung stehen, erhalten maximal eine Waisenrente bis zur Vollendung ihres 27. Lebensjahres. Kann ein volljähriges Kind aufgrund einer Behinderung nicht selbst für seinen Unterhalt aufkommen, hat es im Falle des Ablebens eines Elternteils ebenfalls Anspruch auf eine Waisenrente.

Die Höhe der Vollwaisenrente beträgt 20 Prozent beziehungsweise der Halbwaisenrente zehn Prozent der Versichertenrente, die dem verstorbenen Elternteil zum Zeitpunkt des Todes zugestanden hätte. Zusätzlich sind noch Zuschläge möglich, die von der Anzahl der rentenrechtlichen Zeiten des oder der Verstorbenen abhängen.

Zu Lebzeiten an die Angehörigen denken

Weiterführende Informationen zur Hinterbliebenenrente gibt es in der kostenlos herunterladbaren, aktualisierten Broschüre des DRV „Hinterbliebenenrente: Hilfe in schweren Zeiten“, online beim DRV sowie im Webportal www.ihre-vorsorge.de, einer Initiative der Rentenversicherungs-Träger.

Die Zahlen zeigen, dass die gesetzliche Hinterbliebenenrente für eine finanzielle Absicherung der Angehörigen in der Regel nicht ausreicht. Die private Versicherungswirtschaft bietet hierzu diverse Lösungen für eine optimale Hinterbliebenen-Absicherung an.

Selbst wer denkt, derzeit finanziell nicht in der Lage zu sein, sinnvoll für seine Angehörigen vorzusorgen, sollte einen Experten zurate ziehen, denn manche Möglichkeiten und finanzielle Spielräume werden erst durch eine gründliche Analyse erkannt.

Deutsches Altersvorsorgesystem ist nur Mittelmaß

7.12.2015 (verpd) Es gibt unterschiedlichste Methoden, wie Länder die Altersvorsorge ihrer Bürger sichern wollen. In einer Studie wurden die entsprechenden Rentensysteme von 25 Ländern miteinander verglichen. Für Deutschland sehen die Studienautoren vor allem in Sachen Nachhaltigkeit Nachhol- und Reformbedarf.

Seit 2009 erstellt das Beratungsunternehmen Mercer GmbH in Kooperation mit dem Australian Centre for Financial Studies den sogenannten Melbourne Mercer Global Pension Index.

2015 wurden für den Index wie im Vorjahr Stärken und Schwächen der Pensionssysteme von 25 Ländern untersucht. Neben den staatlichen Pensionssystemen und der betrieblichen Altersversorgung werden den Angaben zufolge auch private Anlagen und Vorsorgemaßnahmen berücksichtigt.

Grundzüge der Methodik

Der Gesamtindex (zwischen null und 100) setzt sich dabei zusammen aus dem gewichteten Durchschnittswert der drei Subindizes „Angemessenheit“ (40 Prozent Gewichtung), „Nachhaltigkeit“ (35 Prozent Gewichtung) und „Integrität“ (25 Prozent Gewichtung), die in insgesamt 40 Kriterien unterteilt sind.

Während der Index „Angemessenheit“ die derzeit gewährten Versorgungsleistungen und einige wichtige Gestaltungsmerkmale wie etwa Versorgungsniveau, steuerliche Anreize, Gestaltung der Altersversorgungs-Modelle und Sparquote untersucht, geht es beim Index „Nachhaltigkeit“ darum, ob das gegenwärtige System in Zukunft aufrechterhalten werden kann. Hierzu werden Faktoren wie etwa Rückdeckung, Finanzierung, Demografie, Staatsverschuldung und flexible Arbeitszeitmodelle für ältere Arbeitnehmer bewertet.

Beim Index „Integrität“ spielen unter anderem die Faktoren staatliche Aufsicht, „Governance“, Kosten, Risikosteuerung und Kommunikation eine Rolle. So wird ermittelt, wie „vertrauenswürdig“ und beständig das Vorsorgesystem ist.

Deutschland auf Rang zwölf

In der Gesamtwertung kommt Deutschland mit einem im Vergleich zum Vorjahr minimal um 0,2 Punkte verschlechterten Indexwert von 62,0 auf den zwölften Platz (Vorjahr: elfter Platz) und landet damit im Mittelfeld des Rankings. Spitzenreiter in der Gesamtbewertung mit fast 82 Punkten ist, wie letztes Jahr auch, Dänemark, gefolgt von den Niederlanden und Australien mit Werten von knapp über beziehungsweise unter 80.

Während es hinsichtlich der Angemessenheit immerhin zu einem siebten Rang mit nur etwa fünf Punkten Rückstand auf das an erster Stelle liegende Australien reichte, belegt Deutschland in Sachen Integrität mit leicht überdurchschnittlichen 75,0 Punkten (Rückstand zur Spitze: über 15 Punkte) nur den 15. Platz.

Noch weiter hinkt das deutsche Rentensystem in Sachen Nachhaltigkeit den führenden Ländern hinterher. Hier kommt die Bundesrepublik mit 36,8 Punkten (Vorjahr: 37,6) auf einen nicht einmal halb so hohen Sub-Index-Wert wie der Spitzenreiter Dänemark und bleibt auch deutlich hinter dem Durchschnitt von 48,2 Punkten zurück. Die Studienautoren halten weiterhin Reformen für nötig, mit denen das deutsche Rentensystem den demografischen Herausforderungen besser gerecht wird.

Absicherung für den persönlichen Lebensstandard

Immer weniger Erwerbstätige stehen aufgrund der demografischen Entwicklung immer mehr Rentenbeziehern gegenüber. Das heißt, es gibt immer weniger Einzahler in das gesetzliche Rentensystem – die Zahl der Empfänger von Altersrenten steigt jedoch. Und bereits heute ist die Höhe der Altersrente deutlich niedriger als das letzte aktive Erwerbseinkommen eines Beschäftigten, bevor er in Rente geht.

Wer es weder vorhat noch es aus gesundheitlichen Gründen schafft, bis zur Regelaltersgrenze zu arbeiten und dennoch im Alter nicht auf seinen bisherigen Lebensstandard verzichten möchte, sollte daher frühzeitig eine sinnvolle Altersvorsorge aufbauen.

Die Versicherungswirtschaft bietet bedarfsgerechte Lösungen an, die es dem Einzelnen ermöglichen, seine finanzielle Lücke zwischen dem bisherigen Erwerbseinkommen und der zu erwartenden gesetzlichen Rente zu schließen. Wie hoch die voraussichtliche Einkommenslücke des Einzelnen tatsächlich sein wird und welche individuell passenden Altersvorsorgeformen infrage kommen, können beim Versicherungsexperten erfragt werden.

Risiko im Auslandseinsatz

30.11.2015 (verpd) Es gibt zahlreiche Situationen, bei denen es für den einzelnen Arbeitnehmer, der im Ausland tätig ist, gefährlich werden kann, wie beispielsweise plötzlich auftretende Erdbeben, Überschwemmungen, Terroranschläge oder Unruhen. Doch wie sind deutsche Bürger, die im Ausland beruflich tätig sind und durch ein unerwartet auftretendes Naturereignis oder durch Ausschreitungen körperlich geschädigt werden, abgesichert?

Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV) haben Beschäftigte, die sich vorübergehend berufsbedingt im Ausland aufhalten, unter bestimmten Voraussetzungen auch dort den Schutz der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung.

Die gesetzliche Unfallversicherung kommt, wie in Deutschland, auch hier für Körperschäden durch Arbeits-, Wegeunfälle und Berufskrankheiten auf. Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und damit Ansprechpartner für die Arbeitgeber und Arbeitnehmer zum Thema gesetzliche Unfallversicherung sind insbesondere die verschiedenen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen.

Naturkatastrophen und Gewalt

In einer Mitteilung der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) ist unter anderem zu lesen: „Wer sich beruflich bedingt in einem Katastrophen-, Krisen- oder Kriegsgebiet aufhält und deshalb besonderen Gefahren ausgesetzt ist, denen er sich nicht entziehen kann, kann darüber hinaus gegen die Folgen von Naturkatastrophen oder Gewalttaten auch außerhalb der Arbeitszeit versichert sein.“

Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gilt für Mitarbeiter, die im Rahmen eines inländischen Beschäftigungs-Verhältnisses ins Ausland entsandt worden sind. Dabei muss die Tätigkeit im Ausland von vornherein zeitlich befristet sein. Weitergehende Details zur gesetzlichen Unfallversicherung für im Ausland arbeitende Beschäftigte gibt es als herunterladbares Merkblatt beim DGUV oder auch als Flyer vom VBG.

Unter bestimmten Voraussetzungen sind Austauschschüler, Auszubildende, Studenten und Praktikanten ebenfalls gesetzlich unfallversichert, wenn sie sich im Rahmen ihrer Ausbildung vorübergehend im Ausland aufhalten. Dies gilt nämlich dann, wenn ihr Aufenthalt dort von der heimischen Bildungseinrichtung geplant, angekündigt und durchgeführt wurde. Bei Auszubildenden kann auch eine Entsendung über den deutschen Ausbildungsbetrieb vorliegen.

Langfristige Auslandseinsätze

Längere oder unbefristete Auslandseinsätze sowie Beschäftigte, die ausschließlich für einen Auslandseinsatz eingestellt werden, sind normalerweise nicht über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert.

Allerdings kann in manchen Fällen eine gesonderte Auslands-Unfallversicherung abgeschlossen werden. Ein Arbeitgeber kann dies direkt bei der zuständigen Berufsgenossenschaft, wenn diese einen entsprechenden Versicherungsschutz nach Paragraf 140 SGB VII (Siebtes Sozialgesetzbuch) anbietet, beantragen. Allerdings stellen nicht alle Unfall-Versicherungsträger diesen Versicherungsschutz zur Verfügung.

Eine derartige Auslandsversicherung kann unter anderem bei folgenden Berufsgenossenschaften (BG) beantragt werden: BG Rohstoffe und chemische Industrie, BG Holz und Metall, BG Handel und Warenlogistik, Verwaltungs-Berufsgenossenschaft, BG Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse, BG für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege und BG der Bauwirtschaft. Umfassende Informationen zur Entsendung bietet der herunterladbare Ratgeber „Rechte und Pflichten deutscher Unternehmen gegenüber ihren Arbeitnehmern bei der Auslandentsendung“ der International SOS Foundation.

Die Riester-Rente: Ein Stabilitätsanker im Alter

30.11.2015 (verpd) Der Rentenversicherungs-Bericht 2015 bestätigt, dass das sogenannte Sicherungsniveau vor Steuern allmählich weiter absinken wird. Die für 2030 gesetzte Linie von mindestens 43 Prozent wird demnach voraussichtlich aber nicht unterschritten. Nach dem Bericht könnte es mithilfe der Riester-Rente bis 2029 jedoch gelingen, dieses Sicherungsniveau dauerhaft über 50 Prozent zu stabilisieren.

Im aktuellen Rentenversicherungs-Bericht 2015 schätzt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) – wie jedes Jahr – die kurzfristige Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) sowie in mehreren Szenarien die mögliche Entwicklung über einen Zeitraum von 15 Jahren.

Nach der tabellarischen Übersicht des Ministeriums lag das Sicherungsniveau vor Steuern (Netto-Rentenniveau vor Steuern) im Jahr 2008 noch bei 50,5 Prozent. Dabei bezog der Standardrentner damals eine Bruttomonatsrente von 1.195 Euro. In diesem Jahr liegt das Sicherungsniveau noch bei 47,5 Prozent, was einer Rente von 1.314 Euro entspricht.

Rentenniveau sinkt und Beitragssatz steigt

Für 2029 wird ein Netto-Rentenniveau vor Steuern von 44,6 Prozent erwartet. Das Sicherungsniveau vor Steuern bewege sich damit im Rahmen der im Gesetz vorgesehenen Grenzen von 46 Prozent bis zum Jahr 2020 und von 43 Prozent bis zum Jahr 2030, wie im Bericht zu lesen ist.

Der Modellberechnung nach dem sogenannten Standardrentner liegt als Basis ein fiktiver Rentner, der 45 Jahre lang so viel verdient hat wie der Durchschnitt aller in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) Versicherten und in dieser Zeit auch entsprechende GRV-Beiträge eingezahlt hat, zugrunde.

Wie dem Rentenversicherungs-Bericht weiter zu entnehmen ist, wird der Beitragssatz der GRV, den Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der Regel jeweils zur Hälfte tragen müssen, weiter steigen. 2008 lag der GRV-Beitragssatz bei 19,9 Prozent in 2008, 2015 sind es aktuell 18,7 Prozent und bis 2029 wird er voraussichtlich auf 21,5 Prozent ansteigen. Auch bezüglich der Höhe des Beitragssatzes werden damit die gesetzlichen vorgegebenen Grenzen von 20 Prozent im Jahr 2020 und 22 Prozent in 2030 nicht überschritten.

Riester-Rente hilft Sicherungsniveau anzuheben

Rechnet man für 2015 beim aktuellen Rentenniveau allerdings die 70 Euro im Monat aus der Riester-Rente hinzu, die ein Standardrentner voraussichtlich erreichen könnte, wenn er eine entsprechende staatlich geförderte Altersvorsorge abgeschlossen hätte, steigt das Sicherungsniveau auf 50 Prozent. Bei den Berechnungen wird unterstellt, dass der Rentner vier Prozent seines Einkommens in einen Riester-Vertrag eingezahlt hat.

Für das Jahr 2029 würde sich das Rentensicherungsniveau von 44,6 Prozent, wenn man die Leistungen der Riester-Rente für einen Standardrentner von voraussichtlich monatlich 265 Euro dazuzählt, auf ein Versorgungsniveau vor Steuern von 51,1 Prozent erhöhen.

Dem Rentenversicherungs-Bericht zufolge könnte die Riester-Rente damit durchaus den Ausgleich für das sinkende Rentenniveau (das steuerbereinigte Rentennettoniveau) bewirken und für einen Wert oberhalb der 50-Prozent-Marke sorgen.

Gesetzliche Rente kann Lebensstandard nicht sichern

Die in dem Rentenversicherungs-Bericht erhaltene Botschaft des Arbeits- und Sozialministeriums ist eindeutig: „Die gesetzliche Rente (wird) zukünftig nicht ausreichen, um den Lebensstandard des Erwerbslebens im Alter fortzuführen.“ Die gesetzliche Rentenversicherung werde zwar die tragende Säule bleiben, aber nur durch zusätzliche Vorsorge könne der Lebensstandard erhalten werden.

Wer wissen möchte, wie hoch sein eigenes Alterseinkommen unter Einbeziehung der gesetzlichen und eventuell bereits vorhandenen privaten Altersvorsorge sein wird und ob diese zum Erhalt des bisherigen Lebensstandards ausreicht, kann sich von einem Versicherungsexperten beraten lassen.

Dieser kann entsprechende Berechnungen durchführen und im Falle einer Absicherungslücke individuell passende private Vorsorgelösungen, die zum Teil auch staatlich gefördert werden, wie beispielsweise ein Riester-Vertrag, vorschlagen.

Anzahl der Pflegebedürftigen steigt stärker als erwartet

30.11.2015 (verpd) Die Barmer GEK, ein Träger der gesetzlichen Krankenversicherung, hat jetzt vor Kurzem einen Pflegereport vorgelegt. Ein Ergebnis dieser Studie ist, dass die Zahl der im Jahr 2060 zu pflegenden Menschen voraussichtlich um rund 221.000 höher sein wird als bislang angenommen.

Die Zahl der Pflegebedürftigen dürfte nach Auswertung der jüngsten Bevölkerungsberechnung bis zum Jahr 2060 von derzeit rund 2,6 Millionen auf rund 4,52 Millionen zunehmen. Dies dürften etwa 221.000 mehr sein als zuletzt geschätzt, wie aus dem jüngst vorgestellten Pflegereport 2015 der gesetzlichen Krankenkasse Barmer GEK hervorgeht.

Der Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Dr. Christoph Straub, und der Autor des Pflegereports, Professor Dr. Heinz Rothgang von der Universität Bremen, erklärten, Ziel müsse sein, die Pflegeberufe attraktiver zu machen, um den großen zukünftigen Personalbedarf decken zu können. Bei einer insgesamt schrumpfenden Erwerbstätigenzahl müsste die Zahl der Pflegekräfte verdoppelt werden.

Mit steigendem Alter steigen die Zahlen der Pflegebedürftigen

Die Modellrechnungen des aktuellen Pflegereports basieren auf dem Zensus des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2011. Zuvor waren Bevölkerungsdaten aus dem Jahr 1987 für Modellrechnungen herangezogen worden. Das Statistische Bundesamt hat auch eine Bevölkerungs-Vorausberechnung bis zum Jahr 2060 vorgenommen.

Der Zuwachs an Pflegebedürftigen gegenüber den alten Vorausberechnungen rekrutiert sich vor allem aus Männern. Von den zusätzlichen 221.000 Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2060 sind 176.000 männliche Personen. „Insgesamt ist von einer drastischen Alterung der Pflegebedürftigen auszugehen“, sagte Straub.

Während heute noch 30 Prozent aller pflegebedürftigen Männer älter als 85 Jahre seien, werde deren Anteil bis zum Jahr 2060 auf knapp 60 Prozent steigen. Und unter den pflegebedürftigen Frauen sei heute jede Zweite hochbetagt, im Jahr 2060 werden aber 70 Prozent dieser Frauen über 85 Jahre alt sein.

Allgemeines Lebensrisiko

Für Professor Rothgang ist Pflegebedürftigkeit mehr denn je ein allgemeines Lebensrisiko, „das uns alle angeht“. Tritt der Pflegefall nach dem 60. Lebensjahr ein, so betrage die Pflegezeit im Durchschnitt 4,4 Jahre – für Frauen 4,9 Jahre und für Männer 3,6 Jahre.

Da die gesetzliche Pflegeversicherung, wie sie zum Beispiel für Arbeitnehmer besteht, nur teilweise die anfallenden Pflegekosten deckt, ist auch nach Ansicht des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) eine private Pflegevorsorge sinnvoll.

Die Bürger werden diesbezüglich mit einer staatlichen Zulage von bis zu 60 Euro im Jahr unterstützt, wenn sie mit einer privaten Pflege-Zusatzversicherung, die bestimmte Kriterien erfüllt, entsprechend vorsorgen. Im Gegensatz zur gesetzlichen Pflegeversicherung können in einer privaten Pflegepolice unter anderem auch individuelle Leistungshöhen, je nachdem, in welchem Umfang sie im Pflegefall hilfsbedürftig sind und damit in eine entsprechende Pflegestufe eingestuft wurden, vereinbart werden.

Was in 25 Jahren die gesetzliche Rente noch wert ist

23.11.2015 (verpd) Ein Forschungsinstitut hat untersucht, wie die individuelle Versorgung im Alter durch die gesetzliche Rentenversicherung in 25 Jahren aussieht. Unter anderem wurden die Berufe, Regionen und die dort jeweils herrschende Kaufkraft für die Studie herangezogen. Ein Ergebnis ist, dass das Rentenniveau weiter sinken wird.

Wie entwickelt sich die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) bis zum Jahr 2040 – und was kann die tragende Säule der Altersvorsorge dann noch leisten? Im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat das Forschungsinstitut Prognos AG in der Studie „Rentenperspektive 2040“ versucht, hierauf eine möglichst präzise Antwort zu geben.

