Makler vs. Vertreter

Was unterscheidet einen Versicherungsmakler vom Versicherungsvertreter?

Versicherungsmakler sind vertraglich an keine Versicherungsgesellschaft gebunden, sondern stehen als „treuhänderähnliche Sachwalter“ der Interessen des Versicherungsnehmers auf dessen Seite. Das bedeutet, dass der Versicherungsmakler für den Kunden tätig ist und nicht für eine Versicherung.

In der Praxis führt das regelmäßig dazu, dass der Versicherungsmakler bereits bestehende und für gut erachtete Verträge des Kunden in seine Verwaltung nimmt. Nur die Verträge, die optimiert werden sollen werden gekündigt und zu besseren Bedingungen und evtl. auch besseren Preisen neu abgeschlossen. Für den Versicherungsmakler spielt es insbesondere bei Sach- und Unfallversicherungen keine Rolle, ob ein Vertrag neu abgeschlossen oder per Maklermandat in seine Verwaltung übernommen wird.

Der Versicherungsmakler steht dem Kunden gegenüber für eine schuldhafte Verletzung seiner Pflichten in der Haftung und muss für dieses Risiko eine Berufshaftpflichtversicherung in Form einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung mit ausreichender Deckungssumme abgeschlossen haben. Diese Haftungspflicht trifft ihn auch, wenn der Fehler bzw. das Verschulden seinen Mitarbeitern zuzurechnen ist (vgl. § 278 BGB).

Er wird daher, schon im eigenen Interesse, seine Beratung und Vermittlung bedarfsorientiert erbringen. Der Versicherungsmakler erhält ebenso wie der Versicherungsvertreter für die Vermittlung von Versicherungen, Bausparverträgen oder anderen Finanzprodukten von den Produktgebern eine Provision. Daher wird im Regelfall die Vermittlung von Verträgen nicht in Rechnung gestellt. Der Maklervertrag regelt die Rechte und Pflichten des Versicherungsmaklers gegenüber dem ihn beauftragenden Versicherungsnehmer im Detail. Es können beispielsweise Einzelrisiken oder ganze Bereiche ausgeschlossen werden.

Da einige Versicherungsmakler auch Bankprodukte wie z.B. Finanzierungen oder Bausparverträge vermitteln, werden Makler umgangssprachlich auch als Finanzmakler bezeichnet. Für die Vermittlung von Bankprodukten benötigt ein Finanzmakler eine entsprechende Zulassung und eine entsprechende Vermögensschadenhaftpflichtversicherung.

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