„Das Brutto-Rentenniveau, die Standardrente nach 47 Beitragsjahren, gemessen am jeweiligen Durchschnittsentgelt, wird bis 2040 um sieben Prozentpunkte zurückgehen“, ist in der Studie zu lesen. Zudem könnte der Beitragssatz zur gesetzlichen Rente bis 2040 auf 24 Prozent – aktuell liegt er bei 18,7 Prozent – steigen.

Rentenniveau wird weiter sinken

Konkret wird nach Einschätzung der Forscher das Brutto-Rentenniveau in 25 Jahren voraussichtlich auf 39 Prozent absinken. Derzeit liegt der Wert noch bei rund 46 Prozent. Das Brutto-Rentenniveau beschreibt das Verhältnis der Altersrente eines Eckrentners vor Abzug von Steuern und Sozialabgaben im Vergleich zum durchschnittlichen Bruttogehalt eines gesetzlich Rentenversicherten.

Der Eckrentner ist eine fiktive Person, für die man nach dem aktuellen Stand die gesetzliche Altersrente berechnet. Der Modellrentner hat dazu die Regelaltersgrenze erreicht. Zudem hat er 45 Jahre oder künftig 47 Jahre lang bei einem Verdienst in Höhe des Durchschnittseinkommens aller in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) Versicherten in ebendiese einbezahlt.

Die Entwicklung der Renten wird, so der GDV, mit der Entwicklung der Löhne nicht schritthalten können. Somit werde die Rente bei einer anhaltend guten wirtschaftlichen Entwicklung in 25 Jahren zwar zumindest betragsmäßig höher sein als derzeit, doch im Verhältnis zum bisher verdienten Einkommen wird sie im Vergleich zu den heutigen Rentenbeziehern deutlich niedriger ausfallen.

Es gibt keine Einheitsrente

Für die Studie wurden umfangreiche Basisdaten von der Deutschen Rentenversicherung Bund genutzt und regionale Aspekte wie Wirtschaftskraft, Arbeitsplatzrisiko und Kaufkraft berücksichtigt. Die Forscher entwickelten für die Untersuchung zudem für Frauen und Männer jeweils typisierte Erwerbsbiografien von einer Fachkraft, einem Spezialisten bis hin zum Akademiker, unter anderem für eine Verkäuferin mit zwei Kindern und einen Elektroinstallateur ohne Kind.

Die Modellrechnungen bezogen sich auf 1973 geborene Personen, da dieser Jahrgang nach heutigem Recht mit 67 Jahren in Rente gehen wird. „Die Altersrente ist ein Spiegelbild des gesamten Erwerbslebens und in der Höhe individuell, das heißt von Erwerbsbiografie zu Erwerbsbiografie verschieden. Eine Einheitsrente gibt es nicht. Der in der Statistik oft verwendete Eckrentner ist lediglich ein rechnerisches Konstrukt und sollte nicht mit einem durchschnittlichen deutschen Rentner gleichgesetzt werden“, heißt es in der Studie.

Schon heute gibt es Unterschiede in Einkommensentwicklung, Rentenhöhe und Kaufkraft in den 402 deutschen Kreisen und kreisfreien Städten. Wie hoch die Rente tatsächlich ausfällt und wie viel sie wert ist, hänge demnach auch in Zukunft neben den genannten Faktoren maßgeblich vom Wohnsitz des Rentners ab, wie die Studie verdeutlicht. Schaut man auf die durchschnittlichen Rentenzahlbeträge, dann zeigt die Landkarte schon für 2014 ein klares Bild: Das „Rentnerparadies“ liegt aktuell tendenziell in den neuen Bundesländern.

Ost-West-Unterschied bei der Rentenhöhe

In Ostdeutschland ist die durchschnittliche Rentenhöhe pro Rentenbezieher und die Rentenkaufkraft laut Studie nicht nur höher, sondern auch gleichmäßiger verteilt. Pro Rentenbezieher und Rentenbezieherin liegen im Osten die monatlich ausbezahlten Renten im Durchschnitt bei 900 Euro oder mehr, diesen Wert erreichen nur wenige Regionen in den alten Bundesländern. Im Durchschnitt werden in Ostdeutschland 1.020 Euro monatliche Rente pro Rentenbezieher gezahlt, in Westdeutschland 833 Euro.

Die Spanne zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert in den Regionen in Ostdeutschland liegt bei 228 Euro, in Westdeutschland sind es jedoch 403 Euro. Das liege vor allem auch daran, dass zu DDR-Zeiten im Vergleich zu Westdeutschland dort mehr Frauen berufstätig waren und die betreffenden Rentenbezieherinnen daher mehr Rente bekommen als ihre Altersgenossinnen in den alten Bundesländern.

Diese Verteilung wird sich laut Studie ändern. Da Wirtschaft und Einkommen sich im Süden Deutschlands stärker entwickeln, werden dort auch die Renten höher ausfallen. Allerdings wird die Kaufkraft der Rentner durch ein hohes Preisniveau in den Ballungsräumen deutlich gedämpft. Der beste Mix aus Rentenhöhe und Kaufkraft dürfte sich der Studie zufolge 2040 etwa im Bayerischen Wald finden lassen.

Ohne Vorsorge kann der Lebensstandard nicht gehalten werden

Laut GDV können im Jahr 2040 voraussichtlich Rentner in Bayern nahe der tschechischen Grenze überdurchschnittlich gut leben, weil diese Region wirtschaftlich wächst und gleichzeitig niedrige Lebenshaltungskosten bietet. Wie die Modellrechnungen zeigen, hätte dann ein Installateur aus der bayerischen Stadt Hof an der Grenze zu Tschechien eine um 50 Prozent höhere Rentenkaufkraft als ein Installateur aus München. In der vergleichsweise teuren Landeshauptstadt sei nämlich der Renteneuro künftig knapp ein Viertel weniger wert als im Bundesdurchschnitt.

Liegt hier dann wirklich das neue „Rentnerparadies“? Ohne Zusatzvorsorge wird sich wohl niemand – wo auch immer – im Rentenparadies wiederfinden, wie sich aus den Studienergebnissen ableiten lässt. Grundsätzlich hängt die Höhe der gesetzlichen Rente vom sozialversicherungs-pflichtigen Einkommen sowie der individuellen Erwerbsbiografie ab. Wer beispielsweise weniger verdient oder länger seine Erwerbstätigkeit zum Beispiel wegen Arbeitslosigkeit, Kindererziehung oder Krankheit unterbricht, bekommt auch weniger Rente.

Lebt man dann noch in einer Region mit einem hohen Preisniveau, beispielsweise mit hohen Wohn- und Lebenshaltungskosten, wie sie in vielen Metropolen wie München oder Hamburg anzutreffen sind, wird es schwierig, seinen bisherigen Lebensstandard alleine mit der gesetzlichen Rente halten zu können. Daher sollten Erwerbstätige schon frühzeitig eine entsprechende Vorsorge beispielsweise in Form einer privaten, zum Teil auch staatlich geförderten Altersvorsorge treffen.

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Rentenfinanzen besser als gedacht, aber …

16.11.2015 (verpd) Die finanzielle Lage der Deutschen Rentenversicherung hat sich besser entwickelt, als nach dem 8,8 Milliarden Euro schweren Rentenpaket gedacht. Im Ergebnis kann der Rentenbeitrag bis zum Jahr 2020 stabil gehalten werden. Die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage dürfte in diesem Jahr auf 33,7 Milliarden Euro und bis Ende 2016 auf 29,4 Milliarden Euro zurückgehen.

Die Finanzsituation der Deutschen Rentenversicherung (DRV) hat sich dank wachsender Beitragseinnahmen besser entwickelt, als nach der Verabschiedung des Rentenpakets gedacht. Die Rücklagen würden dadurch langsamer abschmelzen, sodass der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung jetzt bis zum Jahr 2020 bei 18,7 Prozent stabil gehalten werden könne, wie der amtierende DRV-Vorstandsvorsitzende Alexander Gunkel vor Kurzem bekannt gab.

Die bessere finanzielle Lage sei der guten Beschäftigungs-Entwicklung zu verdanken, sodass in diesem Jahr ein Beitragszuwachs bei den Pflichtbeiträgen aus Erwerbstätigkeit von 2,9 Prozent auf 187,0 Milliarden Euro erwartet werden könne, so Gunkel.

Kritik an der Finanzierung der Mütterrente

Der DRV-Vorstandsvorsitzende, Vertreter für die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), und die alternierende DRV-Vorsitzende Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), kritisierten erneut die fehlende Finanzierung des Bundes bei der Erhöhung der Mütterrente, die die Rentenkasse allein mit jährlich 6,5 Milliarden Euro belaste.

Die seit Mitte 2014 in Kraft gesetzte Rentenreform wird dieses Jahr erstmals voll finanzwirksam. Neben der Mütterrente schlägt die abschlagsfreie Rente mit 63, die per Ende Juni 340.000 Personen beantragt haben, mit etwa zwei Milliarden Euro zu Buche.

Finanzierungsdefizite werden zunehmen

Gunkel zufolge stiegen die Einnahmen im vergangenen Jahr um 3,5 Prozent auf 263,5 Milliarden Euro, während die Ausgaben gleichzeitig um 3,0 Prozent auf 260,4 Milliarden Euro zunahmen. Im Ergebnis stieg die Nachhaltigkeitsrücklage auf die Rekordhöhe von 35,0 Milliarden Euro, was 1,91 Monatsausgaben entspricht. Im laufenden Jahr dürften die Einnahmen der jüngsten Oktober-Schätzung zufolge um 2,5 Prozent auf insgesamt 270,2 Milliarden Euro zunehmen.

Wegen des voll wirksamen Rentenpakets und der zu Jahresbeginn wirksam gewordenen Beitragsabsenkung von 18,9 Prozent auf 18,7 Prozent steigen die Ausgaben aber um 4,5 Prozent auf 272,1 Milliarden Euro. Es dürfte ein Defizit von 1,9 Milliarden Euro entstehen. Das Defizit werde 2016 dann wohl auf 4,5 Milliarden Euro anwachsen, erklärte Gunkel. Für die Entwicklung der Nachhaltigkeitsrücklage bedeutet dies umgerechnet einen Rückgang auf 33,7 Milliarden Euro in diesem und 29,4 Milliarden Euro im nächsten Jahr.

Nachhaltigkeitsrücklage dürfte 2016 im Zielkorridor bleiben

Nach den gesetzlichen Regeln bleibt die Beitragshöhe unverändert, wenn die Nachhaltigkeitsrücklage mit Blick auf das kommende Jahr im Zielkorridor zwischen 0,2 und 1,5 Monatsausgaben bleibt.

Ende 2016 dürften Gunkel zufolge die Rücklagen leicht unterhalb von 1,5 Monatsausgaben liegen. Eine (weitere) Beitragssenkung wäre aber nur möglich, wenn die Nachhaltigkeitsrücklage trotz Beitragsabsenkung noch über der Marke von 1,5 Monatsausgaben bleiben würde.

Hohe Rentenpassung wird einmalig bleiben

Zur Mitte kommenden Jahres können die über 20 Millionen Rentner in Deutschland mit einer Rentenerhöhung zwischen vier bis fünf Prozent rechnen, so Gunkel. Er wollte sich wegen der noch unsicheren Rechengrößen nicht auf eine Nachkommastelle für West- und Ostdeutschland festlegen. Eine solche außergewöhnliche Rentenanpassung werde es danach aber so nicht mehr geben, wie er betonte.

Buntenbach erklärte, auch die an und für sich sehr erfreuliche Rentenerhöhung werde nichts dran ändern, dass das Rentenniveau vor Steuern weiter absinken werde. Allerdings verzögere sich dieser Prozess, sagte Gunkel. Das sogenannte Nettorentenniveau vor Steuern dürfte von aktuell 47,4 Prozent bis zum Jahr 2030 auf voraussichtlich rund 44 Prozent absinken.

Frühzeitige Absicherung für das finanzielle Auskommen im Alter

Die zu erwartende Versorgungslücke zwischen bisherigem Einkommen und gesetzlicher Altersrente sollte frühzeitig mit einer sinnvollen privaten und betrieblichen Altersvorsorge geschlossen werden. Denn dann sind die monatlichen Belastungen erheblich geringer, als wenn man erst kurz vor dem Rentenalter noch für ein ausreichendes Alterseinkommen sorgen möchte.

Wer wissen möchte, wie er privat für sein Alter vorsorgen kann und inwieweit der Staat ihn dabei finanziell unterstützt, kann sich von einem Versicherungsfachmann beraten lassen.

Warum die Ehedauer entscheidend für die Witwenrente ist

16.11.2015 (verpd) Die Tatsache, dass ein Paar mehr als 20 Jahre vor seiner Eheschließung in einer eheähnlichen Gemeinschaft zusammengelebt hat, spricht nicht gegen die Annahme einer Versorgungsehe. Dies gilt zumindest dann, wenn einer der Ehepartner bei der Eheschließung todkrank ist und kurz darauf verstirbt. Das geht aus einem veröffentlichten Urteil des Hessischen Landessozialgerichts hervor (Az.: L 2 R 140/13).

Ein Paar hatte erst nachdem die Lebenspartner über 20 Jahre in einer eheähnlichen Gemeinschaft gemeinsam gelebt hatten, geheiratet. Zum Zeitpunkt der Eheschließung war die Frau bereits unheilbar an metastasierendem Krebs erkrankt. Ihre von den Ärzten prognostizierte Lebensdauer betrug zu diesem Zeitpunkt weniger als ein Jahr. Sieben Monate nach der Eheschließung verstarb sie.

Den Antrag des verwitweten Ehegatten auf Zahlung einer Witwerrente lehnte die Deutsche Rentenversicherung ab. Sie ging angesichts der Tatsache, dass der Mann bei der Heirat von der kurzen Lebenserwartung seiner Frau wusste, von einer Versorgungsehe im Sinne von Paragraf 46 SGB VI (Sechstes Sozialgesetzbuch) aus.

Ehe war schon lange geplant

Denn in Absatz 2a des genannten Paragrafen heißt es: „Witwen oder Witwer haben keinen Anspruch auf Witwenrente oder Witwerrente, wenn die Ehe nicht mindestens ein Jahr gedauert hat, es sei denn, dass nach den besonderen Umständen des Falles die Annahme nicht gerechtfertigt ist, dass es der alleinige oder überwiegende Zweck der Heirat war, einen Anspruch auf Hinterbliebenen-Versorgung zu begründen.“ Gegen diese Entscheidung wehrte sich der Witwer gerichtlich.

In dem sich anschließenden Rechtsstreit verwies der Witwer auf das langjährige eheähnliche Zusammenleben mit seiner verstorbenen Frau. Von einer Versorgungsehe im Sinne des Sozialgesetzbuchs könne daher nicht ausgegangen werden, zumal seine verstorbene Ehefrau und er schon seit Langem geplant hätten, zu heiraten. Doch dem wollen sich weder das in erster Instanz mit dem Fall befasste Sozialgericht noch das Landessozialgericht anschließen. Beide Instanzen wiesen die Klage als unbegründet zurück.

Bewusste Entscheidung

Unabhängig davon, dass der Kläger dafür den Beweis schuldig geblieben ist, ist es nach Ansicht des Hessischen Landessozialgerichts rechtlich unbeachtlich, dass das Pärchen möglicherweise schon früher habe heiraten wollen. „Denn die langjährige Lebensgemeinschaft war eine bewusste freie Entscheidung gegen eine Heirat. Sie steht daher der gesetzlichen Vermutung einer Versorgungsehe nicht entgegen“, so das Gericht.

Für die Annahme einer Versorgungsehe spricht nach Meinung der Richter auch die Tatsache, dass den Eheleuten bekannt war, dass die Frau nach der Prognose der behandelnden Ärzte nur noch kurze Zeit zu leben hatte. Nicht ohne Grund habe man bei Anmeldung der Eheschließung unter Hinweis auf die schwere Erkrankung um eine bevorzugte Bearbeitung gebeten. Der Kläger hat daher keinen Anspruch auf Zahlung einer Witwerrente.

Finanzielle Absicherung mit oder ohne Trauschein

Möchten Paare – verheiratet oder nicht – sichergehen, dass der hinterbliebene Partner nach dem Ableben des anderen in jedem Fall finanziell abgesichert ist, können sie entsprechend vorsorgen. Bei einer Risikolebens-Versicherung auf Gegenseitigkeit können beispielsweise beide Partner als versicherte Person eingetragen werden. Stirbt ein Partner, erhält der andere die vereinbarte Leistung.

Wer möchte, dass eine Kapital- oder Risikolebens-Versicherung im Todesfall nur an den Lebenspartner oder Ehepartner ausgezahlt wird, kann den Partner als Bezugsberechtigten namentlich einsetzen lassen.

Was den Bürgern der Generation Mitte wichtig ist

9.11.2015 (verpd) Es gibt im Leben diverse Risiken, die einen schnell in finanzielle Schwierigkeiten bringen können. Eine aktuelle Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat ermittelt, welche Gefahren und Ereignisse die Bürger mittleren Alters hierzulande am meisten abgesichert haben möchten. Viele legen Wert auf eine gute Altersabsicherung. Eine gute Absicherung im Krankheitsfall ist für die meisten sogar noch wichtiger.

76 Prozent der Bürger mittleren Alters bezeichnen ihre persönliche Lebensqualität in Deutschland aktuell als gut bis sehr gut. Das ergab eine Umfrage unter 1.020 Personen im Alter zwischen 30 und 59 Jahren des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD), die im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) vor Kurzem durchgeführt wurde. Der Wohlstand einer Nation bemisst sich nach Aussagen der breiten Mehrheit, nämlich 84 Prozent, nicht nur nach dem Bruttosozialprodukt.

Die wichtigsten Kriterien, die den nationalen Wohlstand auszeichnen, sind nach Ansicht der meisten Befragten mit je 71 Prozent der Angaben der Lebensstandard der Bürger im Alter und die Qualität des Bildungssystems. 70 Prozent sehen die Höhe der Arbeitslosigkeit, 68 Prozent die Qualität der Gesundheitsversorgung und 67 Prozent die Höhe der Unterschiede zwischen Arm und Reich als wichtigste Indikatoren an. Ein Ziel der Studie war es auch festzustellen, wie hoch das Sicherheitsbedürfnis der „Generation Mitte“ bezüglich möglicher Lebensrisiken ist.

Das Sicherheitsbedürfnis der mittleren Generation

Der überwiegenden Mehrheit, nämlich 89,7 Prozent der Befragten, ist eine gute Absicherung und ärztliche Versorgung im Krankheitsfall am wichtigsten. Gleich danach liegt mit einem Anteil von 81,4 Prozent der Wunsch nach einer guten Absicherung für das Alter.

73,0 Prozent legen einen hohen Wert auf ein sicheres und verlässliches familiäres Umfeld, 72,7 Prozent auf eine gute Absicherung bei einer möglichen Pflegebedürftigkeit und 72,3 Prozent auf eine sichere berufliche Zukunft ihrer Kinder.

Für jeweils rund 70 Prozent sind ein sicherer Arbeitsplatz, eine Rechtssicherheit und die Absicherung vor einem sozialen Abstieg wichtig. Etwa 67 Prozent wünschen sich im Falle einer Arbeitslosigkeit und mehr als 66 Prozent bei einer eintretenden Berufsunfähigkeit finanziell gut abgesichert zu sein.

Sozialversicherungen sichern nicht alles ab

Zahlreiche Wünsche, wie die finanzielle Absicherung im Alter, im Pflegefall oder bei einer eintretenden Berufsunfähigkeit, können mit den aktuell bestehenden Sozialversicherungen wie der gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung nur teilweise oder gar nicht erfüllt werden.

So beträgt heute das aktuelle Rentenniveau – also die Netto-Altersrente im Verhältnis zum durchschnittlichen Nettogehalt eines gesetzlich Rentenversicherten – nur rund 47,4 Prozent, und wird nach Angaben der Bundesregierung noch weiter sinken. Damit können in vielen Fällen die heutigen Erwerbstätigen ihren bisherigen Lebensstandard im Rentenalter nicht mehr halten.

Die soziale Pflegeversicherung ist eine Teilleistungs-Versicherung, da sie bei Weitem nicht alle Kosten, die im Falle einer Pflegebedürftigkeit anfallen, übernimmt. Für die übrigen Kosten müssen der Pflegebedürftige selbst und unter Umständen auch seine nahen Angehörigen aufkommen.

Bestmögliche Absicherung von Lebensrisiken

Auch wenn es darum geht, im Krankheitsfall eine optimale ärztliche Versorgung zu erhalten und zwar unabhängig von den Leistungen, die die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt, bietet die private Versicherungswirtschaft diverse Lösungen beispielsweise in Form von privaten Kranken(zusatz)-Versicherungen an.

Auch um ein Finanzpolster für die Ausbildung der Kinder anzusparen, gibt es entsprechende Versicherungspolicen. Ebenso wenn man sich wünscht, dass man ohne Kostenrisiko sein Recht notfalls per Anwalt und vor Gericht durchsetzen kann.

Wer eine bestmögliche Absicherung seiner Lebensrisiken wünscht, sollte sich von einem Versicherungsfachmann beraten lassen. Der Experte kann nicht nur die individuell passenden Lösungen aufzeigen, sondern informiert auch darüber, welche entsprechenden Policen mit Geldzulagen und Steuervergünstigungen staatlich gefördert werden können.

Wieder mehr Schülerunfälle

2.11.2015 (verpd) Die Zahl der Schülerunfälle ist 2014 im Vergleich zu 2013 um über fünf Prozent angestiegen, wie einer Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV) zu entnehmen ist. Zwar besteht für Unfälle auf dem Weg zur Schule und während des Schulunterrichtes ein gesetzlicher Unfallschutz, allerdings reichen die Leistungen insbesondere bei unfallbedingter Invalidität in der Regel nicht aus, um die finanzielle Mehrbelastung auszugleichen.

Nach einer aktuellen Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV) gab es letztes Jahr über 1,39 Millionen meldepflichtige Schülerunfälle. Das waren fast 69.000 Fälle beziehungsweise 5,2 Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Verunglückt in der Schule oder auf dem Schulweg

Im Detail verunglückten von den über 17,11 Millionen in der gesetzlichen Unfallversicherung versicherten Kindergartenkindern, Schülern und Studenten letztes Jahr 1,28 Millionen am Unterricht- oder Betreuungsort. Das waren knapp 5,9 Prozent mehr Schulunfälle als noch in 2013.

Zudem gab es 2014 fast 110.000 Schulwegunfälle – also Unfälle auf dem Weg von oder zur Ausbildungs- oder Betreuungseinrichtung. Das waren rund 2,0 Prozent weniger Schulwegunfälle als im Vorjahr.

Insgesamt verunfallten letztes Jahr 716 Schüler so schwer, dass sie Anspruch auf eine gesetzliche Unfallrente haben. Die Zahl der tödlichen Schülerunfälle sank von 2013 auf 2014 um 2,3 Prozent. 2014 Jahr starben 42 Kinder oder Jugendliche bei einem Schul- oder Schulwegunfall, 2013 waren es noch 43 Kindergartenkinder, Schüler und Studenten.

Auf Schulwegen ereignen sich häufig schwere Unfälle

Rein statistisch gesehen erleiden fast zwölfmal mehr Kinder und Jugendliche einen Unfall in den Betreuungseinrichtungen, Schulen oder Universität, als auf dem Weg dorthin oder wieder nach Hause. Damit sind von allen Schülerunfällen die überwiegende Mehrheit, nämlich 92,1 Prozent, Schulunfälle und 7,9 Prozent Schulwegunfälle.

Anders das anteilige Verhältnis bei den besonders schweren Unfällen: Bei allen Unfällen, bei denen die betroffenen Kinder oder Jugendlichen wegen bleibender Schäden eine Unfallrente erhalten, entfallen 65,9 Prozent auf Schulunfälle und 34,1 Prozent auf Schulwegunfälle. Bei den tödlichen Schülerunfällen ereigneten sich 14,3 Prozent (sechs Unfälle) in der Ausbildungs- oder Betreuungseinrichtung, die Mehrheit mit 85,7 Prozent (36 Unfälle) jedoch auf dem Weg von oder zum Kindergarten, zur Schule oder zur Universität.

Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt bei Freizeitunfällen, also bei Unfällen zu Hause, auf dem Weg zu einem Freund oder auch wenn ein Kind beispielsweise den Schulweg verlässt, um einkaufen zu gehen, nicht. Auch für Unfälle, die sich auf dem Weg zur privat organisierten Nachhilfe ereignen, gibt es keinen gesetzlichen Unfallschutz.

Fehlender oder unzureichender gesetzlicher Versicherungsschutz

Doch selbst, wenn der Unfall auf dem Schulweg oder in der Schule passiert ist und deswegen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung steht, ist insbesondere bei besonders schweren Unfällen die gesetzliche Absicherung oftmals nicht ausreichend. Kommt es aufgrund des Unfalles, für den ein Anspruch aus der gesetzlichen Unfallversicherung gegeben ist, zu einer dauerhaften körperlichen oder geistigen Einschränkung, die zu einer Minderung der Erwerbsfähigkeit führt, gibt es je nach Erwerbsunfähigkeitsgrad zwar eine gesetzliche Unfallrente.

Bei einer 100-prozentigen Erwerbsunfähigkeit beträgt die Vollrente aber maximal zwei Drittel des Jahresarbeits-Verdienstes. Bei den bis 6-Jährigen werden als Jahresarbeitsverdienst mindestens 25 Prozent, bei den 6- bis 15-Jährigen mindestens 33,33 Prozent, bei den 15- bis 18-Jährigen mindestens 40 Prozent und bei den über 18-Jährigen mindestens 60 Prozent der Bezugsgröße herangezogen.

Konkret beträgt in den alten Bundesländern die monatliche Unfallvollrente bei einer 100-prozentigen Erwerbsunfähigkeit für ein bis 6-jähriges Kind 472,50 Euro, für einen 6- bis 15-Jährigen 630,00 Euro, für einen 15- bis 18-Jährigen 756,00 Euro und für einen über 18-Jährigen 1.134 Euro. In den neuen Bundesländern wäre die monatliche Unfallvollrente bei einem bis 6-jährigen Kind 402,50 Euro, bei einem 6- bis 15-Jährigen 536,67 Euro, bei einem 15- bis 18-Jährigen 644,00 Euro und bei einem über 18-Jähriger 966 Euro.

Für eine finanzielle Sicherheit

Die gesetzliche Unfallrente ist damit in der Regel zu niedrig, um auf Dauer das Einkommen einer normalen Tätigkeit auszugleichen. Die private Versicherungswirtschaft bietet diverse Lösungen an, um einen fehlenden oder unzureichenden gesetzlichen Versicherungsschutz abzusichern. So leistet beispielsweise eine private Unfall- und/oder eine Erwerbsunfähigkeits-Police bei Eintreten des Versicherungsfalls, egal wann und wo sich der Unfall ereignet hat.

Die Höhe der mit solchen Policen versicherbaren Invaliditätsleistungen, beispielsweise in Form einer Kapitalsumme und/oder einer Rentenzahlung, ist individuell frei wählbar. Mit diesem Geld lassen sich beispielsweise notwendige behindertengerechte Umbaumaßnahmen zahlen und die finanzielle Zukunft des Kindes auch nach einem bleibenden Unfallschaden sichern.

Welche Absicherungslösung für den individuellen Bedarf die beste ist, kann in einem Beratungsgespräch mit einem Versicherungsfachmann geklärt werden.

Immer mehr Rentner sind als Minijobber tätig

2.11.2015 (verpd) Normalerweise können die meisten ab 65-jährigen Arbeitnehmer in Rente gehen. Doch die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen, dass immer noch viele jenseits des Renteneintrittsalters einer Beschäftigung nachgehen.

Nach einer Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage einer Oppositionspartei waren im März diesen Jahres über 903.600 Personen mit einem Alter von über 65 Jahren als geringfügig Beschäftigte (Minijobber) tätig.

Das sind fast 70 Prozent beziehungsweise 370.900 Senioren mehr als noch vor zwölf Jahren. 2003 lag die Zahl der geringfügig Beschäftigten, die über 65 Jahre alt waren, noch bei rund 532.700 Personen.

Damit ein Job im Alter kein Muss wird

Wer sicherstellen möchte, dass er nach Erreichen der Regelaltersgrenze nicht aus finanziellen Gründen weiterarbeiten muss, sondern dies auf freiwilliger Basis tun kann, sollte vorzeitig privat vorsorgen. Denn die gesetzliche Rente ist bei den heutigen Rentenbeziehern schon heute um einiges niedriger, als das bisherige Einkommen während der Erwerbstätigkeit war.

Aktuell liegt das Rentenniveau nur noch bei 47,4 Prozent des Nettoeinkommens vor Steuern und wird nach Expertenaussagen noch weiter absinken. Laut dem aktuellen Rentenbericht rechnet die Bundesregierung damit, dass das Rentenniveau bis zum Jahre 2028 voraussichtlich auf 44,4 Prozent fallen wird.

Ob für einen persönlich die voraussichtliche gesetzliche Rente ausreicht, um den bisherigen Lebensstandard zu halten, und welche individuellen, teils staatlich geförderten Altersvorsorgeformen infrage kommen, wenn dem nicht so ist, lässt sich in einem Gespräch mit einem Versicherungsfachmann klären.

Was sich in 2015 noch steuerlich auszahlt

26.10.2015 (verpd) Nichts ist ärgerlicher als mehr Steuern zu zahlen als man müsste, nur weil man aus Unwissenheit bestimmte geplante Ausgaben nicht noch in diesem Jahr tätigt oder Quittungen über bereits bezahlte Rechnungen nicht aufhebt und beim Finanzamt einreicht. Daher sollte jeder Arbeitnehmer wissen, welche Aufwendungen die Steuerlast mindern können.

Bestimmte Ausgaben, die in einem Kalenderjahr angefallen sind und bezahlt wurden, reduzieren die Lohn- und Einkommenssteuerlast eines Arbeitnehmers. Dazu gehören die sogenannten Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen sowie Ausgaben für hauhaltsnahe Dienstleistungen (Kosten für eine Haushaltshilfe) und/oder Handwerkerkosten.

Werbungskosten

Die Werbungskosten für Arbeitnehmer sind bis zu einem Pauschalbetrag in Höhe von 1.000 Euro absetzbar, ohne dass man die tatsächlichen Ausgaben belegen muss. Wer allerdings mit Quittungen nachweisen kann, dass er in 2015 mehr als den Pauschalbetrag von 1.000 Euro ausgegeben hat, kann im bestimmten Rahmen auch mehr steuerlich absetzen.

Werbungskosten sind beruflich bedingte Ausgaben beispielsweise für Fahrten zur Arbeit, für Arbeitsmittel wie Fachliteratur und Bürobedarf, für Berufskleidung und für Bewerbungen, aber auch Beiträge für Berufsverbände und für die berufliche Fortbildung.

Auch Prämien für Versicherungen, die überwiegend Risiken der beruflichen Tätigkeit abdecken, wie die Musikinstrumente-Versicherung bei Berufsmusikern oder die Diensthaftpflicht-Versicherung für Lehrer, Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst, sind als Werbungskosten steuerlich absetzbar.

Sonderausgaben

Selbst Versicherungsarten, die sowohl private wie auch berufliche Risiken abdecken, können anteilig als Werbungskosten geltend gemacht werden. Bei einer Privatrechtsschutz-Police für Arbeitnehmer sind in der Regel auch Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber im Rahmen des sogenannten Arbeits- oder Berufsrechtsschutzes mitversichert. Der Prämienanteil für den beruflichen Versicherungsschutz ist entsprechend absetzbar.

Ähnliches gilt bei einer privaten Unfallversicherung. In einer solchen Police sind üblicherweise auch Unfälle abgedeckt, die sich während der Berufstätigkeit ereignen. Daher erkennt das Finanzamt in der Regel pauschal die Hälfte der im Steuerjahr gezahlten Unfallversicherungs-Prämie als Werbungskosten an. Die andere Prämienhälfte kann im Rahmen der steuerlich absetzbaren Sonderausgaben beziehungsweise als Vorsorgeaufwendungen die Abgabenlast ebenfalls mindern.

Auch andere Versicherungspolicen, die den privaten Vorsorgeaufwendungen zuzurechnen sind, können je nach Vertragsgestaltung steuerlich geltend gemacht werden. Darunter fallen beispielsweise gezahlte Prämien für private Kranken-, Pflege-, Erwerbs-/Berufsunfähigkeits-, Unfall-, Haftpflicht- und Risikolebens-Versicherungen sowie Beiträge zur eigenen Altersvorsorge. Weitere Sonderausgaben sind beispielsweise Spenden an gemeinnützige oder mildtätige Organisationen sowie Kinderbetreuungskosten wie Kindergartengebühr oder Kosten für eine Tagesmutter.

Nicht nur steuerliche Vorteile

Steuermindernd sind zudem außergewöhnliche Belastungen. Das sind Ausgaben, die beispielsweise aufgrund einer Krankheit anfallen – wie die Rechnung über einen Zahnersatz, die der Arbeitnehmer selbst zu tragen hat –, und in der Summe einen bestimmten Anteil der Gesamteinkünfte überschreiten.

Zudem gibt es weitere mögliche Ausgaben, wie die Kosten für Handwerker und haushaltsnahe Dienstleister, die unter Umständen die Steuerlast reduzieren können. Dazu zählen Aufwendungen für eine Haushaltshilfe, eine Gartenhilfe und/oder einen Handwerker, der an der Wohnung des Arbeitnehmers Reparatur-, Modernisierungs- oder Sanierungsarbeiten vorgenommen hat. Doch der Staat räumt Arbeitnehmern nicht nur steuerliche, sondern auch andere finanzielle Vorteile ein.

Ein Beispiel dafür ist die staatlich geförderte private Altersvorsorge in Form eines Riester-Vertrages. Wer förderberechtigt ist und noch in diesem Jahr einen entsprechenden Vertrag abschließt sowie die notwendigen Beiträge bis Ende 2015 einzahlt, profitiert von der kompletten staatlichen Förderung für 2015 in Form von Geldzulagen und steuerlichen Vorteilen. Ein Beratungsgespräch mit einem Versicherungsfachmann zeigt, wie hoch die Förderungen bei einer solchen Altersvorsorge im Einzelnen sind.

Weitere Informationen zu Steuerfragen

Da für manche abzugsfähigen Ausgaben wie für Sonderausgaben steuerlich absetzbare Höchstbeiträge gelten und diverse Kosten nur anteilig steuerlich geltend gemacht werden können, ist es sinnvoll, bei individuellen Fragen einen Steuerberater oder das Finanzamt hinzuzuziehen.

Detailinformationen über die absetzbaren Ausgaben bieten der kostenlose Steuerratgeber „Lohnsteuer 2015“ der obersten Finanzbehörden der Länder, welcher bei den Finanzämtern erhältlich ist, sowie die online beziehbare Broschüre „Einkommen- und Lohnsteuer“ des Bundesministeriums für Finanzen (BMF).

Darüber hinaus stellt das BMF einen kostenlosen interaktiven Lohn- und Einkommensteuerrechner für die Jahre 2002 bis 2015 im Internet unter der Webadresse www.bmf-steuerrechner.de zur Verfügung.

Damit Unwissenheit nicht das Erbe kostet

26.10.2015 (verpd) Nicht immer muss es ein naher Angehöriger eines Verstorbenen hinnehmen, dass er laut Testament nichts oder nur einen kleinen Teil des Erbes erhält. Denn in vielen Fällen kann er sein sogenanntes Pflichtteil einfordern.

Nahe Angehörige wie der Ehegatte, Kinder oder die Eltern haben gemäß Paragraf 2303 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) ein Anrecht auf eine gesetzliche Mindestbeteiligung am Erbe eines Verstorbenen, wenn sie bei der gesetzlichen Erbfolge ohne Testament erbberechtigt gewesen wären.

Der Pflichtteilsanspruch verjährt jedoch bereits nach drei Jahren von dem Zeitpunkt an, an dem der Berechtigte vom Erbfall erfahren hat, wenn er vorher nicht eingefordert wird.

Mindestbeteiligung am Nachlass

Prinzipiell handelt es sich beim Pflichtteil um einen persönlichen Anspruch auf Zahlung einer Geldsumme in Höhe der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils, das dem Angehörigen ohne Vorhandensein eines Testaments zugestanden hätte. Der Pflichtteil ist also eine Mindestbeteiligung am Nachlass – ein reiner Geldanspruch des Pflichtteils-Berechtigten gegen den oder die Erben.

Zwar können in einem Testament oder Erbvertrag andere Personen als die in der gesetzlichen Erbfolge vorgesehenen als Erben eingesetzt werden. Werden damit jedoch die Kinder, Eltern oder der Ehegatte des Erblassers von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen, können diese Angehörigen von den testamentarisch legitimierten Erben den Pflichtteil verlangen.

Der Anspruch auf einen Pflichtteil kann somit auch durch ein Testament nicht entzogen werden, außer es liegt eine sogenannte Erbunwürdigkeit vor.

Wann der Anspruch auf ein Pflichtteil verwirkt ist

Die Gründe der Erbunwürdigkeit sind in Paragraf 2339 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) geregelt. Erbunwürdig ist beispielsweise derjenige, der vorsätzlich den Erblasser tötet oder es versucht hat. Das Gleiche gilt auch für denjenigen, der den Erblasser vorsätzlich und widerrechtlich daran hinderte, ein Testament zu erstellen oder zu ändern.

Ebenfalls keinen Anspruch auf ein Pflichtteil haben Angehörige, die den Erblasser mit einer arglistigen Täuschung oder Drohung daran hindern, ein Testament zu erstellen oder es zu ändern.

Erbunwürdig ist zudem jeder, der ein Testament fälscht. Die Erbunwürdigkeit tritt allerdings nicht automatisch ein, sondern muss innerhalb eines Jahres ab Kenntnis eines entsprechenden Grundes gerichtlich geltend gemacht werden. Sonstige Gründe, wie ein Streit zu Lebzeiten zwischen Erblasser und Angehörigen oder dass jahrelang kein Kontakt zwischen beiden bestand, reichen für eine Erbunwürdigkeit nicht aus.

Frist für Pflichtteilsanspruch beachten

Angehörige des Erblassers müssen ihren Pflichtteil gegenüber den Erben innerhalb drei Jahren nach Kenntnis des Erbfalles ausdrücklich einfordern, ansonsten besteht kein Anspruch mehr auf den Pflichtteil. Wer seinen Pflichtteil nicht haben will, kann entweder die Frist verstreichen lassen oder auch eine einfache Verzichtserklärung abgeben.

Eine notarielle Verzichtserklärung ist nur notwendig, wenn ein Angehöriger bereits zu Lebzeiten des Erblassers auf seinen Pflichtteil verzichten möchte – dann allerdings kann der Pflichtteil nach dem Tod des Erblassers nicht mehr eingefordert werden.

Hinterbliebenen-Absicherung per Lebensversicherung

Wenn ein Erblasser eine Lebensversicherung hat und sichergehen möchte, dass die vereinbarte Todesfallleistung nach seinem Ableben nur an eine bestimmte Person ausgezahlt wird, kann er diese Person namentlich als Begünstigten im Todesfall in die Police eintragen lassen.

Wer beispielsweise eine Immobilie vererbt und die entsprechenden
Erben, die unter Umständen den übrigen Angehörigen einen entsprechenden Pflichtteil auszahlen müssen, finanziell entlasten will, kann dies mit einer Risikolebens-Versicherung tun.

Ein Versicherungsfachmann kann in einer Beratung weitere Möglichkeiten aufzeigen, wie man seine Hinterbliebenen bedarfsgerecht absichert.

Selbstständige: Bessere Altersvorsorge – weniger Steuern

19.10.2015 (verpd) Die meisten Selbstständigen oder Freiberufler sind nicht gesetzlich rentenversicherungs-pflichtig und haben deswegen keinen direkten Anspruch auf staatlich geförderte Altersvorsorge in Form eines Riester-Rentenvertrages. Allerdings gibt es für sie eine andere Form, mit staatlicher Hilfe für das Alter vorzusorgen.

Selbstständige, die nicht gesetzlich rentenversicherungs-pflichtig sind, können mit einem Basis-Rentenvertrag, auch Rürup-Rente genannt, mit finanzieller staatlicher Unterstützung in Form von Steuervergünstigungen für ihr Alter vorsorgen.

Es handelt sich dabei um eine private, kapitalgedeckte Leibrentenversicherung, bei der die gezahlten Prämien bis zu einem bestimmten Betrag steuerlich geltend gemacht werden können. Unter einer Leibrente versteht man eine Rentenzahlung, die bis zu einem bestimmten Ereignis – üblicherweise bis zum Tod des Rentenempfängers – geleistet wird.

80 Prozent der Prämien sind steuerlich absetzbar

Wann und wie viel der Selbstständige in den Basis-Rentenvertrag einzahlt, steht ihm weitestgehend frei. In 2015 sind 80 Prozent der tatsächlich eingezahlten Prämien, höchstens jedoch 80 Prozent von 22.172 Euro, also 17.737,60 Euro, als Sonderausgaben abzugsfähig.

Für zusammen veranlagte Ehepaare gilt der doppelte Betrag, in diesem Jahr folglich 35.475,20 Euro (80 Prozent von 44.344 Euro). Der Prozentsatz für die steuerliche Abzugsfähigkeit steigt bis 2025 jedes Jahr um zwei Prozent, bis die volle Summe, also 100 Prozent, erreicht ist.

Die Rentenleistung selbst ist nachgelagert besteuert – das heißt ein Teil der Rente ist ab Rentenbeginn zu versteuern. Der zu versteuernde Anteil wird zu Beginn des Rentenbezuges festgelegt und gilt für die gesamte Bezugsdauer. Wer beispielsweise 2015 in Rente geht, muss 70 Prozent seiner Basis-Rente für die laufende Bezugszeit versteuern. Dieser Prozentsatz steigt bis 2020 je Jahr für den jeweiligen Rentenbeginn um zwei Prozent und ab 2020 bis 2040 um ein Prozent.

Krisensicheres Ansparen

Jeder Basis- oder Rürup-Vertrag erfüllt bestimmte Kriterien, damit die steuerliche Begünstigung gilt. In jedem dieser Verträge wird eine lebenslange, monatliche Leibrente garantiert. Grundsätzlich ist für die Basisverträge, die nach 2012 abgeschlossen wurden, als frühestes Auszahlungsalter der lebenslangen Rente das 62. Lebensjahr festgelegt. Die Leistungsansprüche dürfen weder veräußerbar, kapitalisierbar, veränderbar, übertragbar noch beleihbar sein.

Die Aufwendungen für diese Art der Altersvorsorge sind außerdem Hartz-IV-sicher. Das heißt, selbst im Falle von längerer Arbeitslosigkeit wird das in einem Basis-Rentenvertrag zur Altersvorsorge angesparte Kapital nicht als Vermögen gezählt und muss deshalb auch nicht vorrangig aufgebraucht werden, um Anspruch auf Arbeitslosengeld II zu haben.

Ergänzend zur eigenen Altersvorsorge kann der Versicherte zusätzlich einen Hinterbliebenen-, Berufs- und/oder Erwerbsunfähigkeits-Schutz im Basisvertrag vereinbaren.

Weniger Lohnabzüge, aber dafür eine bessere Rente

12.10.2015 (verpd) Laut einem aktuellen Forschungsbericht, der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Auftrag gegeben wurde, hat ein großer Anteil der Arbeitnehmer noch keine betriebliche Altersversorgung (bAV). Wer noch in 2015 einen entsprechenden bAV-Vertrag abschließt, kann sich damit nicht nur eine Zusatzrente ansparen, sondern zugleich seine Sozialabgaben- und Lohnsteuerlast reduzieren.

Jeder Arbeitnehmer hat seit 2002 hierzulande das Recht, über seinen Arbeitgeber einen Teil seines Lohnes oder Gehaltes in eine betriebliche Altersversorgung (bAV) umzuleiten. Die geleisteten bAV-Beiträge des Arbeitnehmers können seine Abzüge vom Bruttolohn bezüglich der Sozialabgaben und Lohnsteuer deutlich mindern. Letztendlich kann der Arbeitnehmer so für die Altersversorgung deutlich mehr ansparen, als ihm beim Nettolohn fehlt, und die Einkommenslücke, die die gesetzliche Rente im Vergleich zum bisherigen Verdienst hinterlässt, zumindest teilweise ausgleichen.

Zudem beteiligen sich viele Arbeitgeber mit betrieblichen oder tariflichen Zuschüssen bei dieser Art der Altersvorsorge. Doch nach einem aktuellen Forschungsbericht hatten 2013 nur 59,5 Prozent der knapp 29,9 Millionen sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten einen entsprechenden bAV-Vertrag, das heißt fast 12,1 Millionen Arbeitnehmer nehmen die Vorteile der bAV nicht in Anspruch. Dem Forschungsbericht, der im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales erstellt wurde, liegt eine Untersuchung des Marktforschungs-Instituts TNS Infratest Sozialforschung zugrunde.

Weniger Lohnsteuer und Sozialabgaben

Prinzipiell hat jeder Arbeitnehmer das Recht, durch eine Gehaltsumwandlung (Entgeltumwandlung), also durch Teile seines Gehaltes oder Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld, eine Zusatzrente aufzubauen.

Pro Kalenderjahr sind Beiträge, die der Arbeitnehmer in die bAV einzahlt, in Höhe von vier Prozent der geltenden Beitragsbemessungs-Grenze West – für 2015 sind das aktuell 2.904 Euro – steuer- und sozialversicherungsfrei, das heißt für diesen Betrag entfallen die Lohnabgaben. Unter Umständen kann er zudem weitere 1.800 Euro steuerfrei in einen bAV-Vertrag, beispielsweise in eine Direktversicherung, einzahlen.

Auch Arbeitgeber profitieren von einer bAV. Zum einen fallen für die bAV-Beiträge weniger Lohnnebenkosten an, zum anderen sind bAV-Beiträge, die der Arbeitgeber alleine oder als Zuschuss zahlt, als Betriebsausgaben steuerlich absetzbar.

Noch in diesem Jahr die Vorteile nutzen

Prinzipiell kann der Arbeitgeber entscheiden, welche Form der betrieblichen Altersvorsorge er dem Arbeitnehmer anbietet. Möglich ist beispielsweise die Einzahlung in einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder eine Direktversicherung. Arbeitnehmer, deren Arbeitgeber von sich aus keine bAV anbieten, können eine Entgeltumwandlung über eine Direktversicherung fordern. Mit der Umwandlung des Weihnachtsgeldes zum Jahresende lässt sich beispielsweise noch rückwirkend der für das ganze Jahr zur Verfügung stehende Förderrahmen ausschöpfen.

Wer noch in diesem Jahr von den Vorteilen der bAV profitieren möchte, sollte sich bei seinem Arbeitgeber erkundigen, welche bAV-Form dieser anbietet. Wird eine entsprechende Lösung angeboten, sollte geklärt werden, bis wann eine Entscheidung getroffen werden muss, um die maximale bAV-Förderung noch in diesem Jahr nutzen zu können.

Bietet der Arbeitgeber keine entsprechende bAV-Lösung an, hilft ein Beratungsgespräch mit einem Versicherungsfachmann weiter, um einen entsprechenden bAV-Vertrag abschließen zu können. Zudem sollte man sich einen auf den individuellen Bedarf zugeschnittenen Vorschlag beim jeweiligen bAV-Anbieter unterbreiten lassen und rechtzeitig darüber entscheiden.

Die Vorteile einer privaten Rentenversicherung

12.10.2015 (verpd) Die Versicherungswirtschaft bietet diverse Vorsorgelösungen an, die es dem Einzelnen ermöglichen, auch im Alter finanziell gut aufgestellt zu sein und beispielsweise die Einkommenslücke zwischen bisherigem Einkommen und gesetzlicher Rente auszugleichen. Besonders beliebt ist bei vielen die private Rentenversicherung.

Wer eine klassische private Rentenversicherung abschließt, sichert sich damit eine lebenslange Rente. Die Rentenhöhe setzt sich aus den eingezahlten Beiträgen, einer garantierten Verzinsung und den erwirtschafteten Überschüssen des gewählten Versicherers zusammen.

Aktuell liegt der garantierte Zinssatz einer neu abgeschlossene Police, der für die gesamte Laufzeit des Versicherungsvertrages gilt, bei 1,25 Prozent.

Neben der garantierten Leistung und einer lebenslangen Rente ist ein weiterer Vorteil einer klassischen privaten Rentenversicherung, dass die Rentenzahlungen einer günstigeren Ertragsanteils-Besteuerung unterliegen als beispielsweise die Erträge aus anderen vermögensbildenden Ansparverträgen.

Ansparen oder sofort beginnende Rente

Die Versicherungswirtschaft bietet verschiedenste Rentenversicherungs-Varianten an. Eine der beliebtesten ist die private Rentenversicherung mit aufgeschobener Rentenzahlung. Im Rahmen einer solchen Police spart der Kunde beziehungsweise Versicherungsnehmer ein Kapital durch regelmäßige Zahlungen an. Nach Erreichen eines in der Police festgelegten Zeitpunkts erhält der Kunde eine monatliche Rente.

Selbst, wenn das bis zum Beginn der Rentenzahlung angesparte Kapital im Laufe der Rentenzahlungsdauer aufgebraucht ist, wird die vereinbarte Rente weiterhin bis zum Tod der versicherten Person ausgezahlt. Wurde bei Vertragsabschluss ein Kapitalwahlrecht vereinbart, kann sich der Kunde statt einer Rente auch eine Kapitalabfindung in Form einer einmaligen Geldsumme auszahlen lassen. Übrigens: Stirbt der Versicherte in der Ansparphase, also vor Beginn der Rentenzahlung, erhalten seine Hinterbliebenen das bis zum Tod angesparte Kapital zurück.

Eine weitere Variante ist eine Rentenversicherung mit sofortiger Rentenzahlung gegen Einmalbeitrag. Bei einer solchen Police erhält der Kunde, nachdem er einen Einmalbetrag geleistet hat, ohne Wartezeit sein Leben lang eine monatliche Rentenzahlung.

Hinterbliebenenschutz und andere Optionen

In vielen klassischen Rentenpolicen kann vereinbart werden, dass der Versicherte, wenn er während der Ansparphase erwerbs- oder berufsunfähig oder pflegebedürftig wird, eine zusätzliche Rente bekommt. Neben der eigenen Rente für sich kann der Versicherungsnehmer auch seine Angehörigen absichern. Wird zum Beispiel eine Rentengarantiezeit vereinbart, wird die Rente nicht nur so lange ausbezahlt, wie die versicherte Person lebt, sondern auch nach deren Tod mindestens bis zur vereinbarten Rentengarantiezeit.

Wurde zum Beispiel eine 15-jährige Rentengarantiezeit vereinbart und stirbt die versicherte Person, nachdem sie zehn Jahre eine Rentenzahlung aus der Rentenpolice erhalten hat, bekommen die Hinterbliebenen die Rente noch fünf Jahre weiter. In vielen Renten-Policen kann auch vereinbart werden, dass eine weitere mitversicherte Person, zum Beispiel der Ehepartner, nach dem Tod des Versicherten eine eigene Hinterbliebenenrente ein Leben lang erhält.

Auch ein zusätzlicher Kapitalbetrag, der an die Hinterbliebenen ausbezahlt wird, wenn der Versicherte infolge eines Unfalles verstirbt, kann vereinbart werden.

Individuelle Rentenabsicherung

Eine besondere Variante der privaten Rentenversicherung ist die staatlich geförderte Altersvorsorge in Form von Riester- oder Basis-(Rürup-)Rentenverträgen. Je nach Vertragsart wird hier der Versicherte während der Ansparphase durch staatliche Geldzulagen und/oder steuerliche Vergünstigungen dabei unterstützt, eine Altersvorsorge aufzubauen.

Welche Rentenversicherungsform die für den persönlichen Bedarf und die individuellen Wünsche passende ist, lässt sich durch ein Beratungsgespräch mit einem Versicherungsfachmann klären. Der Experte kann mithilfe komplexer Computerprogramme ermitteln, wie hoch die Absicherung des Einzelnen im Alter entsprechend der aktuellen Situation sein wird und inwieweit eine Versorgungslücke besteht.

Außerdem kann er aufzeigen, wie der Einzelne von den Fördermöglichkeiten, die der Staat für die individuelle Altersvorsorge bietet, am meisten profitiert.

Wie Eltern finanziell für ihre Kinder vorsorgen

5.10.2015 (verpd) Wenn Eltern für ihre Kinder sparen, sind die Finanzierung von Ausbildung beziehungsweise Studium und Führerschein/Auto die wichtigsten Ziele, wie eine vor Kurzem veröffentlichte Umfrage belegt. Jeder Dritte gab an, dass für ihn beim Nachwuchs das Thema Sicherheit besonders wichtig ist.

Die Hälfte der Deutschen legt für ihre Kinder Geld auf die hohe Kante. Dies erfolgt bei den meisten Sparern regelmäßig. Dies ist ein Ergebnis eines aktuellen Anlegerbarometers, das auf Grundlage einer repräsentativen Befragung von privaten Haushalten vom Meinungsforschungs-Institut Forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH im Auftrag einer Fondsgesellschaft erstellt wurde.

Die befragten 500 Finanzentscheider in deutschen Privathaushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren gaben an, für ihre Kinder hauptsächlich mit einer mittel- und langfristigen Perspektive zu sparen.

Ausbildung und Führerschein sind die häufigsten Sparziele

54 Prozent sparen nach eigenen Aussagen für die Finanzierung von Ausbildung und Studium ihres Kindes – dies ist damit das häufigste Sparziel. Den jungen Erwachsenen Mobilität zu sichern, ist ein weiteres zentrales Motiv. 38 Prozent möchten mit dem Ersparten für ihren Sprössling die Führerscheinprüfung ermöglichen und 27 Prozent den Kauf eines Autos. Mehr als jeder Fünfte spart, um dem Nachwuchs später eine finanzielle Unterstützung für die erste eigene Wohnung geben zu können.

Mit Blick auf Rendite und Sicherheit unterscheiden sich für die Hälfte der Sparer die Erwartungen an eine Geldanlage für Kinder nicht wesentlich von der eigenen. Jeder Dritte gibt an, dass für ihn beim Nachwuchs das Thema Sicherheit besonders wichtig ist. 15 Prozent wünschen sich mehr Rendite, 14 Prozent mehr Flexibilität.

Zahlreiche Wahlmöglichkeiten

Für Eltern, aber auch Großeltern und Paten, bietet die Versicherungswirtschaft diverse Ansparlösungen an. So können zum Beispiel bei einer Ausbildungsversicherung die monatlichen Prämien, aber auch die Zahldauer, frei vereinbart werden. Bereits mit wenigen Euro pro Monat lässt sich so auf längere Sicht eine stattliche Summe zum Beispiel für den Führerschein, die Ausbildung oder auch als Grundstock für die erste eigene Wohnung des Nachwuchses erzielen.

Die Auszahlung kann je nach Vertragsvereinbarung als einmalige Kapitalsumme oder auch aufgeteilt in mehrere Monatsraten, zum Beispiel für die Länge der Ausbildung, erfolgen. Optional kann oft auch vereinbart werden, dass der Versicherer bei Tod oder Berufsunfähigkeit des Prämienzahlers auf die Beitragszahlung verzichtet, aber dennoch die vereinbarte Versicherungsleistung nach Ablauf der festgelegten Versicherungsdauer dem Kind zur Verfügung stellt.

Ein Lichtblick beim demografischen Wandel

5.10.2015 (verpd) Nicht zuletzt auch durch die hohe Zuwanderung ist die Bevölkerungszahl in Deutschland 2014 im Vergleich zum Vorjahr um rund 0,5 Prozent beziehungsweise 430.000 Personen angestiegen. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) ist das der höchste Zuwachs seit 1992. Die aktuelle Geburtenrate alleine reicht bei Weitem nicht aus, um die Sterbefälle auszugleichen.

Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts (Destatis) lebten Ende 2014 81.197.500 Menschen in Deutschland. Das waren 430.100 Personen mehr als Ende 2013. Der Bevölkerungszuwachs war letztes Jahr zudem der höchste seit 1992.

Die Bevölkerung in Deutschland ist damit drei Jahre in Folge gewachsen, allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass im Rahmen des Bevölkerungszensus im Jahr 2011 die Einwohnerzahl von fortgeschriebenen 81,8 Millionen auf rund 80,2 Millionen deutlich nach unten korrigiert worden war.

„Bevölkerungsalterung wird sich fortsetzen“

Die Bundesregierung erklärte in dem vor Kurzem veröffentlichten Bericht „Weiterentwicklung der Demografiestrategie“ (Bundestagsdrucksache 18/6021), die Gesamtbevölkerungszahl werde bis zum Jahr 2030 voraussichtlich in etwa auf dem Niveau von heute liegen.

Konkret steht in dem Bericht zu lesen: „Die Bevölkerungszahl wird im Jahr 2030 in etwa auf dem Niveau von heute liegen, wobei sie zunächst noch weiter ansteigen, dann aber zurückgehen dürfte. Die Bevölkerungsalterung wird sich fortsetzen. Gegen Ende der 2020er-Jahre scheiden die Babyboomer-Jahrgänge – also alle, die in den geburtenstarken Jahrgängen, das war von Mitte der 1950er- bis Ende der 1960er-Jahre, auf die Welt gekommen sind – aus dem Berufsleben aus.

Der Anteil der über 67-Jährigen gegenüber der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird sich dann vergrößern. Die Altersgruppe der über 67-Jährigen wächst bis zum Jahr 2030 um 27 Prozent, die der 80-Jährigen und Älteren um 43 Prozent gegenüber heute. Die Erwerbsbevölkerung im Alter von 20 bis 66 Jahren wird bis 2030 um 3,5 Millionen Menschen (6,9 Prozent) zurückgehen.“

Mit Willkommenskultur gegen den demografischen Wandel

Die Regierung erklärte zudem, dass ein Anstieg der Geburtenrate theoretisch möglich sei, ein solcher lasse sich derzeit aber nicht beobachten. „Rückgang und Alterung der Bevölkerung sind jedoch nach allen Modellrechnungen nicht umkehrbar“, so die Berichtsautoren.

Im Bericht der Bundesregierung wird insbesondere darauf hingewiesen, dass „Industriestaaten innerhalb und außerhalb der EU eine ähnliche demografische Entwicklung wie Deutschland durchlaufen und auf gut ausgebildete junge Menschen angewiesen sind, sodass die Konkurrenz um qualifizierte Fachkräfte weltweit steigt.

Nur durch eine gelebte Willkommenskultur kann es gelingen, weiterhin ausreichend Personen für ein Studium, eine Berufsausbildung und/oder eine Karriere in Deutschland zu begeistern und Deutschland im Kreise der beliebten Einwanderungsländer langfristig zu etablieren.

Wanderungssaldo von über einer halben Million Menschen

Laut Destatis starben im vergangenen Jahr 153.000 Personen mehr als im gleichen Jahr geboren wurden. Zwar hat sich diese Relation gegenüber dem Vorjahr – hier waren es 212.000 mehr Verstorbene als Neugeborene – leicht verbessert, doch entscheidend für das Bevölkerungswachstum waren auch in 2014 die Zuwanderungsgewinne von 550.000 Personen (Vorjahr 429.000 Personen).

Das Durchschnittsalter der Bevölkerung erhöhte sich laut Destatis leicht von 44,2 Jahren in 2013 auf 44,3 Jahre in 2014. Im Bericht der Bundesregierung heißt es: „Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland beträgt bei Geburt für Männer 77,7 Jahre und für Frauen 82,8 Jahre. Sie ist in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg nahezu kontinuierlich gestiegen. Von 1960 bis heute hat sich die Lebenserwartung um 10,8 Jahre für Männer und 10,4 Jahre für Frauen erhöht, das heißt um durchschnittlich 2,6 beziehungsweise 2,5 Monate pro Jahr.“

Insgesamt gab es Ende 2013 14,7 Millionen unter 20-Jährige, aber 15,1 Millionen ab 67-Jährige. Laut Destatis wird damit gerechnet, dass es in 2030 14,2 Millionen unter 20-Jährige und 19,2 Millionen ab 67-Jährige und in 2060 nur noch 12,0 Millionen unter 20-Jährige, dafür aber 21,3 Millionen Senioren ab 67 Jahren geben wird.

Steigende Lebenserwartung

Wie die Fakten zeigen, spielt bei der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland neben dem Zuzug die immer längere Lebenserwartung eine wichtige Rolle. Im Regierungsbericht heißt es dazu: „Die demografischen Veränderungen und ihre Folgen sind in Deutschland seit vielen Jahren in nahezu allen Lebensbereichen spürbar. Ihre Ursachen sind in erster Linie die kontinuierlich steigende Lebenserwartung, das dauerhaft niedrige Geburtenniveau und die wachsende nationale und internationale Mobilität.“

Was bedeutet die Entwicklung für den Einzelnen? Wer länger lebt, braucht auch länger Geld, um sorgenfrei den eigenen Ruhestand genießen zu können. Es gibt auch laut den aktuellen Prognosen künftig immer weniger Erwerbstätige, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und damit die Renten sichern, dafür aber immer mehr Rentenbezieher. Daher muss man davon ausgehen, dass das Rentenniveau, das bereits jetzt bei weniger als 48 Prozent des Nettoeinkommens vor Steuern liegt, noch weiter absinken wird.

Deshalb wird für den Einzelnen eine frühzeitige finanzielle Absicherung für das Alter sowie gegen die Risiken Pflegefall und Berufsunfähigkeit immer wichtiger. Eine Beratung beim Versicherungsfachmann zeigt auf, welche individuell passenden Lösungen, die zum Teil auch mit Geldzulagen und Steuervergünstigungen staatlich gefördert werden, es hierzu gibt.

So teuer ist es, ein Pflegefall zu sein

28.9.2015 (verpd) Die Bundesregierung verfügt nach eigenen Angaben über keine Erkenntnisse, ob im Pflegefall das Armutsgefährdungs-Risiko steigt. Aus den vorhandenen Daten lässt sich allerdings ablesen, dass die finanziellen Belastungen für die Pflege selbst sowie bei stationärer Unterbringung für Kost und Logis sowie Investitionskosten-Zuschüsse stetig gestiegen sind. Die soziale Pflegepflicht-Versicherung deckt je nach Pflegestufe nur einen Teil der Kosten ab.

Auf eine Kleine Anfrage einer Oppositionspartei zum Thema Pflege und Altersarmut erklärte die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Gesundheit (BMG), Ingrid Fischbach, mit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz würden die Pflegeleistungen nochmals deutlich erhöht. Gleichwohl bleibe die Pflegepflicht-Versicherung ein Teilleistungssystem. Daten über ein gesondertes Armutsgefährdungs-Risiko im Pflegefall und über die Dauer des Pflegefalls hinweg lägen der Bundesregierung nicht vor, so Fischbach weiter.

Allerdings erhebt das Statistische Bundesamt (Destatis) alle zwei Jahre gesondert Daten zu den Kosten in der Pflege, wie Fischbach weiter mitteilte. Wie sich aus diesen Daten ermitteln lässt, ergibt sich in der Pflegestufe III ein Eigenbedarf von bis zu 1.866 Euro im Durchschnitt, den der Pflegebedürftige aus der eigenen Tasche zahlen müsste.

Eigenanteile bei der Pflege liegen zwischen 27 und 34 Prozent

Im Jahr 2013 betrug der monatliche Eigenanteil in der Pflegestufe I im Durchschnitt 27,65 Prozent beziehungsweise 391 Euro und in der Pflegestufe II 31,79 Prozent beziehungsweise 596 Euro.

Der Eigenanteil an den Pflegekosten in der Pflegestufe III ist von 2005 mit 696 Euro über 779 Euro im Jahr 2009 auf nunmehr 815 Euro im Jahr 2013 bei durchschnittlichen Gesamtkosten von 2.365 Euro gestiegen. Das entspricht einem durchschnittlichen Eigenanteil von 31,79 Prozent.

Dabei schwanken die Zuzahlungen von Bundesland zu Bundesland sehr stark. Während sie in der Pflegestufe III in Sachsen-Anhalt im Durchschnitt bei 319 Euro liegen, sind es beispielsweise im Saarland 1.138 Euro.

Kosten für Unterbringung und Verpflegung Sache des Heimbewohners

Die hinzukommenden Kosten für Unterkunft und Verpflegung seien grundsätzlich vom Pflegeheimbewohner selbst aufzubringen, erklärte Fischbach weiter. Diese Kosten betrugen im Jahr 2005 durchschnittlich monatlich 578 Euro, im Jahr 2009 611 Euro und in 2013 651 Euro.

An außerordentlichen Kosten kommen Investitionskosten hinzu, soweit diese nicht von den Bundesländern für die Vorhaltung der pflegerischen Versorgungsstruktur übernommen werden. Diese Kosten beliefen sich für den Heimbewohner auf monatlich durchschnittlich 400 Euro. In der Summe ergibt sich somit bei Pflegestufe III ein Eigenbedarf von monatlich 1.866 Euro im Durchschnitt. Für den ambulanten Bereich seien die Anteile nicht berechenbar, erklärte Fischbach.

Sie wies zudem darauf hin, dass mit dem Pflegestärkungsgesetz II eine einheitliche Eigenbeteiligung in den neuen Pflegegraden zwei bis fünf innerhalb jedes Pflegeheims vorgesehen sei. Daten für 2015, die auch die Wirkung des ersten Pflegestärkungsgesetzes deutlich machen würden, liegen noch nicht vor.

Viele sind auf „Hilfe zur Pflege“ angewiesen

Eine monatliche Rente in der Größenordnung des ermittelten durchschnittlichen Eigenbedarfs von 1.866 Euro in Pflegestufe III ist allerdings die große Ausnahme. Deshalb sind viele Pflegebedürftige auf „Hilfe zur Pflege“ (gemäß Sozialgesetzbuch XI) angewiesen: Ende 2013 waren es 119.140 Männer und 222.643 Frauen – insgesamt 65 Prozent der Empfänger waren Frauen. Zudem bezogen 134.000 pflegebedürftige Personen Wohngeld.

Wie die Daten zeigen, deckt die gesetzliche Pflegeversicherung nur teilweise die anfallenden Pflegekosten ab. Mit einer passenden Pflegevorsorge in Form einer privaten Pflegeversicherung kann man selbst dafür sorgen, dass man im Falle einer Pflegebedürftigkeit finanziell abgesichert ist.

Je nach Vertragsgestaltung gibt es für eine private Pflegeversicherung auch staatliche Zuschüsse. Details können beim Versicherungsfachmann erfragt werden.

Immer mehr setzen auf eine Riester-Rente

28.9.2015 (verpd) Nach den vor Kurzem veröffentlichten Daten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) ist im dritten Quartal diesen Jahres der Bestand an Riester-Verträgen weiter gestiegen. Ende Juni 2015 waren es insgesamt knapp 16,35 Millionen Verträge und damit 380.000 Verträge mehr als noch im zweiten Quartal des Vorjahres. Insgesamt gesehen ist unter den vier möglichen Vertragsvarianten eine überproportional stark in dem Gesamtbestand vertreten.

Der Statistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) ist zu entnehmen, dass der Bestand der Riester-Verträge in den ersten sechs Monaten diesen Jahres um rund 150.000 Verträge auf insgesamt 16,35 Millionen Verträge angewachsen ist. In den letzten zwölf Monaten betrug der Anstieg sogar 380.000 Verträge.

Wie das „Riestern“ funktioniert

Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte Altersvorsorge – wer also einen Riester-Rentenvertrag abschließt, bekommt staatliche Förderungen für seine Altersvorsorge. Insgesamt gibt es vier verschiedene Anlageformen für das Riester-Sparen: die Riester-Versicherungsverträge, Riester-Banksparverträge, Riester-Investmentfondsverträge und Wohn-Riesterverträge.

Wer einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, bekommt bei einer vollen Förderung die sogenannte Grundzulage in Höhe von 154 Euro pro Jahr. Für jedes Kind, für das der Förderberechtigte oder sein Ehegatte Kindergeld bezieht, werden noch einmal 185 Euro jährlich dem Vertrag gutgeschrieben. Bei Kindern, die ab dem 1. Januar 2008 geboren wurden, sind es sogar 300 Euro. Bis zu 2.100 Euro der eingezahlten Prämien können jährlich steuerlich abgesetzt werden.

Wer förderberechtigt ist

Einen direkten Anspruch auf eine Förderung, also unmittelbar zulagenberechtigt, sind unter anderem in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversicherte Arbeitnehmer, rentenversicherungs-pflichtige Selbstständige wie Künstler oder freiberufliche Hebammen, aber auch Beamte. Mittelbar zulagenberechtigt und somit ebenfalls einen Anspruch auf die staatliche Förderung hat der Ehegatte eines unmittelbar Förderberechtigten, und zwar unabhängig von seiner beruflichen Tätigkeit.

Damit ein unmittelbar oder mittelbar Förderberechtigter prinzipiell Anspruch auf eine Riester-Förderung hat, muss er einen Sockelbetrag von 60 Euro im Jahr beziehungsweise fünf Euro im Monat in den Riester-Vertrag einzahlen. Die volle Förderung gibt es, wenn der Sparer einen Mindesteigenbetrag von vier Prozent seines Vorjahres-Bruttoeinkommens für den Vertrag aufwendet. Detaillierte Informationen zur staatlichen Förderung und Hilfe bei der Auswahl des individuell richtigen Riester-Vertrages gibt es beim Versicherungsfachmann.

Versicherungsvariante besonders beliebt

Übrigens: Von den Ende Juni bestehenden 16,35 Millionen Riester-Verträgen entfielen knapp 10,98 Millionen Policen auf Riester-Versicherungsverträge. Damit ist diese Vertragsform mit über 67 Prozent des gesamten Bestandes der Riester-Verträge die beliebteste Riester-Variante.

An zweiter Stelle liegen mit insgesamt rund 3,09 Millionen Verträgen, das entspricht einem Anteil von nicht ganz 19 Prozent aller Riester-Verträge, die Riester-Investmentfondsverträge. Circa neun Prozent aller Vertragsarten, das sind knapp 1,48 Millionen Verträge, entfallen auf die Wohn-Riestervariante. Mit einem Anteil von unter fünf Prozent beziehungsweise 811.000 Verträgen sind Banksparverträge bei allen Riester-Varianten am wenigsten vertreten.

Gut abgesichert als Auszubildender

28.9.2015 (verpd) Wer sich als Auszubildender nicht selbst um einen ausreichenden Versicherungsschutz für so manche Gefahren kümmert, kann schnell in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass auch Auszubildende in einigen Bereichen einen ausreichenden privaten Versicherungsschutz haben. In einigen bestehenden Versicherungsverträgen der Eltern bleiben Ausbildende, selbst wenn sie volljährig sind, kostenlos mitversichert – allerdings nur solange bestimmte Kriterien erfüllt sind. In manchen Bereichen ist jedoch ab dem 18. Lebensjahr eine eigene Absicherung notwendig.

Daher sollte jeder Auszubildende prüfen, in welchen Bereichen er über die Policen der Eltern einen Versicherungsschutz genießt und welche Versicherungsverträge er eventuell selbst noch abschließen muss, um umfassend geschützt zu sein.

Absicherung bei Missgeschicken

Prinzipiell ist es wichtig, dass man auch als Auszubildender einen Privathaftpflicht-Schutz genießt. Wer in der Freizeit oder auf dem Weg zur Arbeit beispielsweise mit dem Fahrrad einen Unfall verursacht und dabei einen anderen schädigt, haftet für den angerichteten Schaden in unbegrenzter Höhe. Eine Privathaftpflicht-Versicherung würde nicht nur in dem genannten Schadenfall einspringen und den Schaden begleichen. Gerade bei verursachten Personenschäden kann dies schnell zur finanziellen Existenzgefährdung des Unfallverursachers führen.

In der Regel besteht eine kostenfreie Mitversicherung in einer Privathaftpflicht-Police der Eltern jedoch nur für Kinder, die direkt nach dem Schulabschluss eine Ausbildung beginnen und ein bestimmtes Alter – meist bis zum 25. oder 27. Lebensjahr – nicht überschritten haben. Zudem dürfen sie neben ihrer Ausbildungsvergütung über kein regelmäßiges anderes Einkommen verfügen. Jobs, um sich ein Taschengeld hinzuzuverdienen, fallen hier nicht darunter. Für die Mitversicherung spielt es keine Rolle, ob der volljährige Nachwuchs noch bei den Eltern wohnt oder bereits eine eigene Wohnung hat.

Wer allerdings vor der aktuellen Ausbildung bereits einen Studien- oder anderen Berufsabschluss erreicht hat, verheiratet ist, oder aber die im Versicherungsvertrag festgelegte Altersgrenze übersteigt, hat über seine Eltern keinen Versicherungsschutz mehr und benötigt eine eigene Police.

Von der Rechtsschutz- bis zur Hausratpolice

Ähnliche Regelungen über die Mitversicherung von Kindern gelten auch bei einer Privatrechtsschutz-Versicherung. Haben die Eltern eine solche Police, bleiben auch hier ihre Kinder während der Ausbildung kostenlos mitversichert, wenn sie unverheiratet sind und unter der in den Versicherungs-Bedingungen festgelegten Altersgrenze, oftmals das 25. Lebensjahr, liegen.

Eine Ausnahme ist jedoch die Verkehrsrechtsschutz-Versicherung der Eltern: Hier ist in vielen Policen keine Mitversicherung volljähriger Kinder gegeben. Hat ein Kind einen eigenen Führerschein oder bereits ein eigenes Kraftfahrzeug, sollte eine separate Fahrer- oder bei Kfz-Besitz eine Verkehrsrechtsschutz-Police abgeschlossen werden.

Bei der Hausratversicherung ist das Hab und Gut eines Auszubildenden unabhängig meist so lange über die Hausratversicherung der Eltern mitversichert, wie er noch zu Hause wohnt. Einige Versicherer bieten in der Hausratversicherung der Eltern, teils gegen Aufpreis, auch eine Mitversicherung des Hausrates der Kinder bis zu einer bestimmten Versicherungssumme an, wenn der Nachwuchs nur wegen einer Ausbildung woanders wohnt.

Im Krankheitsfall

Grundsätzlich ist jeder Auszubildende während seiner Ausbildung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), aber auch in der gesetzlichen Pflege-, Renten- und Arbeitslosen-Versicherung kostenpflichtig pflichtversichert. Der Auszubildende wird entsprechend von seinem Ausbildungsbetrieb beim Träger der jeweiligen Sozialversicherung, also beispielsweise bei einer gesetzlichen Krankenkasse angemeldet.

Jeder Auszubildende kann allerdings innerhalb von 14 Tagen nach Ausbildungsbeginn wählen, in welcher gesetzlichen Krankenkasse er versichert sein möchte. Trifft er keine Auswahl, wird er üblicherweise in der Krankenkasse, in der er bisher beispielsweise über die Eltern im Rahmen einer Familienversicherung mitversichert war, weiterversichert. Allerdings kann auch ein Auszubildender von seinem ordentliches Kündigungsrecht Gebrauch machen, wenn er mindestens 18 Monate in der Krankenkasse versichert war.

Er kann dann ohne Begründung die Krankenkassen-Mitgliedschaft zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats, gerechnet von dem Monat, in dem er als Mitglied die Kündigung erklärt hat, kündigen und zu einer anderen Krankenkasse wechseln. Wer mehr Leistungen als die der GKV wünscht, kann zudem eine private Krankenzusatz-Versicherung, zum Beispiel eine stationäre Krankenzusatz-Police, die die Kosten für eine Chefarztbehandlung und/oder Einbettzimmer-Unterbringung übernimmt, abschließen. Je jünger der Versicherungskunde, desto niedriger ist hier auch die Prämie.

Für eine ausreichende Einkommensabsicherung

Bereits für Auszubildende ist es wichtig, sich finanziell für den Fall abzusichern, dass sie aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalles nicht mehr ihrem angestrebten Beruf nachgehen können, und/oder mögliche unfall- oder krankheitsbedingte Einkommenseinbußen auszugleichen. Für Personen, die nach dem 1. Januar 1961 geboren wurden, gibt es beispielsweise keine gesetzliche Berufsunfähigkeits-Rente mehr.

Und auch die sonstigen gesetzlichen Leistungen, zum Beispiel eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente, reichen meist nicht, um die Differenz zwischen den gesetzlichen Leistungen und dem Einkommen, das ohne Krankheit oder Unfall zu erwarten gewesen wäre, auszugleichen. Die Versicherungswirtschaft bietet hier diverse Absicherungslösungen, zum Teil auch mit staatlicher Förderung in Form von Zulagen und Steuervergünstigungen, an.

Um als Auszubildender gut abgesichert zu sein, empfiehlt sich ein Beratungsgespräch mit einem Versicherungsfachmann. Dieser kann die jeweilige Situation analysieren und klären, wo eventuell noch Absicherungslücken bestehen oder bereits Schutz durch eine kostenlose Mitversicherung bei den Eltern gegeben ist.

So hoch fällt die abschlagsfreie Rente ab 63 Jahren aus

14.9.2015 (verpd) Von allen Männern, die 2014 erstmalig eine gesetzliche Rente bekamen, hat rund jeder Vierte die neue abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren in Anspruch genommen. Bei den Frauen war es nur etwa jede Zehnte, wie aktuelle Zahlen der Deutschen Rentenversicherung Bund zeigen. Die durchschnittliche Rente für langjährig Versicherte war deutlich höher als der Gesamtdurchschnitt aller Altersrenten.

Mitte vergangenen Jahres wurde die abschlagsfreie Rente ab 63 Jahren für besonders langjährig Versicherte eingeführt. Demnach kann jeder, der mindestens 45 anrechenbare Versicherungsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung vorweisen kann (Wartezeit von 45 Jahren), nach Erreichen der Altersgrenze für vorgezogene Altersrenten ohne Rentenabschläge eine Altersrente beziehen. Bis zum Geburtsjahrgang 1952 gilt als Altersgrenze für besonders langjährig Versicherte das 63. Lebensjahr, danach steigt sie bis zum Geburtsjahrgang 1964 auf das 65. Lebensjahr an.

Die abschlagsfreie Rente ab 63 Jahren wird besonders von gut verdienenden männlichen Fachkräften in Anspruch genommen. Der für diese Gruppe ausgewiesene Rentenzahlbetrag ist überdurchschnittlich hoch. Dies legen zumindest neue Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) zum Rentenzugang 2014, also eine Statistik zu den Rentenbeziehern, die letztes Jahr erstmalig eine gesetzliche Rente bezogen haben, nahe.

Unterschiedliche Rentenzahlbeträge

Den DRV-Daten zufolge erhielten im vergangenen Jahr insgesamt 823.631 Personen, konkret 408.879 Männer und 414.752 Frauen, erstmalig eine Rente wegen Alters. Darunter zählen unter anderem alle Rentner, die eine normale Regelaltersrente, eine spezielle Altersrente für Arbeitslose oder Schwerbehinderte bis hin zur Altersrente für langjährig oder besonders langjährig Versicherte zum ersten Mal in 2014 bezogen.

Die durchschnittliche Höhe der monatlichen Altersrente lag nach Abzug der Kranken- und Pflegebeiträge bei den Männern bei 974,67 Euro und bei den Frauen bei 532,72 Euro.

Fast jeder vierte Mann, nämlich 109.596 Rentner, nutzte dabei die Regelungen der Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Sie hatten eine monatliche Durchschnittsrente von 1.287,83 Euro. Bei den Frauen waren es nur 41.560 Rentnerinnen, die eine solche Rente 2014 erstmalig erhielten, also nur jede zehnte Rentenbezieherin. Sie erhielten eine Durchschnittsrente von monatlich 995,67 Euro.

Knapp 60.000 Männer nutzten die Rente mit 63 Jahren

Vor Erreichen der Regelaltersgrenze profitieren von der Neuregelung für besonders langjährig Versicherte Männer und Frauen im Alter zwischen 63 und 65 Jahren. Im Detail gingen nach den Daten der Rentenversicherung 59.741 Männer im 63. Lebensjahr in Rente und nutzten entsprechend die abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren. Ihr Rentenzahlbetrag betrug im Durchschnitt 1.258,05 Euro. Im 63. Lebensjahr gingen zugleich 25.288 Frauen mit einer Durchschnittsrente von 976,70 Euro in Rente.

Bei den besonders langjährig versicherten 64-jährigen Männern waren es 24.119 Personen (monatliche Durchschnittsrente 1.275,49 Euro) und bei den 65-Jährigen 25.734 Rentner mit einer Durchschnittsrente von 1.368,50 Euro im Monat.

Von den besonders langjährig versicherten Frauen gingen letztes Jahr 11.022 im 64. Lebensjahr mit einer durchschnittlichen Altersrente von 993,38 Euro und 5.248 Frauen im Alter von 65 Jahren mit einer Durchschnittsrente von 1.092,08 Euro in den Ruhestand.

Nur die wenigsten erhalten 2.000 Euro oder mehr Altersrente

Die Statistiker der Rentenversicherung haben den Rentenneuzugang wegen Alters auch nach der Höhe des Rentenzahlbetrags aufgeschlüsselt. Danach beziehen von den besonders langjährig versicherten Männer, das sind rund 109.600 Neurentner, gerade drei Prozent, nämlich nur 3.382 Personen eine monatliche Rente von mehr als 2.000 Euro. Von den Regelaltersrentnern erreichen dies von den 141.976 erstmaligen Rentenbeziehern in 2014 nur 1.955, das sind nicht einmal 1,4 Prozent.

Von den Frauen kommen lediglich 163 Neurentnerinnen von 41.560 besonders langjährig Versicherten auf eine Rentenauszahlung von über 2.000 Euro, das sind nicht einmal 0,4 Prozent. Von den Regelaltersrentnerinnen schaffen dies sogar nur 139 Rentenbezieherinnen und damit sogar deutlich weniger als 0,1 Prozent aller 229.357 Frauen, die 2014 erstmalig eine Regelaltersrente bekommen haben.

Bei den Angaben zur Rentenhöhe ist zudem zu berücksichtigen, dass ein immer größerer Teil der Rente der Einkommensteuer unterliegt, was das Alterseinkommen, das den Rentnern tatsächlich für ihren Lebensunterhalt zur Verfügung steht, weiter schmälert.

Damit das Geld im Alter reicht

Die Zahlen zeigen, dass es nicht nur für Männer, sondern insbesondere auch für Frauen wichtig ist, über die gesetzliche Rentenversicherung hinaus für das Alter vorzusorgen. Denn selbst eine abschlagsfreie Rente, von der jedoch aufgrund der Zugangsvoraussetzungen bei Weitem nicht jeder profitieren kann, reicht in der Regel nicht aus, um den Lebensstandard auch im Rentenalter ohne finanzielle Probleme aufrechtzuerhalten.

Um eine Altersvorsorge angemessen zu planen, ist es prinzipiell wichtig zu wissen, wie groß die individuelle Rentenlücke – also die Differenz zwischen dem letzten Nettogehalt und der gesetzlichen Rente – sein wird. Bei der Berechnung der persönlichen Rentenlücke und bei Fragen zur richtigen Höhe und der passenden Form einer sinnvollen Altersvorsorge sowie zur optimalen Nutzung von staatlichen Altersvorsorge-Förderungen hilft ein Versicherungsfachmann auf Wunsch weiter.

Deutschland altert immer weiter

14.9.2015 (verpd) Nach aktuellen Hochrechnungen des Statistischen Bundesamts (Destatis) wird die Bevölkerungszahl bis Ende 2021 um knapp eine Million auf rund 81,9 Millionen steigen, um danach bis 2060 kontinuierlich wieder auf gut 67 bis 73 Millionen Menschen abzunehmen. Die Alterung der deutschen Gesellschaft werde dabei auch durch die Zuzüge nicht aufgehalten werden, so die Statistiker.

Die Bevölkerungszahl in Deutschland wird – unter der Annahme von sich fortsetzenden hohen Wanderungsgewinnen – von 81,05 Millionen Ende 2014 auf 81,90 Millionen bis Ende 2021 steigen. Bis zum Jahr 2060 wird die Bevölkerung kontinuierlich bis auf 73,08 Millionen Menschen (höhere Zuwanderung) beziehungsweise rund 67,6 Millionen (niedrigere Zuwanderung) abnehmen.

Dies zeigen neueste Hochrechnungen des Statistischen Bundesamts (Destatis) zur Bevölkerungsentwicklung auf Grundlage der 13. koordinierten Bevölkerungs-Vorausberechnung.

Zwei Varianten

Wie Destatis weiter mitteilte, vollzieht sich das Bevölkerungswachstum bis zum Jahr 2021 allerdings nur in den alten Bundesländern sowie in Berlin. Die Bevölkerung in den Flächenländern der neuen Bundesländer dürfte stetig schrumpfen. Die Statistiker wiesen darauf hin, dass es sich bei den Vorausberechnungen nicht um eine Prognose, sondern nur um Wenn-dann-Aussagen handele.

Betrachtet werden zwei Szenarien: In Variante eins wird ein Abflachen der derzeit hohen Wanderungsgewinne von netto 500.000 Personen bis auf 100.000 im Jahr 2021 unterstellt. Danach wird mit einem stetigen Wanderungssaldo von 100.000 Personen gerechnet.

In der Variante zwei sinken die Wanderungsgewinne bis 2021 auf jährlich 200.000 und verharren dann auf diesem Niveau. Die Geburtenrate wird konstant bei 1,4 Kindern je Frau unterstellt, wobei Frauen immer später ihr erstes Kind bekommen dürften.

Jeder dritte Ostdeutsche ist 2030 bereits über 64 Jahre alt

Die Bevölkerung in den ostdeutschen Flächenländern wird nach den Berechnungen in den kommenden 20 Jahren stark altern. So werde der Anteil der über 64-Jährigen an der Gesamtbevölkerung von 24 Prozent im Jahr 2013 bis zum Jahr 2030 mindestens auf 32 Prozent anwachsen, um dann bis zum Jahr 2060 auf mindestens 34 Prozent weiter anzusteigen.

Damit wäre dort jeder dritte Bewohner über 64 Jahre alt. Dass sich das gesetzliche Renteneintrittsalter und damit auch das erwerbsfähige Alter in den kommenden Jahren sukzessive auf 67 Jahre erhöht, haben die Statistiker nicht in ihre Berechnungen einbezogen. Zugleich werde die Bevölkerungszahl in den fünf Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen von 12,5 Millionen im Jahr 2013 auf etwa neun Millionen im Jahr 2060 kontinuierlich sinken, rechnete Destatis weiter vor.

Zugleich würde die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter (von 20 bis 64 Jahre) von rund acht Millionen auf rund fünf Millionen abnehmen. Unter der Annahme einer schwächeren Zuwanderung würde die Bevölkerung im Erwerbsalter sogar um 44 Prozent auf vier Millionen im Jahr 2060 sinken.

Stadtstaaten erweisen sich als Bevölkerungsmagnet

Von den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg werden vor allem Berlin und Hamburg von Zuzügen profitieren. Insgesamt dürfte die Bevölkerung in den Stadtstaaten bis Ende der 2040er-Jahre im Vergleich zu 2013 um elf Prozent auf 6,5 Millionen zunehmen und dann bis 2060 relativ stabil auf diesem Niveau bleiben.

Bei schwächerer Zuwanderung dürfte die Bevölkerungszahl bis zum Jahr 2028 um sechs Prozent wachsen und anschließend bis 2060 auf knapp sechs Millionen zurückgehen.

In den westlichen Flächenländern wird ein Bevölkerungswachstum von ein bis zwei Prozent bis Anfang der 2020er-Jahre unterstellt. Bis zum Jahr 2060 werde die Einwohnerzahl im Vergleich zu den 62 Millionen im Jahr 2013 auf 53 Millionen bei schwächerer Zuwanderung oder 57 Millionen Menschen bei stärkerer Zuwanderung sinken.

Auswirkungen auf Altersversorgungs-Systeme

Die Lebenserwartung bei Geburt dürfte sich bis zum Jahr 2060 bei Männern um sieben Jahre und bei Frauen um sechs Jahre erhöhen. Sollte die Lebenserwartung tatsächlich in dem unterstellten Ausmaß weiter zunehmen, hätte dies erhebliche Konsequenzen für das Rentensystem aber auch hinsichtlich der Pflegeabsicherung.

Denn wer länger lebt, kann auch mit einer längeren Rentendauer rechnen und braucht länger ein entsprechendes Alterseinkommen, um den eigenen Ruhestand sorgenfrei genießen zu können. Mit steigendem Alter nimmt statistisch auch die Wahrscheinlichkeit zu, ein Pflegefall zu werden.

Für den Einzelnen ist es daher wichtig, schon frühzeitig an eine finanzielle Absicherung für das Alter sowie für den Fall einer eintretenden Pflegebedürftigkeit zu denken. Selbst wer derzeit keinen finanziellen Spielraum dafür sieht, erfährt durch die Beratung eines Versicherungsfachmanns oftmals von Absicherungslösungen, teils sogar mit staatlicher Förderung, auf die er ohne eine gründliche Analyse nicht gekommen wäre.

Wenn das Einkommen nicht ausreicht

7.9.2015 (verpd) Wem, obwohl er seine Ausgaben bereits reduziert hat, sein monatliches Einkommen nicht ausreicht, um längerfristig die anfallenden Lebenshaltungskosten und Fixausgaben wie Miete und Stromrechnung zu begleichen, der gilt als überschuldet. Allerdings ist nicht jedes Einkommen und Vermögen von den Gläubigern pfändbar. Zudem gibt es für Betroffene diverse Hilfen, damit sie wieder aus der finanziellen Schieflage kommen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) beantragen jedes Jahr rund 100.000 Verbraucher hierzulande eine Privatinsolvenz. Die Zahl der Personen, die zwar in Zahlungsschwierigkeiten sind, aber noch nicht deswegen vor Gericht mussten, um eine Privatinsolvenz anzumelden, ist laut Experten um ein Vielfaches höher.

Ein Hauptgrund für eine Überschuldung war letztes Jahr laut Destatis bei rund 19 Prozent der Fälle eine eintretende Arbeitslosigkeit. Weitere Gründe waren mit jeweils über zwölf Prozent eine Trennung oder der Tod des Lebenspartners sowie ein Unfall, eine Sucht oder eine Erkrankung. Elf Prozent der Überschuldungsfälle sind auf eine unwirtschaftliche Haushaltsführung zurückzuführen, acht Prozent auf eine gescheiterte Selbstständigkeit und zwei Prozent auf eingegangene Bürgschaften oder die Übernahme einer Mithaftung.

Existenzschutz für Schuldner

Wer eine Gefahr sieht, dass er in Kürze überschuldet sein kann oder wer bereits überschuldet ist, kann online unter www.meine-schulden.de Tipps von der Bundesarbeits-Gemeinschaft Schuldnerberatung abrufen, die Auswege aus seiner finanziellen Lage aufzeigen. Zudem lässt sich hier nach ortsnahen, seriösen Schuldnerberaterstellen suchen, die einen persönlich dabei unterstützen, aus der Schuldenfalle zu kommen.

Außerdem können sich hier Betroffene über die wichtigsten gesetzlichen Regelungen zum Thema Schulden informieren. Damit es dem Betroffenen auch nach seiner finanziellen Pleite möglich ist, sich selbst zu versorgen und nicht auf soziale Sicherungssysteme angewiesen zu sein, besteht beispielsweise ein gesetzlich festgelegter Pfändungsschutz.

Unter anderem gibt es diesbezüglich Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen, die alle zwei Jahre jeweils zum 1. Juli an die Entwicklung des steuerlichen Freibetrags für das sächliche Existenzminimum angepasst werden. Seit dem 1. Juli 2015 bis zum 30. Juni 2016 beträgt der unpfändbare Grundbetrag aktuell 1.073,88 Euro monatlich zuzüglich 404,16 Euro für die erste und jeweils weitere 225,17 Euro für die zweite bis fünfte Person, für die der Schuldner unterhaltspflichtig ist.

Was pfändbar ist und was nicht

Sollte der Schuldner mehr verdienen als den pfändungsfreien Grundbetrag, ist nicht die komplette Differenzsumme pfändbar, sondern nur ein Anteil davon. Wie hoch dieser ist, kann entsprechend Paragraf 850c ZPO (Zivilprozessordnung) der aktuellen Pfändungstabelle entnommen werden. Zum pfändbaren Einkommen zählen unter anderem Arbeits- und Dienstlöhne, Renten, Dienst- und Versorgungsbezüge von Beamten, Schichtzuschläge, Sonn- und Feiertagszuschläge und ein gewährter geldwerter Vorteil für die private Nutzung eines Dienstautos.

Nicht pfändbar sind Sozialhilfe, Kinder-, Erziehungs- und Mutterschaftsgeld. Auch Urlaubsgelder, Gefahren- oder Schmutzzulagen, Aufwandsentschädigungen, Auslösegelder, Heirats- oder Geburtsbeihilfen sowie Zulagen für auswärtige Beschäftigungen sind pfändungsfrei. Außerdem werden bis zu 50 Prozent der Überstunden- und Weihnachtsvergütungen, maximal bis zu einem Betrag von 500 Euro, nicht gepfändet. Die genannten Einkommensteile sowie das Urlaubsgeld bleiben jedoch nur pfändungsfrei, wenn es sich nicht um eine Pfändung wegen Unterhaltsschulden handelt.

Auch Vermögen im Rahmen eines Riester- oder Rürup-Rentenvertrags sowie betriebliche Leistungen für die Altersvorsorge und Beiträge für vermögenswirksame Leistungen (VL-Sparen) sind nicht pfändbar. Unter bestimmten Voraussetzungen sind gemäß Paragraf 851c ZPO zudem bestehende Altersvorsorgeverträge wie Kapitallebens- oder Rentenversicherungen vor einer Pfändung geschützt. Weitere Details zum Thema bietet die kostenlos herunterladbare Broschüre „Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen“ des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV).

Der Weg aus den Schulden

Seit dem 1. Juli 2014 hat jeder Schuldner durch das aktuell geltende Insolvenzrecht für Verbraucher die Möglichkeit, innerhalb von drei, fünf oder sechs Jahren von seinen Schulden befreit zu werden, vorausgesetzt, er erfüllt die notwendigen Auflagen.

Ein Schuldner muss beispielsweise für eine dreijährige Restschuldbefreiung in dieser Zeit unter anderem die Verfahrenskosten und 35 Prozent seiner Schulden beglichen haben. Kann er nur die Verfahrenskosten bezahlen, ist zumindest eine Schuldenbefreiung in fünf Jahren möglich.

Weitere Informationen zum Verbraucherinsolvenz-Verfahren gibt es bei den Schuldnerberatungs-Stellen, sowie in der vom BMJV herausgegebenen, kostenlos herunterladbaren Broschüre „Restschuldbefreiung – eine Chance für redliche Schuldner“.

Testament oder Erbvertrag?

7.9.2015 (verpd) Viele, die ihren Nachlass bereits zu Lebzeiten regeln wollen, verfassen dazu ein Testament. Es gibt jedoch auch Konstellationen, in denen ein Erbvertrag die bessere Wahl ist. Das wäre beispielsweise der Fall, wenn ein unverheiratetes Paar eine gemeinsame Erbregelung wünscht, oder wenn eine getroffene Erbfestlegung nicht einseitig vom Erblasser veränderbar sein soll.

Liegt weder ein Testament noch ein Erbvertrag vor, gilt die gesetzliche Erbfolge. Wer abweichend von der gesetzlichen Erbfolge sein Hab und Gut an eine oder mehrere bestimmte Personen vererben will, muss eine schriftliche Regelung in Form eines Testamentes oder eines Erbvertrages treffen.

Unterschied Testament – Erbvertrag

Die bekannteste Möglichkeit ist das Testament. Damit ein selbst erstelltes Testament rechtsgültig ist, muss es vom Erblasser handschriftlich verfasst und unterschrieben sein. Allerdings kommt es immer wieder vor, dass ein vom Erblasser selbst erstelltes Testament wegen unklarer Formulierungen oder wegen formaler Fehler ungültig ist, und es im Erbfall doch zum Streit kommt. Solche Fehler lassen sich vermeiden, wenn man sich bei der Erstellung des Testaments von einem Notar oder Rechtsanwalt beraten lässt.

Grundsätzlich kann der Erblasser sein Testament jederzeit ändern, ohne die oder den künftigen Erben darüber zu informieren. Wenn dies jedoch nicht gewünscht wird, beispielsweise weil das Kind, das im elterlichen Betrieb mitarbeitet, auch das Unternehmen erben soll, die Sicherheit haben möchte, dass es nach dem Tod beider Elternteile die Firma auf jeden Fall bekommt, hilft ein Erbvertrag weiter.

Denn anders als beim Testament kann bei einem Erbvertrag der Erblasser zu Lebzeiten seine getroffenen Erbregelungen nicht mehr einseitig, und damit nicht ohne Zustimmung des oder der bisherigen Erben, ändern. In nur wenigen Ausnahmefällen, beispielsweise, wenn eine Widerrufs- beziehungsweise Änderungsmöglichkeit vereinbart wurde, ist eine einseitige Änderung eines Erbvertrages möglich. Im Gegensatz zu einem Testament muss ein Erbvertrag jedoch zwingend bei einem Notar aufgesetzt werden.

Nachlassregelung für unverheiratete Paare

Auch für Paare kann ein Erbvertrag sinnvoller sein als ein Testament, denn ein gemeinsames Testament zwischen zwei Lebenspartnern – das sogenannte Berliner Testament – ist nur bei Eheleuten oder bei eingetragenen Lebenspartnern möglich.

Für ein unverheiratetes Paar ist hingegen ein Erbvertrag in der Regel die einzige Möglichkeit, gemeinsam für den Todesfall eine Verfügung zu treffen. In diesem Fall wäre eventuell auch eine Rücktrittsklausel überlegenswert.

Details zum Thema Erben und Vererben stehen in der kostenlos herunterladbaren oder bestellbaren Broschüre „Erben und Vererben – Informationen und Erklärungen zum Erbrecht“ des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz.

Lückenhafte Absicherung im Falle einer Erwerbsunfähigkeit

7.9.2015 (verpd) Die Mehrheit der Bürger rechnet damit, dass im Falle einer eintretenden Erwerbsunfähigkeit ihre dann zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel nur für wenige Jahre reichen, um die Lebenshaltungskosten abzudecken. Nur jeder Dritte rechnet damit, seinen bisherigen Lebensstandard dauerhaft halten zu können. Dies geht aus einer aktuellen Studie hervor. Dabei wäre auch eine lebenslange finanzielle Absicherung möglich.

Für den Fall, durch Krankheit oder Unfall erwerbsunfähig zu werden, gehen die Bürger hierzulande davon aus, mit Rücklagen in Form von Ersparnissen, Anlagen, Rentenansprüchen und Versicherungspolicen ihre Lebenshaltungskosten für 6,8 Jahre abdecken zu können.

Dies zeigt eine aktuelle Umfrage zum Thema Erwerbsunfähigkeit eines Versicherers, für die jeweils 1.000 Menschen im Alter von 18 bis 70 Jahren in Deutschland, Großbritannien, Irland, Italien, der Schweiz und Spanien online befragt wurden.

Unterschätztes Risiko, erwerbsunfähig zu werden

Laut Studie glauben irrtümlicherweise zwei von drei Deutschen, dass sich das Risiko der Bevölkerung, erwerbsunfähig zu werden, auf weniger als 20 Prozent beläuft. Ihr persönliches Risiko schätzen 40 Prozent auf weniger als zehn Prozent.

In der Realität scheidet jedoch ein Viertel der deutschen Erwerbstätigen frühzeitig aus dem Berufsleben aus.

Bei der Einschätzung der besonders gefährdeten Altersgruppen lagen die deutschen Teilnehmer der Studie zufolge richtig: Sie nehmen an, dass die Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen, gefolgt von den 55- bis 64-Jährigen, am stärksten durch Erwerbsunfähigkeit gefährdet ist.

Weniger Einkommen

Länderübergreifend gehen die Befragten von einem Vorsorgepolster von durchschnittlich 4,6 Jahren aus. Diejenigen Befragten aus Deutschland, die über Möglichkeiten zur Einkommensabsicherung informiert sind, rechnen damit, ihre Lebenshaltungskosten sogar über einen Zeitraum von 8,3 Jahren gesichert zu haben.

Der Umfrage zufolge sind die Bundesbürger zuversichtlich, dass sie kurzfristige Einkommenseinbußen tragen können. Allerdings ist nur ein Drittel der Ansicht, den derzeitigen Lebensstandard im Falle einer Erwerbsunfähigkeit halten zu können.

Sieben von zehn Deutschen rechnen im Fall von Erwerbsunfähigkeit mit weniger als 75 Prozent ihres bisherigen Einkommens. Jeder Zweite geht davon aus, mindestens das derzeitige Einkommen für „den bisherigen oder zumindest einen angemessenen Lebensstandard“ zu benötigen. Tatsächlich erhalten nach 1961 geborene Arbeitnehmer jedoch nur noch rund 40 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens im Falle einer Erwerbsunfähigkeit.

Kein ausreichender gesetzlicher Schutz

Grundsätzlich reicht laut Experten die gesetzliche Absicherung bei einer gesundheitlich bedingten Frühverrentung in der Regel nicht aus, um den bisherigen Lebensstandard zu halten. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist nämlich um einiges niedriger, als das bisherige Einkommen. Zudem hat nur derjenige Anspruch auf eine derartige Rente, der als gesetzlich Rentenversicherter bestimmte versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt.

Eine gesetzliche Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung erhält nur, wer aufgrund eines Leidens dauerhaft mindestens drei, aber weniger als sechs Stunden, und eine volle Erwerbsminderungsrente nur, wer weniger als drei Stunden am Tag erwerbstätig sein kann. 2014 betrug die durchschnittliche Rente bei einer teilweisen Erwerbsminderung monatlich 483 Euro und bei einer vollen Erwerbsminderung 735 Euro. Anders als bei einer Berufsunfähigkeits-Absicherung spielt bei der Erwerbsminderungsrente die Art der bisherigen und der noch möglichen Erwerbstätigkeit keine Rolle.

Seit 2001 gibt es zudem für alle, die nach dem 1. Januar 1961 geboren wurden, im Falle einer Berufsunfähigkeit keine gesetzliche Berufsunfähigkeits-Rente mehr. Wie die Fakten zeigen, bietet die gesetzliche Absicherung keinen oder keinen ausreichenden finanziellen Schutz im Falle einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit.

Das Recht auf eine betriebliche Altersvorsorge

7.9.2015 (verpd) Eine Studie einer Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft kommt zu dem Ergebnis, dass sich viele Arbeitnehmer nicht ausreichend über das Thema betriebliche Altersvorsorge informiert fühlen, und das, obwohl sie einen Anspruch auf diese Art der Altersvorosrge haben.

98 Prozent der Arbeitnehmer sind laut einer repräsentativen Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC) der Meinung, dass die gesetzliche Rente im Rentenalter nicht ausreichen wird. Mehr als die Hälfte, nämlich 58 Prozent haben jedoch noch keine entsprechende Vorsorge.

Von denjenigen, die bereits finanziell mit einer oder mehreren Lösungen für ihr Alter vorsorgen, haben die meisten, nämlich 43 Prozent eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) sowie jeweils 34 Prozent einen Riester-Vertrag und eine private Lebensversicherung. Das ist ein Ergebnis der repräsentativen PWC-Studie „Betriebliche Altersversorgung“, für die 1.000 sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigte aus ganz Deutschland befragt worden sind. 61 Prozent der Befragten, die keine bAV haben, wussten ihrer Meinung nach zu wenig darüber.

Informationsdefizit

Jeder dritte Arbeitnehmer war der Ansicht, dass sein Arbeitgeber keine bAV anbieten muss beziehungsweise anbietet. Dies ist jedoch falsch, denn seit einigen Jahren hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch darauf, dass der Arbeitgeber ihm die Möglichkeit einer betrieblichen Altersvorsorge zur Verfügung stellt. Über die Form der bAV entscheidet der Arbeitgeber. Unter anderem ist die Einzahlung in einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder in eine Direktversicherung möglich.

Arbeitnehmer, deren Arbeitgeber von sich aus keine bAV anbieten, können eine Entgeltumwandlung über eine Direktversicherung fordern. Arbeitnehmer können beispielsweise durch eine Gehaltsumwandlung, also durch Teile des Gehaltes oder Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld, eine Zusatzrente aufbauen. Manche Arbeitgeber übernehmen die Kosten beziehungsweise Beiträge für die bAV auch komplett alleine. Wie die Befragung ergab, haben 29 Prozent der Arbeitnehmer eine vom Arbeitgeber komplett finanzierte Betriebsrente

Win-win-Lösung

Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist die bAV eine Win-win-Lösung. Denn laut Gesetz ist für 2015 ein Beitrag in Höhe von 2.904 Euro, – das sind vier Prozent der jeweils geltenden Beitragsbemessungs-Grenze West der Rentenversicherung – den der Arbeitnehmer in die bAV-Lösung einzahlt, für ihn steuer- und sozialversicherungsfrei. Unter Umständen kann er zudem weitere 1.800 Euro steuerfrei in einen bAV-Vertrag, beispielsweise in eine Direktversicherung, einzahlen.

Auch der Arbeitgeber profitiert davon. Er kann die vom Unternehmen bezahlten Beiträge zur bAV als Betriebsausgaben geltend machen und Lohnnebenkosten durch Einsparungen von Sozialversicherungs-Beiträgen reduzieren.

Kleine Betriebe haben Nachholbedarf

Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen scheinen laut der Studie Nachholbedarf zu haben. So gaben drei Viertel der Befragten aus Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern und mehr als die Hälfte aus Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern an, ihr Arbeitgeber biete keine Information zur bAV an.

Doch auch große Unternehmen bleiben unter ihren Möglichkeiten: 35 Prozent der Befragten aus Unternehmen mit bis zu 5.000 Mitarbeitern vermissen die Aufklärung seitens des Arbeitgebers, aus Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern immerhin noch 28 Prozent. Insgesamt erhielten 49 Prozent der Arbeitnehmer bisher keine Informationen zur bAV von ihrem Arbeitgeber.

Die Erwartungen der Arbeitnehmer an die Arbeitgeber

Dabei haben die Arbeitnehmer der Studie zufolge in Sachen bAV durchaus gewisse Ansprüche an ihren Arbeitgeber. Für mehr als die Hälfte der Befragten ist die betriebliche Altersvorsorge relevant für die Wahl des Arbeitgebers. Dabei erwarten nur die wenigsten, nämlich nur 19 Prozent, eine vollständig vom Arbeitgeber finanzierte Versorgungsleistung. Vielmehr wäre mehr als die Hälfte mit verständlichen Informationen zum Thema sowie einem Zuschuss des Arbeitgebers bereits zufrieden.

Arbeitnehmer, die noch keine bAV-Vorsorge haben, sollten sich bei ihrem Arbeitgeber erkundigen, welche betriebliche Altersversorgung dieser anbietet. Ein Versicherungsfachmann kann in einem Beratungsgespräch zudem aufzeigen, wie ein Arbeitnehmer die vollen Fördermöglichkeiten, die der Staat für die Altersvorsorge bietet, ausschöpfen kann.

Betriebliche Hinterbliebenenrente trotz später Heirat

7.9.2015 (verpd) Eine Klausel in einer betrieblichen Pensionsordnung, die bestimmt, dass ein Anspruch auf eine Witwenrente nur dann besteht, wenn die Ehe vor dem 60. Lebensjahr des Versorgungsberechtigten geschlossen wurde, ist nichtig. Das hat das Bundesarbeitsgericht vor Kurzem mit einem Urteil entschieden (3 AZR 137/13).

Einem Arbeitnehmer, der mit 63 Jahren gestorben ist, war während seiner Erwerbstätigkeit von seinem Arbeitgeber eine betriebliche Altersversorgung (bAV) einschließlich einer Witwenversorgung zugesagt worden. Doch als die Witwe Ansprüche auf die Zahlung der Witwenrente geltend machte, wurde ihr diese mit dem Argument verweigert, dass die Pensionsordnung des Unternehmens nur dann eine Rentenzahlung vorsehe, wenn die Ehe vor dem 60. Lebensjahr des Versorgungsberechtigten geschlossen wurde.

Die Hochzeit habe jedoch erst stattgefunden, als der verstorbene Mann der Klägerin 61 Jahre alt war. Ein Anspruch auf Zahlung einer Witwenrente würde daher nicht bestehen. Die Witwe klagte gegen diese Entscheidung vor Gericht.

Übermäßige Benachteiligung

Anders als die Vorinstanzen wollte sich das Bundesarbeitsgericht dieser Argumentation nicht anschließen. Es gab der Revision der Witwe statt.

Nach Ansicht der Richter sind im Rahmen einer betrieblichen Altersversorgung zwar grundsätzlich Altersgrenzen möglich. Die betreffen jedoch ausschließlich die Alters- und Invaliditätsversorgung des Versorgungsberechtigten, nicht jedoch die Witwen- beziehungsweise Witwerversorgung.

Eine sogenannte „Spätehenklausel“ führe nämlich zu einer übermäßigen Benachteiligung der legitimen Interessen versorgungsberechtigter Arbeitnehmer. Sie sei daher nichtig. Die Klausel verstoße im Übrigen gegen das Benachteiligungsverbot gemäß Paragraf 7 Absatz 2 AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz). Sie sei daher auch aus diesem Grund unwirksam.

Steuerstreit um eine betriebliche Altersversorgung

24.8.2015 (verpd) Arbeitnehmer, die sich beim Eintritt in den Ruhestand für eine Kapitalabfindung ihrer betrieblichen Altersversorgung entscheiden, müssen diesen Betrag nur ermäßigt versteuern. Das geht aus einer vor Kurzem veröffentlichten Entscheidung des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz hervor (5 K 1792/12).

Eine Frau war bis zum Jahr 2010 als Bankangestellte tätig. Sieben Jahre zuvor hatte sie mit ihrem Arbeitgeber eine sogenannte Entgeltumwandlung vereinbart. In deren Rahmen wurde zu ihren Gunsten ein Vertrag mit einer Pensionskasse abgeschlossen. Die steuerbefreiten monatlichen Beiträge wurden von ihrem Arbeitslohn direkt an die Pensionskasse abgeführt.

Fünftelregelung?

Mit Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2010 erhielt die Frau auf eigenen Wunsch die Leistungen aus der Pensionskasse nicht als monatliche Rente, sondern als Einmalbetrag ausgezahlt. Während das Finanzamt der Meinung war, dass die Zahlung der Pensionskasse mit dem vollen Steuersatz zu veranlagen sei, ging die ehemalige Bankangestellte davon aus, dass eine Versteuerung, ebenso wie bei Abfindungen, nur im Rahmen der sogenannten Fünftelregelung erfolgen dürfe.

Im Rahmen dieser Regelung sind zwar auch außerordentliche Einkünfte in voller Höhe zu versteuern. Jedoch wirkt sich nur ein Fünftel davon progressiv auf den Steuersatz aus mit der Folge, dass die Klägerin deutlich weniger Steuern zu zahlen gehabt hätte. Nachdem ihr Einspruch gegen die Entscheidung des Finanzamts erfolglos geblieben war, zog die Betroffene vor Gericht. Dort erlitt die Steuerbehörde eine Niederlage.

Verstoß gegen allgemeinen Gleichheitssatz

Die Richter schlossen sich der Meinung der Klägerin an, dass die Einmalzahlung der Pensionskasse nur im Rahmen der Fünftelregelung im Sinne von Paragraf 34 EStG (Einkommensteuergesetz) besteuert werden darf. Dies ist nach Ansicht des Gerichts nicht nur nach dem Sinn und dem Zweck der gesetzlichen Regelung, sondern auch mit Rücksicht auf die Neuregelung der Rentenbesteuerung durch das Alterseinkünftegesetz geboten.

Es würde nämlich einem Verstoß gegen den allgemeinen Gleichheitssatz des Artikels 3 Absatz 1 GG (Grundgesetz) gleichkommen, wenn man Kapitalzahlungen aus der sogenannten Basisversorgung wie etwa der gesetzliche Rentenversicherung, und Zahlungen aus der beruflichen Altersversorgung, zu denen auch Pensionskassen gehören, unterschiedlich behandeln würde, so das Gericht. Der Klage wurde daher stattgegeben. Nähere Informationen zur Besteuerung von Alterseinkünften bietet eine kostenlos herunterladbare Broschüre des Bundesministeriums für Finanzen.

Das neue EU-Erbrecht

24.8.2015 (verpd) Wer seinen ständigen Wohnsitz im Ausland hat, beispielsweise um seinen Lebensabend dort zu verbringen, sollte unbedingt prüfen, ob im Todesfall sein Nachlass richtig geregelt ist. Denn zum einen gilt nicht überall die gesetzliche Erbfolge wie in Deutschland. Zum anderen ist zu beachten: Auch wer bereits ein Testament oder einen Erbvertrag hat, kann sich nicht immer sicher sein, dass die bisher getroffene Erbregelung wunschgemäß umgesetzt wird. In vielen Fällen ist dazu ein formaler Zusatz zum Testament oder Erbvertrag notwendig.

Ab dem 17. August 2015 gilt für Erbfälle, bei denen ein deutscher Erblasser dauerhaft im Ausland gelebt hat, das neue EU-Erbrecht. Demnach gilt bei Ableben eines Deutschen, der bis zum Tod seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland hatte, das Erbrecht des Staates, in dem er gewohnt hat – außer der Erblasser hat in seinem Testament oder Erbvertrag ausdrücklich die Anwendung des deutschen Erbrechts festgelegt.

Andere Länder, andere Erbregeln

Ist keine entsprechende schriftliche Nachlassregelung vorhanden, kann es sein, dass die gesetzliche Erbfolge, wie sie in Deutschland gilt, nicht angewandt wird. So erben zum Beispiel in Deutschland normalerweise die Hälfte des Erbes der verbliebene Ehegatte und die andere Hälfte die Kinder des Verstorbenen. In anderen Ländern ist das nicht überall so. In Schweden erbt unter Umständen nur der Ehegatte alleine. In Spanien dagegen erben beispielsweise in erster Linie die Kinder und der verbliebene Ehepartner bekommt für ein Haus beispielsweise nur ein Nießbrauchrecht zugesprochen.

Zudem gibt es beispielsweise in einigen Ländern ein gemeinsames Testament von Eheleuten – das sogenannte Berliner Testament, wie es in Deutschland gang und gäbe ist – nicht. Damit ein Testament oder Erbvertrag im Erbfall auch künftig ohne Probleme zur Anwendung kommt, ist es unter Umständen notwendig, dass ein vom Erblasser unterschriebener Zusatz erstellt wird, welcher festlegt, dass das deutsche Erbrecht für den letzten Willen gelten soll.

Eigene Nachlassregelung überprüfen

Es ist aber auch möglich, dass man das Erbrecht des Landes, in welchem man seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, als Grundlage für seine letztwillige Verfügung heranzieht und dies mit einem entsprechenden Zusatz im Testament festlegt. Die Bundesregierung rät dementsprechend: „Ausländische Erbregelungen können stark von deutschem Recht abweichen. Sie können Nachteile, gegebenenfalls aber auch Vorteile für die Erben mit sich bringen. Jeder Betroffene sollte also jetzt schon prüfen, welches Erbrecht für ihn günstiger ist und sich rechtlich beraten lassen.“

Grundlegende Informationen zum neuen EU-Erbrecht enthält der kostenlos herunterladbare Flyer „Die Europäische Erbrechtsverordnung“ des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz.

Bundesregierung beschließt Reform der Pflegeversicherung

24.8.2015 (verpd) Zur Umsetzung der Pflegereform hat das Bundeskabinett vor Kurzem das Zweite Pflegestärkungsgesetz beschlossen. Damit sollen die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung ausgeweitet, die Qualität und die Effizienz gesteigert und die Beiträge erhöht werden.

Zum Jahresanfang 2015 waren die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung bereits verbessert worden. Jüngst hat die Bundesregierung den Entwurf des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) beschlossen und damit den nächsten Schritt auf den Weg des Gesetzgebungsverfahrens gebracht.

Ein wesentlicher Bestandteil der Reform ist eine neue Definition der Pflegebedürftigkeit als Grundlage für die Höhe der Versicherungsleistung. Die Versicherungsleistung richtet sich dann nicht mehr nach der Einstufung in drei Pflegestufen, sondern in fünf Pflegegrade (PG1 bis PG5). Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) werden in Zukunft körperliche, geistige und psychische Einschränkungen gleichermaßen erfasst und in die Einstufung einbezogen.

Fünf Pflegegrade statt drei Pflegestufen

Mit der Begutachtung werde der Grad der Selbstständigkeit in sechs verschiedenen Bereichen gemessen:

  • Mobilität
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Selbstversorgung
  • Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Diese würden mit unterschiedlicher Gewichtung für die Einstufung in einen Pflegegrad zusammengeführt.

Hauptleistungsbeträge je Pflegegrad (PG)*
PG1 PG2 PG3 PG4 PG5
* laut Entwurf des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes, ** als Geldbetrag, der für Erstattung der Betreuungs- und Entlastungsleistungen zur Verfügung steht. Quelle: Bundesministerium für Gesundheit
Geldleistungen ambulant 125 Euro 316 Euro 545 Euro 728 Euro 901 Euro
Sachleistungen ambulant 689 Euro 1.298 Euro 1.612 Euro 1.995 Euro
Leistungsbetrag stationär 125 Euro 770 Euro 1.262 Euro 1.775 Euro 2.005 Euro

Kreis der Anspruchsberechtigten wird erweitert

Die fünf Pflegegrade lösen die bisherigen drei Pflegestufen ab. In diesen wird je Stufe ab 123 Euro monatlich geleistet.

„Die Unterstützung setzt künftig deutlich früher an“, hebt das BMG hervor und erläutert: „In Pflegegrad 1 werden Menschen eingestuft, die noch keinen erheblichen Unterstützungsbedarf haben, aber zum Beispiel eine Pflegeberatung, eine Anpassung des Wohnumfeldes (zum Beispiel altersgerechte Dusche) oder Leistungen der allgemeinen Betreuung benötigen.“

Somit werde der Kreis der Menschen, die erstmals Leistungen der Pflegeversicherung bekommen, deutlich erweitert. Das Ministerium rechnet „in den kommenden Jahren mit zusätzlich 500.000 Anspruchsberechtigten“, ohne diesen Zeitraum genauer zu bezeichnen.

Eigenanteil bei stationärer Pflege wird begrenzt

Zukünftig sollen die Patienten in vollstationärer Pflege nicht mehr mit zunehmender Pflegebedürftigkeit höhere Eigenanteile zu zahlen haben, sondern in allen Pflegegraden einheitlich.

„Dieser unterscheidet sich zwischen den Pflegeheimen. Im Bundesdurchschnitt wird der pflegebedingte Eigenanteil im Jahr 2017 voraussichtlich bei rund 580 Euro liegen“, schätzt das BMG. Hinzu kämen für die Pflegebedürftigen die ebenfalls unterschiedlichen Kosten für Verpflegung, Unterkunft und Investitionen.

In stationären Pflegeeinrichtungen hat nach dem Gesetzentwurf künftig jeder Versicherte Anspruch auf zusätzliche Betreuungsangebote. Die Einrichtungen müssen mit den Pflegekassen entsprechende Vereinbarungen schließen und zusätzliche Betreuungskräfte einstellen. Um den Eintritt von Pflegebedürftigkeit zu verhindern oder hinauszuzögern, wird der Medizinische Dienst zur Anwendung eines bundesweit einheitlichen, strukturierten Verfahrens für die Rehabilitations-Empfehlungen verpflichtet.

Pflegende Angehörige werden bessergestellt

Als weitere Neuerung nennt das Ministerium eine bessere Absicherung von Pflegepersonen, zum Beispiel Personen die ihre pflegebedürftigen Angehörigen pflegen, in der gesetzlichen Renten- und Arbeitslosen-Versicherung:

„Künftig zahlt die Pflegeversicherung Rentenbeiträge für alle Pflegepersonen, die einen Pflegebedürftigen im Pflegegrad 2 bis 5 mindestens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf mindestens zwei Tage, zu Hause pflegen. Die Rentenbeiträge steigen mit zunehmender Pflegebedürftigkeit. Wer einen Angehörigen mit außerordentlich hohem Unterstützungsbedarf (Pflegegrad 5) pflegt, erhält um 25 Prozent höhere Rentenbeiträge als bisher.

Außerdem würden mehr Menschen unterstützt. Denn auch Angehörige, die einen ausschließlich demenzkranken Pflegebedürftigen betreuen, würden über die Rentenversicherung abgesichert. Wer aus dem Beruf aussteigt, um Angehörige zu pflegen, soll zukünftig von der Pflegeversicherung die Beiträge zur gesetzlichen Arbeitslosen-Versicherung bezahlt bekommen. „Die Pflegepersonen haben damit Anspruch auf Arbeitslosengeld und Leistungen der aktiven Arbeitsförderung, falls ein nahtloser Einstieg in eine Beschäftigung nach Ende der Pflegetätigkeit nicht gelingt“, erläutert das BMG.

Bessere Beratung, straffere Qualitätssicherung, weniger Bürokratie

Die gesetzlichen Regelungen zur Information und Beratung will die Bundesregierung neu strukturieren und ausweiten und die Beratung selbst qualitativ verbessern. Die Pflegekassen müssten künftig kostenlose Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen anbieten, wird mitgeteilt. Darüber hinaus solle die Zusammenarbeit der Pflegeberatung mit weiteren Beratungsstellen vor Ort – zum Beispiel der Kommunen – durch verbindliche Landesrahmenverträge verbessert werden.

Als Beitrag zum Bürokratieabbau soll das Gutachten des Medizinischen Dienstes zur Einstufung in einen Pflegegrad künftig den Betroffenen ohne die bislang erforderliche Antragstellung automatisch zugehen. Einwilligungen der Betroffenen in die Empfehlungen des Medizinischen Dienstes zur Hilfsmittel- beziehungsweise Pflegehilfsmittel-Versorgung sollen von den Pflegekassen künftig gleich als Antrag zu werten sein, die zudem fachlich durch die Pflege- beziehungsweise Krankenkasse in der Regel nicht erneut überprüft würden.

Die Regelungen zur Qualitätssicherung, -prüfung und -darstellung werden nach dem Willen der Regierung grundlegend überarbeitet und die Entscheidungsstrukturen der Selbstverwaltung in diesem Bereich gestrafft. Dazu gehört, das Verfahren zur Darstellung der Qualität (sogenannter Pflege-TÜV) grundlegend zu überarbeiten.

Beitragssatz steigt um 0,2 Prozentpunkte

Zur Finanzierung der Leistungsverbesserungen soll der Beitragssatz der Pflegeversicherung zum 1. Januar 2017 um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 Prozent für Eltern und 2,8 Prozent für Kinderlose steigen. Das entspricht einer Verteuerung um 8,5 beziehungsweise 7,7 Prozent.

Zuletzt war der Beitragssatz zum Jahresanfang 2015 um 0,3 Prozentpunkte angehoben worden. Insgesamt wird die Versicherung damit binnen zweier Jahre für Eltern um 24,4 Prozent und für Kinderlose um 21,7 Prozent teurer. Warum sie Eltern prozentual höher belastet als Kinderlose, hat die Regierung nicht begründet.

„Die finanzielle Situation der Pflegeversicherung macht es möglich, die Beitragssätze bis in das Jahr 2022 stabil zu halten“, prognostiziert das BMG. Das seien zwei Jahre mehr als bislang angenommen. Das Gesetz soll am 1. Januar 2016 in Kraft treten. Das neue Begutachtungsverfahren und die Umstellung der Leistungsbeträge der Pflegeversicherung sollen zum 1. Januar 2017 wirksam werden.

Niemand soll schlechtergestellt werden

Leistungsbezieher sollen nach den Plänen automatisch in das neue System übergeleitet werden. Dabei gelte, dass der Leistungsumfang mindestens gleich bleibe, „die allermeisten erhalten sogar deutlich mehr“, so das BMG.

Dabei würden Menschen mit ausschließlich körperlichen Einschränkungen automatisch in den nächsthöheren Pflegegrad übergeleitet, zum Beispiel von Pflegestufe I in Pflegegrad 2 und von Pflegestufe III in Pflegegrad 4.

Menschen mit geistigen Einschränkungen kämen automatisch in den übernächsten Pflegegrad, zum Beispiel von Pflegestufe 0 in Pflegegrad 2 und von Pflegestufe II mit eingeschränkter Alltagskompetenz in Pflegegrad 4.

Bis zu 500.000 zusätzliche Leistungsbezieher

Bundesgesundheits-Minister Hermann Gröhe erklärte zu seinem Gesetzesvorhaben: „Diese Reform nutzt allen – den Pflegebedürftigen, ihren Angehörigen und unseren Pflegekräften –, denn der tatsächliche Unterstützungsbedarf wird besser erfasst.“

Über die Leistungshöhe entscheide künftig, was jemand noch selbst kann und wo sie oder er Unterstützung braucht, unabhängig davon, ob jemand an einer Demenz oder körperlichen Einschränkung leidet.

„Alle Pflegebedürftigen erhalten damit gleichberechtigt Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung. Und wir beginnen mit der Unterstützung deutlich früher – zum Beispiel, wenn eine Dusche altersgerecht umgebaut werden muss oder Hilfe im Haushalt benötigt wird. Mittelfristig könnten dadurch bis zu 500.000 Menschen zusätzlich Unterstützung erhalten“, so Gröhe. Weitere Details zum Zweiten Pflegestärkungsgesetz können online beim BMG abgerufen werden.

Notwendige Absicherung für Berufseinsteiger

17.8.2015 (verpd) Die meisten freuen sich nach einer erfolgreich absolvierten Berufsausbildung oder einem abgeschlossenen Studium endlich den erlernten Beruf ausüben zu können und auch mehr Geld zu verdienen. Allerdings sind insbesondere Berufsanfänger in einigen Bereichen nicht mehr wie bisher in vielen Versicherungspolicen der Eltern mitversichert und müssen sich daher selbst um den richtigen Schutz kümmern, damit es im Ernstfall nicht zum finanziellen Desaster kommt.

Jeder haftet gemäß Paragraf 823 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) für den Schaden, den er anrichtet – und zwar in voller Höhe. Wer beispielsweise mit dem Fahrrad einen Unfall verursacht, haftet für alle entstandenen Schäden in unbegrenzter Höhe. Gerade bei Personenschäden können diese Schadenersatz-Forderungen den finanziellen Ruin bedeuten. Besonders wichtig ist daher eine Privathaftpflicht-Versicherung. Sie leistet, wenn man durch fahrlässiges Verhalten einen anderen geschädigt hat, wehrt aber auch unberechtigte Ansprüche Dritter ab.

Während der ersten Berufsausbildung oder des Studiums sind Kinder meist kostenlos in der Privathaftpflicht-Police ihrer Eltern mitversichert, vorausgesetzt, sie haben das in den Versicherungs-Bedingungen festgelegte Alter noch nicht überschritten. Meist ist eine Mitversicherung bis zum 25. Lebensjahr des Kindes gegeben. Die kostenlose Mitversicherung in der Versicherungspolice der Eltern entfällt in der Regel, sobald das Kind die Ausbildung oder das Studium beendet hat und einen Beruf ausübt. Spätestens dann sollten Berufsanfänger eine eigene Privathaftpflicht-Police haben.

Hausrat nur bei Auszug notwendig

Ähnliche Regeln bei der Mitversicherung von Kindern gelten auch in der Familienrechtsschutz-Versicherung. Sobald der Sprössling einen Beruf ausübt und nicht mehr in der Ausbildung oder im Studium ist, benötigt er einen eigenen Rechtsschutzvertrag, damit er bei Rechtsstreitigkeiten, zum Beispiel mit seinem Arbeitgeber, einen entsprechenden Kostenschutz erhält.

Anders beim Verkehrsrechtsschutz: Hier gilt die Mitversicherung erwachsener Kinder in vielen Policen nicht. Wer einen eigenen Führerschein oder bereits ein eigenes Fahrzeug besitzt, braucht, wenn er die Absicherung der Prozesskosten wünscht, die beispielsweise bei Streitigkeiten nach einem Verkehrsunfall anfallen können, einen eigenen Fahrer- oder Verkehrsrechtsschutz-Vertrag.

Dagegen ist eine eigene Hausratversicherung für Berufsanfänger, die noch bei den Eltern in der Wohnung wohnen, nicht notwendig, wenn die Eltern einen entsprechenden Vertag haben. In diesem Fall fällt nämlich das Inventar des Kindes noch voll unter den Schutz der Hausratpolice der Eltern – vorausgesetzt die vereinbarte Versicherungssumme ist entsprechend hoch. Zieht ein Kind jedoch nicht nur vorübergehend in eine eigene oder gemietete Wohnung, benötigt es eine eigene Hausratversicherung.

Einkommensabsicherung bei Unfall oder Krankheit

Da alle, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind, keinen Anspruch mehr auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeits-Rente haben, ist eine eigene private Einkommensabsicherung für den Fall der krankheits- oder unfallbedingten Berufsunfähigkeit umso wichtiger. Doch auch wer durch Unfall oder Krankheit erwerbsunfähig wird, erhält – wenn überhaupt – nur wenige gesetzliche Leistungen.

Diese Versorgungslücke lässt sich beispielsweise durch eine Berufs- und/oder Erwerbsunfähigkeits-Versicherung schließen. Sie zahlt im Versicherungsfall eine Rente in der vereinbarten Höhe. Je nach Vertragsvereinbarung leistet die Berufsunfähigkeits-Police auch dann, wenn man noch in anderen Berufen als den bisher erlernten und ausgeübten in Vollzeit tätig sein könnte.

Auch andere Versicherungen wie Unfall- oder Krankenversicherung müssen unter Umständen entsprechend der geänderten Lebenssituation angepasst werden, um nicht im Falle des Falles ohne oder mit einem stark eingeschränkten Versicherungsschutz dazustehen. Aufgrund der geänderten Lebenssituation ist es für Berufsanfänger sinnvoll, sich von einem Versicherungsfachmann beraten zu lassen, welche Versicherungen notwendig sind und worauf sie beim Berufsstart noch verzichten können.

Längeres Leben mit Risiken

17.8.2015 (verpd) Nach den aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ist rund jeder fünfte Bundesbürger 65 Jahre alt oder älter. Dabei steigt die Lebenserwartung kontinuierlich weiter an. Doch auch die Gefahr, ein Pflegefall zu werden nimmt mit steigendem Alter überproportional zu.

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat anhand verschiedener Datenquellen analysiert, wie die aktuelle Lebenssituation der rund 17 Millionen ab 65-Jährigen heute ist. Insgesamt gibt es mehr ältere Frauen (57 Prozent) ab 65 Jahren als Männer (43 Prozent). Als Hauptursache nennt Destatis die höhere Lebenserwartung der Frauen.

Längere Lebenserwartung

Heute haben die in Deutschland lebenden 65-jährigen Männer noch eine durchschnittliche Lebenserwartung von 17 Jahren und sechs Monaten. 65-jährige Frauen leben hingegen statistisch gesehen noch 20 Jahre und neun Monate.

Vor rund fünf Jahren war die statistische Lebenserwartung einer Frau noch um rund fünf Monate und die eines Mannes um etwa sechs Monate und vor zehn Jahren bei Frauen sogar um circa um 14 Monate und bei Männern um über 18 Monate kürzer.

Mit zunehmendem Alter steigt jedoch auch der Anteil derjenigen, die sich gesundheitlich beeinträchtigt fühlen, stark an. Während sich nach einer Umfrage von vor zwei Jahren noch 18 Prozent der 65- bis 69-Jährigen als krank oder unfallverletzt bezeichneten, waren es bei den 70- bis 74-Jährigen bereits 21 Prozent und bei den ab 75-Jährigen sogar 28 Prozent.

Pflegefallrisiko steigt mit zunehmendem Alter

Dass mit steigendem Alter auch das Pflegerisiko überproportional zu nimmt, verdeutlicht die Pflegestatistik der Destatis. Ende 2013 waren insgesamt 2,6 Millionen Bürger hierzulande pflegebedürftig, davon waren 13,6 Prozent jünger als 65 Jahre und ganze 86,4 Prozent 65 Jahre oder älter.

Insgesamt waren 4,5 Prozent aller Pflegebedürftigen zwischen 65 bis 69 Jahre und 8,9 Prozent zwischen 70 bis 74 Jahre alt. 14,5 Prozent waren zwischen 75 bis 79 Jahre und 18,4 Prozent 80 bis 84 Jahre alt. Mehr als jeder dritte Pflegebedürftige, nämlich 36,5 Prozent, waren 85 Jahre oder älter. Auch die Schwere der Pflegebedürftigkeit nimmt im Alter zu. Bei den 65- bis 69-jährigen Pflegebedürftigen wurde rund jeder fünfte im Heim voll- oder teilstationär versorgt, bei den ab 85-jährigen war es fast schon jeder Zweite.

Wie die Daten zeigen, ist es für den Einzelnen wichtig, schon frühzeitig an eine finanzielle Absicherung für den Fall einer eintretenden Pflegebedürftigkeit zu denken. Denn im Pflegefall übernimmt die gesetzliche Absicherung nur einen Teil der Kosten. Selbst wer derzeit keinen finanziellen Spielraum dafür sieht, erfährt durch die Beratung eines Versicherungsfachmanns oftmals von Absicherungslösungen, teils sogar mit staatlicher Förderung, auf die er ohne eine gründliche Analyse nicht gekommen wäre.

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